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IBMs Strategie im Midrange-Speichermarkt Erschwingliche Mainframe-Funktionen für Mittelstands-Arrays

| Redakteur: Rainer Graefen

Nach jahrelanger Abstinenz bei der Entwicklung von Mittelstands-Speichersystemen, hat es die IBM Ingenieure gereizt, im Midrange-Speicher Storwize V7000 Enterprise-Funktionen mit Modulbautechnik zu verknüpfen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Migration von Enterprise-Know-how auf preiswertere Plattformen hat IBM-Ingenieure schon immer umgetrieben. Mit viel Geld entwickelte Funktionen wirtschaftlicher zu machen, ist schließlich eine der Kardinalstugenden der Ingenieurzunft.

Beim Storwize V7000 dürfte die IBM-Entwickler noch etwas anderes getrieben haben: die „Storage-Toaster-Familie“.

Vorbild Autobranche

Auch wenn die gesamte IT-Branche mehr als bereit ist für die Cloud, mit angeblich vollständig virtualisierten Hardware-Infrastrukturen, so fällt doch auf, dass die Speicherbranche gerade erst anfängt über „Big Data“ zu reden.

Die inzwischen weithin favorisierte Konzeptstudie der Hybrid Cloud muss dazu allerdings erst einmal den Global Name Space inklusive einer skalierfähigen Clustertechnik wiederbeleben. Begeisterte Anwender von GPFS oder OneFS kann man derzeit noch an einer Hand abzählen.

Beim V7000 spielt die Cloud noch keine Rolle, vielmehr scheint man sich bei IBM die Autoindustrie zum Vorbild genommen zu haben, die auch nicht mehr jedes Auto vollständig neu erfindet, sondern auf Plattformen aufsetzt.

Das Storwize V7000 ist technisch betrachtet eine Kombination vom Enterprise-Speichersystem DS8000, dem Storage Volume Controller (SVC) für die Virtualisierung externer Speicherkapazitäten und der übersichtlichen Bedienoberfläche der XIV. Kostenpunkt: knapp unter 30.000 Euro.

Der technische Kern

Für das Geld erhält man den SVC-Kern, einen Cluster mit zwei Knoten, der die I/O-Gruppe für maximal 240 Festplatten bildet und zusätzlich mehrere Petabyte externen Speicherkapazität virtualisieren kann.

Im Gerät selbst ist ein SAS-2-Backend mit einer Datentransferrate von sechs Gigabit pro Sekunde installiert. Damit ist auch die Basis für den Einsatz moderner SSD-Festplatten gelegt, die inzwischen Daten mit mehr als 400 MByte pro Sekunde an den Prozessor liefern können.

Zum Server hin kann der Anwender aus der gesamten Palette heute verfügbarer Interconnects wählen: Während im System selbst der Fibre ChannelBackbone (FC) seine Rolle an einen SAS-Backbone abgegeben hat, spielt FC zum Server hin weiterhin seine dominante Rolle.

HBA gibt es für 8 GFC und die Zusage für 16 GFC wurde auch schon gegeben. Alternativ kann das Speichersystem auch per iSCSI, FCoE oder 10 Gbit Ethernet mit einem Server verbunden werden.

Hybrid-LUN

Diesem an sich schon performanten Kern wurde ein Sub-Volume-Tiering mitgegeben, das IBM Easy Tiering nennt. Beim Easy Tiering konfiguriert der Administrator eine hybride LUN, die aus SSD und SATA-2-Festplaten besteht.

Weitere Maßnahmen sind nicht erforderlich, da das System automatisch die Zugriffshäufigkeit von einzelnen Blöcken in der LUN reagiert. „Nach kurzer Zeit“, so Ralf Colbus, Storage Platform Certified Professional bei IBM, „kann der Betreiber bei seinem Programm mit Performance-Gewinnen bis zu 300 Prozent rechnen.“

weiter mit: Midrange-Plattform für Enterprise-Bedürfnisse

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