Suchen

Meine kulturelle Heimat in der Cloud hat noch ein paar Schönheitsfehler

Erster Erfahrungsbericht mit Apples Synchronisierungsdienst iCloud

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Anlauf mit Störungen

Obwohl der Anwender von Apple komfortable und einfach zu bedienende Produkte gewohnt ist, blieb iCloud von kleineren Pannen nicht verschont. So kam es Ende 2012 zu mehreren Ausfällen des Diensten, vor allem beim Zugriff auf E-Mails und über iCloud synchronisierte Notizen.

Der E-Mail-Dienst sei möglicherweise "langsam oder nicht verfügbar", schrieb Apple damals auf der iCloud-Statusseite, es könne auch zu Verzögerungen beim Empfang neuer E-Mails kommen. Als Konsequenz hat Apple noch im gleichen Monat die Status-Seite der Cloud-Dienste gründlich überarbeitet. Die neue Version informiert nun über den aktuellen Betriebszustand von iMessage, Siri, der Apple-Stores und iCloud-, aber auch über deren Ausfälle und Probleme.

Doch damit war nicht Ruhe: Einzelne User erhielten in der Systemsteuerung des Macintosh unter OS X eine Benachrichtigung, dass ihr kostenpflichtiger iCloud-Speicher von 20 Gigabyte bis Ende 2050 verlängert worden wäre. Was sich allerdings als folgenloses technisches Problem herausstellte, denn die Kreditkarten der User wurden damit nicht belastet.

So geht's

Mit Mountain Lion, dem aktuellen Betriebssystem für den Macintosh, hat Apple nun iCloud sogar zum voreingestellten Speicherort gemacht. Beim lokalen Zugriff ist das Icon von iCloud im Library-Ordner gut versteckt untergebracht.

iCloud nimmt aber erst dann seinen Dienst auf, sobald der Anwender mit iOS 5 und iOS 6 im Menü Einstellungen den Dienst aktiviert, seine Apple-ID hinterlegt und bestimmt, welche Daten synchronisiert werden sollen. Wer mehrere Endgeräte mit iOS besitzt, kann dadurch die spezifischen Daten eines Geräts mit allen anderen Geräten synchronisieren.

Allerdings läuft die Aktualisierung nicht immer ganz problemfrei, vor allem bei der ersten Synchronisierung von sehr vielen Kontakt- und Termin-Einträgen in mehreren Kategorien und mehreren iOS-fähigen Endgeräten. Obacht!. Da iCloud ältere Daten gnadenlos überschreibt, sind mühsam gesammelte Einträge dann verloren.

Beim Synchronisieren kommt es auf die richtige Richtung an

Ein häufiges Problem sind auch doppelte Kontakte und Termine. Dagegen hilft nur die rechtzeitige Sicherung, der Export und ein Import über das Web-Interface "iCloud.com". Je komplexer der Gerätepark und die Datenbestände eines Anwenders, desto mühsamer die Recherche, in welcher Konstellation der Datenabgleich reibungslos funktioniert.

Um Mail über iCloud zu synchronisieren, muss man zunächst eine eigene Mail-Adresse mit der Endung "@icloud.com" einrichten. Wer bis Juli 2012 eine Mail-Adresse unter dem Vorgänger MobileMe mit der Endung "@me.com" besaß, kann diese weiter verwenden. Ist sie auf dem Endgerät aktiviert, werden Mails von und an diese Adresse synchronisiert.

Die iCloud-Adresse lässt sich auch in Outlook und andere Mail-Programme übernehmen. In Outlook muss dazu ein neues Konto über die Registerkarte "Datei" angelegt werden. Über den Menüpunkt "Konto hinzufügen" gibt man Namen und die iCloud-Adresse ein sowie das Kennwort der Apple-ID ein, damit Outlook das Konto auch außerhalb eines iPhone oder iPad verwendet.

Wo bist du?

iCloud enthält ebenfalls die Suchfunktion für das iPhone und iPad, mit der sich die Daten dieser Geräte sperren und fernlöschen lassen. Sind diese Funktionen bei den "Einstellungen" aktiviert, ruft man das Web-Interface auf, um Geräte, die mit der eigenen Apple-ID registriert sind, zu suchen. Daraufhin zeigt das Interface diese Geräte an. Nach einem Klick auf eines der Geräte informiert das Web-Interface über dessen Standort und die Optionen "Ton abspielen", "Sperren" und "Löschen".

Hat man das Gerät nur innerhalb des Hauses oder Büros verlegt, wird ein Ton in voller Lautstärke abgespielt, auch wenn der Lautsprecher ganz niedrig eingestellt ist. Damit kann man das vermisste Gerät leichter wieder auffinden.

Anders beim Verlust oder einem Diebstahl: Ist ein iOS-Gerät abhanden gekommen, kann man es über das Web-Interface von iCloud sperren oder dessen Daten löschen. Sollte das Gerät gerade nicht online sein, führt iCloud diese Optionen aus, sobald es wieder mit dem Internet verbunden wird.

(ID:38370590)