CD- und DVD-Laufwerk-Anbieter im Visier

EU verdächtigt Laufwerk-Hersteller der Kartellbildung

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann

Preisabsprachen unter Wettbewerbern sind verboten.
Preisabsprachen unter Wettbewerbern sind verboten.

Die EU-Kommission ermittelt aktuell gegen 13 Unternehmen, die sich mutmaßlich illegal abgesprochen haben. Im Visier sind Hersteller von optischen Laufwerken. Medienberichten zufolge haben unter anderem Hitachi-LG und Philips entsprechende Post von den Gesetzeshütern erhalten.

Wegen einer möglichen Beteiligung an einem weltweiten Kartell hat die Europäische Union die Untersuchung gegen 13 Anbieter von CD- und DVD-Laufwerken, die sowohl lesen als auch schreiben können, eingeleitet. Die in der Mitteilung der Europäischen Kommission namentlich nicht genannten Firmen sollen ihr Verhalten bei Ausschreibungen beziehungsweise Angeboten über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren abgestimmt haben. Bewahrheitet sich diese Vermutung, ist es möglich, dass die Kunden dieser im Europäischen Wirtschaftsraum verkaufenden Firmen Nachteile – die gezahlten Preise betreffend – hatten.

Hohe Geldbußen drohen

In einem ersten Schritt hat die EU-Kommission deshalb die Verdächtigen angeschrieben und sie über die gegen sie vorliegende Beschwerde in Kenntnis gesetzt. Im nächsten Schritt können die Angeschriebenen weitergehende Unterlagen einsehen, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung nehmen und eine mündliche Anhörung vor der Kommission und Wettbewerbsbehörden beantragen. Kommen die EU-Vertreter anschließend dennoch zum Schluss, dass gegen Kartellvorschriften verstoßen wurde, kann dies die Kartell-Mitglieder teuer zu stehen kommen. Denn gegen sie kann eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden. Findet sich ein Kronzeuge, der weitere wichtige Beweise vorlegt, kann diesem die Strafzahlung ganz oder teilweise erlassen werden.

Philips und Hitachi-LG involviert

Möglicherweise hat sich Philips diesbezüglich schon als Lieferant von Informationen zur Verfügung gestellt. Gemäß einem Berichts von Bloomberg jedenfalls räumte der Konzern zum einen ein, in das Verfahren involviert zu sein. Philips sei jedoch Straffreiheit zugesprochen worden, weil man zur Aufklärung beitrage. Auch Hitachi-LG Data Storage bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur, unter den 13 Unternehmen zu sein, denen die EU-Kommission einen Beschwerdebrief zugesendet hat.

Wie lange es dauert, bis die kartellrechtlichen Ermittlungen abgeschlossen sind, ist noch offen.□

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