Nun ausfallsichere Verbindungen durch Routenwechsel

Facebook und Microsoft vollenden transatlantische Glasfaserleitung

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Rainer Graefen

Die Marea-Breitband-Glasfaserleitung läuft auf den Ozean zu.
Die Marea-Breitband-Glasfaserleitung läuft auf den Ozean zu. (Bild: Microsoft)

Eine mehr als 6400 Kilometer lange Glasfaserleitung für Datenübertragung mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Tbps (Terabit pro Sekunde) ist fertiggestellt: Das gemeinsam von Facebook und Microsoft betriebene Projekt Marea vernetzt das amerikanische und das europäische Festland mit einer neuen Hochgeschwindigkeits-Breitband-Leitung.

Im August 2016 hatten Facebook und Microsoft zusammen mit dem spanischen Telekommunikationsbetrieb Telxius mit den Verlegearbeiten begonnen. In stellenweise über 5 Kilometern Tiefe läuft das nach Angaben von Microsoft "technologisch fortschrittlichste Unterseekabel" nun vollständig und ohne Unterbrechung vom US-Bundesstaat Virginia bis ins spanische Bilbao. Am Donnerstag, dem 21. September 2017, haben die drei beteiligten Unternehmen nun die Arbeiten abgeschlossen.

Marea ist die spanische Bezeichnung für die Gezeiten. 10,25 Millionen Pfund, umgerechnet über 4,6 Millionen Kilogramm, wiegt das gesamte Kabel. Das ist in etwa so viel wie 34 Blauwale. Die "Marea"-Leitung gehört den drei beteiligten Unternehmen Facebook, Microsoft und Telxius zu gleichen Teilen.

Dabei teilen sich die Eigentümer die Verantwortlichkeiten: Telxius wird als Betreiber des Kabels fungieren und als solcher dessen Kapazität an externe Dienstleister verkaufen und vermieten. Microsoft und Facebook können derweil die Hochgeschwindigkeits-Glasfaserleitung nutzen, um ihren eigenen Kapazitätsbedarf zu decken.

Sowohl Facebook als auch Microsoft besitzen einen enormen Eigenbedarf an schnellen Leitungen zur Datenübertragung. Erstgenannter betreibt bekanntlich das größte Soziale Netzwerk der Welt, dessen Server täglich bis zu 500 Millionen Terabyte Daten verarbeiten. Jede halbe Stunde werden dort etwa 105 Terabyte Daten gescannt. Microsoft setzt ebenso zunehmend auf Cloud-Angebote wie Azure IoT, welches unter anderem möglichst in Echtzeit und mit geringstmöglicher Latenz auch KI-Anforderungen bedienen soll.

Die meisten Transatlantikkabel verlaufen in der Regel zwischen der Gegend von New York und wahlweise der französischen oder der Nordsee-Küste. Mit Marea haben sich die Unternehmen mit dem Weg von Neuengland nach Spanien bewusst für eine alternative Route entschieden. Dies soll für vielfältigere Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den USA und Europa sorgen. Das kann beispielsweise bei Naturkatastrophen von Vorteil sein: 2012 zog etwa Hurrican Sandy über New York hinweg und beschädigte einen Großteil der von dort verlaufenden Transatlantikleitungen. Dies legte die Breitbandverbindungen zwischen den USA und Europe für mehrere Tage lahm.

"Der Supersturm löste die Erkenntnis aus, dass ein weiteres Großereignis die lebenswichtige Verbindungsleitung über den Atlantik unterbrechen könnte", sagte Microsoft in einem Blog-Beitrag. "Als Teil seiner laufenden Bemühungen, Innovationen voranzutreiben und die Kapazität seines globalen Netzwerks zu erweitern, suchte Microsoft nach Möglichkeiten, um transatlantische Verbindungen widerstandsfähiger zu machen.

Über die Kosten des gemeinsam betriebenen Projekts schweigen sich die drei Partner weiterhin aus. Marea soll offiziell Anfang 2018 seinen Betrieb aufnehmen.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Partnerportal Elektronik Praxis übernommen.

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