Suchen

Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 18

Fast Ethernet LANs nach IEEE 802.3u, 100 BASE-T und ANSI-FDDI

Seite: 3/3

Firma zum Thema

ANSI X3T9.5 / ISO 9314-X FDDI-System

Das FDDI-System arbeitet als Glasfaser-Doppelring. Zu FDDI gibt es vier Standarddokumente, die sowohl die Bitübertragungsschicht als auch das Medienzugangsverfahren beschreiben und eine Verbindung zwischen Übertragungsmedium und der Teilschicht 2b (Logical Link Control nach IEEE 802.2) realisieren:

  • Media Access Control, MAC
  • Physical Layer Protocol, PHY
  • Physical Layer Medium Dependent, PMD
  • Station Management, SMT

Der Media-Access-Control-Standard (MAC) beschreibt die untere Teilschicht (2a) des ISO-Referenzmodells, die das Verfahren für den Zugang zu dem gemeinsamen Übertragungsmedium festlegt. FDDI arbeitet auf einer physikalischen Ringtopologie, die aber auch auf eine sternförmige Verkabelungsstruktur abgebildet werden kann. Das Medienzugangsverfahren arbeitet nach dem Prinzip des Token Passing.

Bildergalerie

FDDI unterstützt im Wesentlichen zwei Dienste: Die Übertragung konventioneller asynchroner Daten, z.B. Dateitransfer (durch eine dynamische und dezentrale Bandbreitenverteilung) sowie synchroner Daten (mit garantierter Bandbreite und Antwortzeit), z.B. digitale Sprache. Die synchrone Übertragung hat sich aber in den Produkten nur mäßig niedergeschlagen. Beide Dienste sind paketorientiert realisiert, wobei den synchronen Diensten – sofern sie realisiert werden – Priorität eingeräumt wird, indem das Station Management einen entsprechenden Bandbreitenanteil hierfür reserviert. Die verbleibende Bandbreite kann von asynchronen Diensten in Anspruch genommen werden. Die Integration der Dienste und der Medienzugang werden vom so genannten „Timed Token Rotation Protocol“ realisiert.

Das FDDI Physical Layer Protocol, PHY, beschreibt den oberen Teil der physikalischen Schicht entsprechend dem ISO-Referenzmodell. Es stellt damit das Zwischenglied zwischen PMD und der Medienzugangskontrollteilschicht MAC dar.

Die Hauptaufgabe dieser Schicht besteht im Aufbau, in der Unterhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung von physikalischen Verbindungen zwischen PHY-Instanzen benachbarter FDDI-Knoten. Ferner sind hier die Verfahren zur Codierung/Decodierung der Information sowie zur Synchronisation der Station mit dem Sendetakt und die Regeneration des Sendetaktes festgelegt, also die Verfahren, die für eine erfolgreiche serielle Basisbandübertragung erforderlich sind.

Die PMD-Komponente stellt die untere der beiden Teilschichten dar, die der Bitübertragungsschicht im ISO-OSI-Referenzmodell entspricht. Sie realisiert eine digitale Punkt-zu-Punkt-Verbindung im Basisbandbetrieb zwischen FDDI-Knoten. Die Hauptaufgabe von PMD liegt in der Festlegung der physikalischen Eigenschaften des Übertragungsmediums einschließlich Steckertechnik, der Sende- und Empfangskomponenten, einem (optionalen) Bypass sowie den Schnittstellendiensten zu PHY und Station Management, SMT.

Zunächst wurde für FDDI eine multimodale Gradientenindexfaser als Übertragungsmedium ins Auge gefasst und genormt. Im Laufe der FDDI-Standardisierung kristallisierte sich jedoch der Wunsch nach Überbrückung weiterer Distanzen zwischen FDDI-Knoten als die dort spezifizierten maximalen 2 km heraus, so dass 1987 mit der Spezifikation von Monomodefasern in Verbindung mit Laserdioden als Übertragungsmedium begonnen wurde. Die speziellen Eigenschaften dieser Technik erlauben Abstände von bis zu 60 km zwischen FDDI-Knoten ohne Signalregenerierung und -verstärkung. Am Ende gab es FDDI auf Single- und Multimodefasern sowie auf Koaxialkabel und Twisted Pair.

FDDI hatte darüber hinaus eine hohe Fehlertoleranz, weil es auch weiterarbeiten konnte, wenn einer der Doppelringe defekt war.

All dies hat dem System aber letztlich nicht genützt. Die Komponenten waren im Vergleich zu Ethernet zu teuer und die Umsetzung zwischen Ethernet- und FDDI-Frames damals ein Problem. So gehört auch das eigentlich schöne FDDI zu den Systemen der Vergangenheit.

Mit 100 BASE-T endet das Zeitalter der Shared Media LANs. Bessere und schnellere Systeme gibt es nur mit LAN-Switching. Also: bleiben Sie dabei!