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Ist die Cloud nur eine Blase? Fehlende Transparenz bremst Cloud Computing aus

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Viel Lärm um eine Blase aus heißer Luft, oder grundlegende Veränderung der Informationstechnologie? Am Cloud Computing scheiden sich die Geister, wie ein Roundtable von IBM gezeigt hat. Storage-Insider.de war dabei und schlägt einen Kompromiss vor.

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Der Haupt-Knackpunkt am Cloud Computing ist die fehlende Transparenz in den Modellen. In puntco Sicherheit sind mehr Informationen gefordert.
Der Haupt-Knackpunkt am Cloud Computing ist die fehlende Transparenz in den Modellen. In puntco Sicherheit sind mehr Informationen gefordert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der IBM-Konzern hat Anfang Oktober den Einstieg in den Cloud-Speichermarkt bekannt gegeben und ein „Smart Business Storage“-Private-Cloud-Angebot unterbreitet. Hinter diesem Bandwurm-Wort verbirgt sich die Möglichkeit für Unternehmen, unter einem einzigen, global adressierbaren Speicherraum auf Storagesystemen Milliarden von Dateien abzulegen und dabei Ressourcen im Petabyte-Bereich (1 PB entspricht 1.000.000.000.000.000 Byte) in Anspruch zu nehmen.

Bevor Big Blue in diesen Bereich investiert hat, wurde freilich der Markt genau analysiert und die größte Sorge der Anwender gegenüber Cloud-Lösungen ermittelt. Das Ergebnis: Viele Anwender haben Bedenken gegenüber einer zu großen Anbieterabhängigkeit, insbesondere im Bereich der Datenspeicherung, weil der Migrationsaufwand in die Cloud und aus der Cloud enorm groß sein kann.

IBM begegnet diesem Punkt durch die Unterstützung von Standard-File-Zugangsprotokollen. Daten in die Cloud zu schieben und wieder heraus zu holen, sei dabei „so einfach wie ein Dateikopiervorgang“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Hause IBM. Um über weitere Hemmnisse zu sprechen, hat IBM einen Roundtable veranstaltet. Neben Vertretern der Fachpresse waren dabei: Uwe Scariot (CIO bei Materna), Thomas Uhl (Vorstand Topalis AG), Martin Kuppinger (Kuppinger & Cole), Michael Behrendt (Cloud Architekt bei IBM) und Detlef Straeten (IT Architekt bei IBM).

Die nebulöse Cloud

Um die wichtigste Erkenntniss der Diskussion vorweg zu nehmen: Es mangelt an der Transparenz in der Cloud. Blind in die Wolke will keiner seine Daten „werfen“. Also benötigt er Informationen seitens des Cloud-Betreibers. Welche Sicherheitsmechanismen sind vorgesehen? Wie oft werden die Daten gespiegelt? Welche Notfallpläne sind vorgesehen? Welche Tools geben dem Anwender Einblick in das, was innerhalb der Cloud vorgeht? Hier werden althergebrachte Tugenden aus der Industrialisierung helfen, waren sich die Teilnehmer sicher: Automatisierung und Standardisierung.

Bis dahin stellt sich die Frage, ob der gegenwärtige Cloud-Hype, der sich ja hauptsächlich auf Applikationsseite abspielt, eher als Blase verstanden werden sollte. Marktforscher kennen den Effekt der Blasenbildung inzwischen genau (beispielsweise: Gartner Hype Cycle). Im Grunde wiederholt sich immer das gleiche: Wenn erkannt wird, dass ein Trend großes Potenzial hat, will jeder dabei sein und keiner sein Glück verpassen. Der Markt bläht sich auf. Irgendwann relativiert sich der Trend, und mit der Erkenntnis, dass Anpassungen an die Realität nötig sind, platzt die (Dotcom-, Finanz-, Immobilien-) Blase.

Was bleibt, ist eine Schar derer, die es ja von Anfang an geahnt hatten und eine Schar derer, die durch Gier viel Geld verloren haben. Die Schnittmenge beider Gruppen ist übrigens groß.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zur Blasenbildung und ein Fazit.

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