Interview mit Markus Wolf, Speaker auf der STORAGE Technology Conference 2017

Flash bleibt uns noch länger erhalten

| Redakteur: Tina Billo

Markus Wolf, SE Manager DACH bei Pure Storage.
Markus Wolf, SE Manager DACH bei Pure Storage. (Bild: Pure Storage)

Die Ankündigung neuer Speichertechnologien reißt nicht ab. Ebenso wenig die Diskussion, ob sie das Potenzial besitzen, Flash über kurz oder lang die Bühne streitig zu machen. Storage-Insider sprach mit Markus Wolf über den aktuellen Stand des Flash-Storage-Marktes, inwiefern sich Predictive-Analytics-Funktionalitäten in der Praxis tatsächlich auszahlen und welche Trends die Anbieter von Speichersystemen im Blick haben sollten.

Storage-Insider: Intel kündigte gerade an, mit 3D-Xpoint/Optane-Produkten 1 Petabyte Speicher auf einer Höheneinheit unterbringen zu wollen. Kostenpunkt: So eine Million Euro. Wie bewertet man bei Pure Storage solche Ankündigungen? Droht hier ein technologischer Sprung die eigene Produktpalette zu entwerten?

Markus Grau: Neue Technologien gehören zum Geschäft und Pure Storage setzt sich natürlich mit Innovationen auseinander. Wir bieten mit FlashBlade heute bereits unter Verwendung von NAND-Flash ein Speichervolumen von 1,6 Petabyte auf vier Höheneinheiten. Das zeigt, dass hier noch jede Menge Potenzial nach oben besteht.

3D XPoint/Optane ist eine recht neue Technologie, die noch von der Massenadaptierung entfernt ist und sich preislich erst einmal beweisen muss. NAND-Flash hat sich hingegen im Laufe der vergangenen 30 Jahre auf dem Markt sowohl aus technischer als auch kommerzieller Sicht nachhaltig bewährt.

Ergänzendes zum Thema
 
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In der Windows-Welt favorisieren viele Hersteller eine hyperkonvergente Infrastruktur. Ist die Kostenstruktur solcher kombinierter und skalierfähiger IT-Plattformen nicht doch vorteilhafter als "nur" der Austausch des Speichersystems?

Markus Grau: Das kann ich aus meiner Praxiserfahrung nicht bestätigen. Datenbanken unter Windows benötigen eine skalierbare, hochverfügbare und performante Infrastruktur, die sich einfach skalieren lässt. Daher muss es möglich sein Rechen- unabhängig von Storage-Ressourcen zu skalieren.

Hier bietet sich FlashStack als Converged Infrastruktur an. Der Kunde erhält eine Infrastruktur, die sich aus den Lösungen der besten Anbieter im jeweiligen Segment (Hypervisor, Blade Server, All-Flash-Storage) zusammensetzt und zusätzlich Blueprints. Dies bietet ihnen bei einheitlichem Management und Support die notwendige Flexibilität in den Ausbaustufen von Compute und Storage.

Predictive Analytics ist nicht nur in der Storage-Branche ein prominentes Schlagwort. Wie sieht die Erfolgsquote der Wartungseinsätze bei den Kunden von Pure Storage aus? Oder anders gefragt: War es möglich, alle vereinbarten SLAs einzuhalten?

Markus Grau: Durch Predictive Analytics erreichen unsere FlashArray//m Systeme nachweislich eine 99,9999 Verfügbarkeit. Dies gilt auch in Phasen von Wartungsarbeiten, beispielsweise bei möglichen Erweiterungen oder Software-Upgrades. Auch wurden 68 Prozent der aufgetretenen Vorfälle automatisch eröffnet und effizient gelöst. Durch die ständige Weiterentwicklung der Analysen konnten zudem schon mehr als 170 Severity 1-Situationen vorab verhindert werden.

Steht für Unternehmen bei der Auswahl von Speichersystemen weiterhin an erster Stelle, viele Daten möglichst kostengünstig speichern zu können? Oder hat sich dies verändert und falls ja, weshalb?

Markus Grau: Dadurch, dass es dank dem Einzug von Effizienztechnologien wie der Deduplizierung und Komprimierung immer günstiger wurde, Daten nicht nur auf langsamen Medien sondern auch auf Flash zu speichern, sehe ich einen Trend, dass Nutzer diese auch verwerten. Statt beispielsweise nur einen Auszug der Daten von einem Jahr zu analysieren, kann nun der gesamte Bestand herangezogen werden. Das ermöglicht Unternehmen, wertvolle Erkenntnisse aus ihren Informationen zu ziehen und gelingt sogar bei deutlich vereinfachten Prozessen.

Wird im Zeitalter von Cloud das Thema "Storage" nicht zu einer "Commodity" für die Anwender? Und was bedeutet dies für die Hersteller?

Markus Grau: Daten und die damit verbundene Speicherinfrastruktur sind das Herz aller Anwendungen und Dienste. Ohne Storage können Daten nicht genutzt werden, daher muss dieser hochverfügbar, sicher, performant und flexibel sein. Um Cloud-Architekturen aufzubauen, muss Storage allerdings aus Anwendersicht "Commodity" sein: am besten selbstverwaltend, selbstheilend und voll automatisierbar. Es muss heute möglich sein, Speicher direkt aus dem Servicekatalog bereitzustellen. Dies betrifft neben der Installation und dem Betrieb auch den gesamten Storage-Lifecycle, der ohne Unterbrechung und komplexe Datenmigration erfolgen muss.

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