IT-Manager setzen immer häufiger auf All-Flash-Arrays

Flash bringt frischen Wind ins Rechenzentrum

| Autor / Redakteur: Peter Wüst, Director Cloud & Alliances EMEA, NetApp / Tina Billo

Die Entwicklung einer zukunftssicheren Storage-Infrastruktur gewinnt für IT-Verantworliche an Bedeutung.
Die Entwicklung einer zukunftssicheren Storage-Infrastruktur gewinnt für IT-Verantworliche an Bedeutung. (NetApp)

Die Analysten von IDC schätzen, dass All-Flash-Arrays schon ab 2018/2019 die primäre Storage-Umgebung dominieren. Aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile gegenüber klassischen Festplattensystemen plus fallender Preise gewinnen sie bei der Planung künftiger Storage-Infrastrukturen an Gewicht.

All-Flash-Speichersysteme halten in Rechenzentren zunehmend Einzug. Gemäß Zahlen des US-amerikanischen Analystenhauses IDC kamen in der EMEA-Region im Jahr 2015 bereits mehr All-Flash- und Hybrid-Arrays als herkömmliche Speicher zum Einsatz. Aufgrund weiter sinkender Preise wird damit gerechnet, dass sie 2016 noch stärkere Verbreitung finden.

Unternehmen machen sich also bereits heute die Vorteile der superschnellen Speichersysteme zu Nutze, um ihre Geschäftsprozesse zu beschleunigen und den IT-Betrieb effizienter zu organisieren. Daher wird es für IT-Verantwortliche immer wichtiger, ihre bestehende Speicherstrategie zu überprüfen und darauf basierend eine zukunftssichere Storage-Infrastruktur einschließlich des Einsatzes von Flash zu planen.

All-Flash oder Hybrid?

Mit dem Einsatz von Flash sind Unternehmen schon heute in der Lage, IT-Kosten im großen Stil zu senken und die Gesamtleistung ihrer Systemlandschaft zu steigern. CIOs sind sich jedoch noch unsicher, ob sie gleich auf All-Flash oder erst auf hybride Systeme umsteigen sollen.

Generell gilt, das man mit hybridem Flash-Storage nichts falsch machen kann. Denn die Lösungen bieten universell nutzbaren Storage mit sehr guter Performance. Wer hybride Systeme einsetzt, muss sich jedoch auch mit den Nachteilen der in den Arrays immer noch genutzten Festplatten beschäftigten. Hierzu zählen die hohe thermische Belastung, der größere Platzbedarf sowie die Energiekosten. Also warum nicht gleich auf All-Flash setzen?

Integration schafft Mehrwert

Mit der zu erwartenden weiteren Verbreitung von Flash-Storage werden Festplatten bald komplett aus Tier 0- oder 1- (Performance) und Tier 2- (Kapazität) Speicherumgebungen verschwunden sein. Disk-basierte Systeme kommen dann im Tier 3 (Archiv) zum Einsatz und bilden gemeinsam mit virtuellen Tape-Libraries und Cloud-Storage die Grundlage für eine langfristige Datenarchivierung.

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Zukunftssicheres Datenmanagement

Die Vielzahl an Speichertechnologien macht es erforderlich, dass IT-Organisationen eine übergreifende Datenmanagementplattform für dynamisches Tiering einsetzen. Damit lassen sich vorhandene und neue Speicherkapazitäten schnell, einfach und bedarfsgerecht zuordnen oder verschieben.

Auch müssen sich All-Flash-Arrays nahtlos in bestehende Infrastrukturen integrieren. Wird der Geschwindigkeitsvorteil durch einen erhöhten Administrationsaufwand zunichte gemacht, hat die IT nichts gewonnen.

Kosten für Flash vergleichen

Wer über die Kosten von All-Flash-Systemen im Vergleich zu Festplatten diskutiert, sollte nicht nur auf den Preis pro Gigabyte schauen. Bei dieser Betrachtung haben die klassischen Speicher gegenüber Flash nämlich immer noch die Nase vorn. Allerdings nähern sich die Preise für die schnelleren Medien kontinuierlich den Festplatten an, während bei diesen kaum noch Potenzial für Kostensenkungen vorhanden ist.

Dies liegt darin begründet, dass die Produkte inzwischen sehr komplex und mit Hochtechnologie vollgepackt sind. Bis zu sieben Platten pro Laufwerk, dazu Helium-Füllung bei hochkapazitiven Modellen sowie 15K-Umdrehungsgeschwindigkeit lassen kaum noch Spielraum offen.

Dagegen sorgen bei Flash die Skaleneffekte der Massenfertigung und neue Produktionsmethoden dafür, dass die Preise kontinuierlich fallen. Experten gehen davon aus, dass Enterprise-Flash im Laufe des Jahres, spätestens 2017, die High-End-Festplatte von den reinen Anschaffungskosten her gesehen schlägt.

Die Kosten per Gigabyte im Enterprise-Bereich sind ohnehin schwer vergleichbar. Je nach Umgebung kann die Anschaffung neuer Controller für Flash-Arrays einen weiteren einzurechnenden Kostenfaktor darstellen. Sollen Kompression und Deduplizierung in die Gleichung einbezogen werden, sind Informationen über die Art der zu speichernden Daten notwendig, um den Grad der Datenoptimierung einschätzen zu können.

Die Gesamtkosten entscheiden

Bei der Betrachtung der Gesamtkosten kann Flash schon heute die günstigere Alternative sein. So sind All-Flash-Lösungen den klassischen Festplatten-Arrays bei IOPS-intensiven (Input/Output Operations per Second) Anwendungen wie Datenbanksystemen in der Gesamtbewertung deutlich überlegen.

Wer durch schnellen Flash-Speicher pro Applikation mehr Transaktionen verarbeitet, kann durch die Konsolidierung bestehender Systeme zudem die Zahl an erforderlichen Software-Lizenzen senken. Der Grund: bei SQL-Datenbanken werden diese häufig pro CPU berechnet. Wird der Datenbank- und Applikationsserver durch schnellen Flash-Speicher beschleunigt, lassen sich unter Umständen CPU-Kerne auf dem Server abschalten.

Außerdem verringern sich durch All-Flash schon heute die Kosten für Klimatisierung und Stromverbrauch im Rechenzentrum. Werden nun auch noch Prozessoren abgeschaltet, beziehungsweise Systeme zusammengeführt, sparen Unternehmen weitere Energiekosten.

Fazit

Die günstigen Preise für Flash-Speicher machen ein Storage-Optimierungs-Projekt schon heute zu einer lohnenswerten Investition. Höhere I/Os, verringerte Latenzen, weniger Energiebedarf sowie Einsparungen beim Platz und den Klimatisierungskosten sind wichtige Faktoren, die auf die gesamte IT-Infrastruktur einzahlen.

Wie auch immer die Investitionsentscheidung im Storage-Bereich für 2016 ausfällt: CIOs sollten sich darüber im Klaren sein, dass die technologische Entwicklung weitergeht. So haben Intel und Micron mit 3D XPoint eine auf Phase-Change-Technologie basierende Flash-Technologie vorgestellt, die nochmals für mehr Kapazität und Geschwindigkeit sorgt. Die Markteinführung soll 2017 erfolgen.

IT-Verantwortliche sind daher gut beraten, frühzeitig auf eine Storage-Plattform zu setzen, die ein technologieübergreifendes Datenmanagement erlaubt. Ganz wichtig ist dabei, dass sie stets die volle Kontrolle über ihre Daten behalten, beispielsweise um einen Cloud Vendor Lock-in zu vermeiden oder aktuelle Datenschutzrichtlinien zu erfüllen.

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