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Speicherstrategien Flash kontra Disk und Tape

| Redakteur: Philipp Ilsemann

Es bahnt sich ein Paradigmenwechsel in der Speicherindustrie an. Flash-basierende Disks versprechen schnelle Zugriffszeiten bei geringem Energieverbrauch und sollen traditionelle Medien wie Festplatte und Tape schon bald verdrängen. Warum das jedoch noch eine Zeit lang dauern wird, lesen Sie hier.

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Die Symmetrix DMX 4 von EMC unterstützt auf Flash basierenden Speicher.
Die Symmetrix DMX 4 von EMC unterstützt auf Flash basierenden Speicher.
( Archiv: Vogel Business Media )

Es kommt Bewegung in den Markt für Speichermedien. Über Jahre hinweg waren die Aufgaben klar verteilt: Festplatten werden eingesetzt, wenn schnell auf Informationen zugegriffen werden, Magnetbänder sind das Medium der Wahl, wenn es darum geht, die zu sichernden Daten möglichst günstig und rechtssicher über einen langen Zeitraum zu archivieren. Doch geht es nach den Chipherstellen, soll schon bald alles anders werden. Mit den Solid State Drives (SSDs) gelangt ein neues Medium langsam zur Marktreife, das sich daran macht, den alteingesessenen Standards einzuheizen.

SSDs sind nicht nur schneller als Festplatten, sie verbrauchen auch deutlich weniger Energie. Da ist es kein Wunder, dass sich erste Branchenkenner wie Joseph Reger, Chief Technology Officer (CTO) bei Fujitsu Siemens Computers (FSC), bereits im Abgesang auf die Hard Disk üben. Geht es nach ihm, so sollen die SSDs in drei bis vier Jahren die handelsüblichen Festplatten aus den Rechenzentren verdrängt haben.

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Alles nur Fantasie? Weit gefehlt! Mit EMC hat einer der wichtigsten Player auf dem Storage-Markt bereits gewagt, eine erste High-End-Speicherlösung auf den Markt zu bringen, die Flash-SSD-Technik unterstützt. In der Symmetrix DMX 4 können neben Serial-ATA-Platten auch die chipbasierende Konkurrenten verbaut werden. Und auch Hersteller Transtec macht sich inzwischen daran, seine PCs und Server auf Wunsch mit SSDs auszustatten.

Freilich ist das Einsatzgebiet solcher High-Performance-Lösungen noch arg beschränkt. Bei Echtzeit-Transaktionssystemen für Börsenmakler sollen sich Flash-Produkte jedoch schon bald durchsetzen. Schließlich sind bei den dort gehandelten Milliardenbeträgen gewonnene Millisekunden an Zugriffszeit bares Geld wert. Zum Vergleich: Während Festplatten zwischen 3,5 und 14 Millisekunden benötigen, brauchen SSDs weniger als eine Millisekunde.

Optimistisch äußert sich hier Steve Duplessie, Senior Analyst der Enterprise Storage Group: „Wenn die Lösung in der Praxis transaktionsverarbeitender Shops genauso leistungsstark wie auf dem Papier ist, könnte sie eine der Killer-Technologien werden, die nur alle zehn bis 15 Jahre die Branche revolutionieren.”

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