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Grundlagenforschung für höhere Speicherdichten Forscher entwickeln molekularen Nanomagneten auf Basis von abgereichertem Uran

| Redakteur: Nico Litzel

An der University of Nottingham wurde auf Basis von abgereichertem Uran ein molekularer Nanomagnet entwickelt. Dieser hat das Potenzial, die Speicherkapazität von Festplatten künftig enorm zu steigern.

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Der molekulare Nanomagnet: Das Molekül enthält links und rechts jeweils ein Uranatom. Diese sind in der Mitte über ein Toluolmolekül miteinander verbunden.
Der molekulare Nanomagnet: Das Molekül enthält links und rechts jeweils ein Uranatom. Diese sind in der Mitte über ein Toluolmolekül miteinander verbunden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Dr. Steve Liddle von der University of Nottingham hat ein neues Molekül geschaffen, das zwei Uranatome enthält und sich bei niedrigen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt magnetisch verhält. Nach Universitätsangaben hat dieser sogenannte molekulare Nanomagnet das Potenzial, die Speicherdichte von Festplatten enorm zu steigern. Im Gespräch sind mehrere hundert- bis tausendmal höhere Speicherdichten im Vergleich zu heute verfügbaren Disks.

Liddle: „Diese Arbeit ist spannend, da sie einen neuen Weg aufzeigt, das Verhalten von molekularen Nanomagneten zu erzeugen. Zudem wirft sie ein wenig Licht auf das bisher nur wenig verstandene Uran-Phänomen. Sie könnte darüber hinaus den Weg zu wissenschaftlichen Fortschritten mit technisch leichter zugänglichen Metallen wie den Lanthaniden bereiten. Die Herausforderung besteht nun darin, zu sehen, ob wir größere Cluster erzeugen können, um so die Blocking-Temperatur zu verbessern, und ob wir das ganz allgemein anwenden können.“

Keine Uranfestplatten

Abgereichertes Uran könnte der der Schlüssel zu Liddles Erfolg sein. Allerdings wird das Material auch in der Waffentechnik verwendet und hat nicht zuletzt daher einen schlechten Ruf. Abgereichertes Uran ist ein Nebenprodukt, das bei der Urananreicherung entsteht. Für diese Variante gibt es keine Verwendung in kerntechnischen Anwendungen, da die radioaktive Komponente entfernt wurde. Liddle hat nun aufgezeigt, dass die Verknüpfung von mehr als einem Uranatom über ein überbrückendes Toluolmolekül ein Paradebeispiel für nanomagnetisches Verhalten ist.

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass künftige Festplattengenerationen Uran enthalten werden, so der Forscher. Vielmehr handele es sich bei diesem Projekt um einen Machbarkeitsbeweis und um Grundlagenforschung für künftige Anwendungen mit leichter verfügbaren Materialien, die auch bei Raumtemperatur funktionieren.

In einem kurzen Video erläutern Steve Liddle und ein Kollege Details zum „magnetischen Uran“ und dessen mögliche Auswirkungen auf die Festplattentechnik.

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