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Cloud Storage wird mit schnellen Carrier-Bandbreiten erst richtig schön Freie Fahrt für Daten ist eine teure Angelegenheit

Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Rainer Graefen

Braucht Cloud-Storage zehn Fahrspuren? Die Meinungen sind geteilt. Die Expertise für den Unternehmes-übergreifenden Einsatz von zehn Gigabit Ethernet gibt es vorerst nur im Rechenzentrum und bei wenigen Service-Providern.

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Frei Fahrt für die eigenen Daten gibt es nur zu hohen Kosten.
Frei Fahrt für die eigenen Daten gibt es nur zu hohen Kosten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Business-Anwender, die ihre Daten in einem Cloud-Rechenzentrum ablegen wollen, können schon heute eine schnelle Ethernet-Verbindung mit einer Transferrate von 10 Gbit/s buchen. Allerdings ist die Nachfrage derzeit noch gering, wie Marco Ribeiro, Fachbereichsleiter Network & Security Services Solutions bei der TDS AG, bestätigt.

Der IT-Dienstleister, der zum Fujitsu-Konzern gehört, hat sich vor allem als SAP-Spezialist einen Namen gemacht und bedient vorwiegend mittelständische Unternehmen. „Die meisten unserer Kunden benötigen eine Bandbreite von 2, 5, 10 oder 50 Mbit/s, wenige Anwender brauchen 100 Mbit/s und nur einer nutzt 1 Gbit/s“, beschreibt Ribeiro die Bandbreitenanforderungen der Kundschaft.

Bedarfsfeststellung ist auszutesten

Zudem gibt es keine Faustformel für die Berechnung der optimalen Bandbreite, mit der ein Unternehmen seine Daten an einen externen Dienstleister schicken soll. „Das wird ausgetestet, geprüft und anhand der Kundenanforderungen simuliert“, erklärt Ribeiro die Vorgehensweise.

Der Grund dafür ist einsichtig: Bandbreite kostet Geld, weswegen man sie so knapp wie eben möglich dimensioniert. Andererseits darf sie kein Nadelöhr bilden und den Datentransfer behindern.

TDS selbst nutzt intern aber bereits höhere Bandbreiten: Das neue Rechenzentrum des Dienstleisters in Neuenstadt kommuniziert mit zehn Gigabit pro Sekunde mit dem 15 Kilometer entfernten Hauptstandort in Neckarsulm.

Backbone und Inter Switch Links brauchen mehr Bandbreite

Auch Christian Illmer, Senior Director Application and Solution Management Enterprise bei Adva Optical Network, glaubt, dass die breiten Leitungen zuerst für die Kopplung von Rechenzentren genutzt werden.

„10-Gbit-Ethernet wird man über Glasfaser realisieren. Wenn das schon im Gebäude liegt, dann gibt es auch keine Probleme“, erwartet der Manager. In der Praxis, bei Leitungslängen bis zu 100 Meter, sind auch leistungsfähige Kupferkabel einsetzbar.

Der Glasfaserausrüster Adva stattet Telekoms mit Geräten für die optische Übertragungstechnik aus und die profitieren ganz besonders von der neuen Technik und auch vom Cloud-Computing. „Cloud-Computing ist für die Carrier gut, weil sie mehr Bandbreite und mehr Dienste verkaufen“, erklärt der Adva-Manager.

Cloud Computing treibt den Bandbreitenbedarf

Das bestätigt indirekt auch Colt, ein Carrier, der laut eigenen Angaben für die beiden Lösungen „LANLink“ und „Ethernet VPN“ Leitungen mit 10 Gbit/s bereit stellt. Angeblich bedient Colt bereits entsprechende Nachfragen, die vor allem aus der Finanz- und Medienbranche stammen. Wie viele Kunden Colt für die neue Technik schon gewinnen konnte war nicht zu erfahren.

Vom Cloud-Computing erwartet Adva-Manager Illmer den größten Nachfrageschub für 10-Gbit-Ethernet: dann nämlich, wenn es um Speicher-Clouds geht und Daten aus einem Fibre-Channel-Netz transferiert werden sollen. Wie auf Storage-Insider.de zu lesen, muss für den Versand der FC-Daten das Ethernet-Protokoll (FCoE) modifiziert werden.

Anders ausgedrückt handelt es sich bei FCoE um ein Protokoll, das TCP/IP- und FC-Traffic gleichrangig behandelt. Anders als beim iSCSI-Protokoll, dessen Datenblöcke in TCP/IP verpackt werden, läuft FC nativ über die Ethernet-Verbindungen.

Dazu muss aber die Ethernet-Technik zusätzliche Anforderungen erfüllen, beispielsweise die Trennung von LAN- und SAN-Daten oder die Sicherstellung, dass kein Datenpaket während des Transports verloren geht.

Derzeit entwickelt das IEEE-Komitee unter der Bezeichnung Data Center Bridging oder Converged Ethernet die notwendigen Standards, die es aber nur für 10-Gbit-Ethernet und höher geben wird.

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