Online-Umfrage zum Schwerpunkt Software Defined Storage - Stefan von Dreusche, Teil 8

Für den effizienten SDS-Einsatz braucht es Hersteller mit Software-Expertise

| Redakteur: Rainer Graefen

Stefan von Dreusche, Director Central Europe bei DataCore Software
Stefan von Dreusche, Director Central Europe bei DataCore Software (Bild: Datacore)

Schon vor mehr als zehn Jahren hatten Storage-Hersteller die Sorge, dass Speichersysteme, da allesamt mit denselben Speichermedien ausgestattet, "commodity" werden, also keinen eigenen Wert mehr haben. Erstaunlicherweise springen nun alle auf den SDS-Zug auf, der spezifische Kontrollerfunktionen hin zum Hypervisor bringt. Stefan von Dreusche warnt vor der Begeisterungswelle.

Was ist Software Defined Storage?

Software Defined Storage überträgt die Intelligenz, die in teurer, proprietärer Hardware lag, auf eine Hardware-übergreifende Software-Plattform, die im Idealfall herstellerunabhängig ist, selbst auf Standardhardware aufsetzt und Hardware-Generationen überlebt. Für Unternehmen bedeutet SDS größere Flexibilität, höhere Verfügbarkeit und Auslastung, und damit eine Kostensenkung im Rechenzentrum. Das ist nicht komplett neu, sondern genau der Ansatz, den wir seit 15 Jahren erfolgreich verfolgen.

Die Software-Steuerung gilt nicht als besonders leistungsfähig!

Diese Aussage kann man so nicht stehen lassen, im Gegenteil: Anwender setzen Sansymphony-V gezielt zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit ihres darunter liegenden Speichers ein und beschleunigen damit geschäftskritische Applikationen um bis zu 500 Prozent.

Datacore nutzt dafür Server-RAM, eigene Caching-Intelligenz und speicherseitig Auto-Tiering mit SSD neben unterschiedlichen anderen Disk-Technologien. Wir sorgen dafür, dass die richtigen Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Wo die Daten tatsächlich physisch liegen, ist für die Applikation uninteressant.

Was ist notwendig damit SDS über mehrere unterschiedliche Speichersysteme hinweg funktionieren kann?

Schlüsseltechnologie ist die hardware- und technikübergreifende Storage-Virtualisierung. Virtualisierungssoftware, wie sie bei Servern, Netzwerken, Applikationen und Desktops etabliert ist, ist bei Storage besonders interessant, da dieser Bereich weitgehend proprietär getrieben wird und damit einen hohen Kostenfaktor darstellt.

Virtualisierungslösungen von Hardwareherstellern sind meist ebenfalls proprietär ausgelegt auf genau diesen einen Hersteller und können somit nicht als SDS gelten.

Wird es SDS auch für Enterprise Speichersysteme von EMC, Hitachi, IBM oder Oracle geben?

Auch SDS benötigt hochwertige Hardware, aber es geht hauptsächlich darum, Hardwarelimitierungen aufzuheben und die Enterprise-Intelligenz auf Standardhardware mit entsprechender Software zu übertragen. Deshalb ist SDS wirtschaftlich sinnvoll.

Für Ihre Leser kann es verwirrend sein, dass etablierte Hardware-Anbieter auf den SDS-Zug aufspringen, um ihre Speicherlösungen zu vermarkten. Man sollte sich die Frage stellen, ob ein Hardware-Hersteller tatsächlich Software-defined-Lösungen anbieten kann bzw. ob das in seinem Interesse ist.

Bei uns ist die Storage-Virtualisierung perfekt aufgehoben. Sie ist unser Kerngeschäft, wir sind Spezialisten für Speichervirtualisierung und dementsprechend gut aufgestellt in Beratung, Planung und Durchführung unabhängig von irgendeinem Hersteller.

Was unterscheidet SDS von einem heterogenen Storage Pool?

Mit heterogenen Storage Pools ist der Kunde doch genau in der Falle, in der es keine interaktiven Möglichkeiten zwischen den einzelnen Pools gibt. SDS geht über eine Pooling-Funktion weit hinaus.

SDS ist eine integrierende Technologie- und Management-Plattform für Hochverfügbarkeit, Performance und Desaster Recovery und leistet einen transparenten Failover zwischen heterogener Hardware, integriertem Flash-Speicher und Auto-Tiering zwischen Speicherklassen, Replikation und Continuous Data Protection, Migrationen im laufenden Betrieb und vieles mehr.

Diese Software-Plattform lässt sich zudem viel schneller weiterentwickeln als Hardware, deren Storage-Controller schon kaum mehr aktuell sein können, wenn sie auf den Markt kommen.

Was könnte SDS besser machen als automated Storage Tiers?

Das Auto-Tiering wird in ein Speichergesamtkonzept integriert und erfolgt netzwerkweit und geräteübergreifend. Auch günstigere SSD-Karten und serverseitig verbauter Storage werden nutzbar für ein übergreifendes Kapazitäts-, Performance- und Kostenmanagement. Man kann also sagen, dass automated Storage-Tiering ein wichtiger Bestandteil des Software-defined Storage ist.

Müsste man nicht, noch vor SDS, ein einheitliches Datencontainer-Konzept umsetzen?

Wir gehen von einer Block-basierten Speichervirtualisierung als Basis für SDS aus. Darauf aufbauend können File-, Block- und Objektspeicherservices integriert werden und auch Datencontainer-Konzepte umgesetzt werden.

Bei SDS geht es zunächst nicht um die Strukturierung der Daten, das erfolgt eher auf der Ebene des Software-Defined Datacenters.

Kann man SDS auch ohne Software Defined Networking und Software Defined Computing betreiben?

Ja, viele unserer Kunden haben vor 10 Jahren so angefangen und die Flexibilität und Skalierbarkeit unseres SDS genutzt, um sie neuen Entwicklungen anzupassen.

Die Dynamik der Servervirtualisierung hat erheblich dazu beigetragen, dass Speicher-Services auf Basis der Virtualisierung mit der gesamten Infrastruktur und dem Rechenzentrum integriert genutzt werden. Die isolierten Storage-Konzepte oder Storage-Silos funktionieren heute nicht mehr.

Welchen Einfluss haben Vmware NSX und OpenStack auf SDS?

Konvergenz gibt es nicht nur auf Hardware-Ebene, inwieweit Storage-Dienste aber in die Betriebssystem-, Hypervisor- oder andere Software-Plattformen hineinwachsen, kann man nur schwer vorhersagen.

Hier stellt sich die Frage, inwieweit Storage-Funktionalität und Performance der Enterprise-Klasse umsetzbar ist. Wir sehen für uns mit der neunten Produktgeneration und der Expertise aus 10.000 Kundeninstallationen eine Produktreife für SDS, die ihresgleichen sucht.

Zudem bewegen wir uns fokussiert in unserem Feld der Expertise und hören nicht auf, unseren Ansatz kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Kann SDS auch Cloud-Storage miteinbeziehen?

Technisch ist das heute bereits umgesetzt. Der SDS-Plattform ist es letztlich egal, welche Hardware-Ressource sie im Hintergrund nutzt. Hier entscheiden einfach Kosten, Performance und Sicherheitsanforderungen.

Wir haben in Sansymphony-V ein Cloud Gateway integriert, um auch diesen Alternativpfad zu öffnen. Genutzt wird dies in der Regel jedoch eher zur Archivierung.

Warum sollte ausgerechnet SDS die Evolution von Storage-Services sein?

Wenn sich neben dem technologischen Ansatz auch das Bewusstsein ändert, bedeutet SDS einen Paradigmenwechsel: Statt alle Jahre Hardware auszutauschen und sich dabei auf Herstellerbindungen einzulassen, bedeutet Software-defined eine Standardisierung oder Commodisierung der Hardware. Software-defined Storage gibt dem Anwender die Entscheidungsfreiheit zurück.

Vor über zehn Jahren waren wir darin Innovatoren und heute profitieren wir gegenüber vielen Wettbewerbern von einem technologischen Vorsprung auf der Basis der Feld- und Praxiserfahrung. Dennoch ändern sich Kundenanforderungen permanent und verlangen kontinuierliche Weiterentwicklung.

Beim Software-defined Datacenter geht es darum, Storage effizienter in die virtuelle Infrastruktur zu integrieren und auf die Geschäftsprozesse abzustimmen. Das ist neu, eine Folge der Flexibilisierung durch die Software. Entscheidend ist deshalb, dass die rein Software-definierte Speichervirtualisierung sämtliche Leistungsmerkmale unabhängig von der Hardware geräteübergreifend zur Verfügung stellt.

Wir haben Kunden, die bereits vier oder fünf Storage-Hardware-Generationen unter unserer Software betreiben. Das bietet kurz- und langfristige Kostenvorteile und einen hohen Investitionsschutz.

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