Amazon Smartphone bestätige neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Markt für mobile Endgeräte

Für die Wachstumsregionen ist Apples Mobilsparte zu teuer

| Autor / Redakteur: Wolfgang Schwab / Rainer Graefen

Wolfgang Schwab
Wolfgang Schwab (Experton)

Der Allzweckwaffe Smartphone scheint bis auf Weiteres die Zukunft zu gehören. Eigentlich aber geht es um das "Verbrauchsmaterial" App. Billigste Software nimmt umgekehrt Einfluss auf die Hardware.

Der Markt für mobile Endgeräte ist traditionell unterteilt in Premium-Produkte, die sich immer stärker über die Software differenzieren, und kostengünstige Modelle, die über den Preis miteinander konkurrieren.

Jetzt kommt es zu einer Konvergenz der beiden Segmente, und es entsteht eine neue Kategorie, die von den großen Internet-Anbietern dominiert wird – kostengünstige Geräte, die aufgrund ihrer hochklassigen Inhalte und Apps den Anwendern und Herstellern gleichermaßen einen hohen Mehrwert liefern.

Der Kindle Fire von Amazon und jetzt Googles Nachbau Nexus 7 zeigen, wo es lang geht. Beide Anbieter liebäugeln auch mit dem Markt für Handsets, was wiederum Apple und Microsoft dazu bringt, auch zu reagieren und ihre Medien-Angebote verstärkt an den Mann zu bringen.

Samsung und Sony haben durchaus die Möglichkeit, sich dieser exklusiven Gruppe anzuschließen; andere Telefonhersteller, aber auch Internet-Akteure wie Facebook dürften allerdings so ihre Schwierigkeiten haben, die sehr hohen erforderlichen Geldmittel für entsprechende Investitionen aufzutreiben.

Der Markt für mobile Endgeräte wurde letztes Jahr auf den Kopf gestellt, und das traditionelle Handset dürfte, wie es den Anschein hat, bald ausgedient haben. Das liegt unter anderem auch daran, dass das Smartphone sich zu einer Art Mehrzweck-Computer entwickelt und eine Ära eingeläutet hat, in der die Nutzererfahrung und die Software noch mehr über Erfolg oder Misserfolg entscheiden als die Hardware.

Anbieter, die verstärkt auf Software setzen, haben im Zuge dieser Marktverschiebung die traditionellen Handset-Hersteller überflügelt. Einfach nur eine neue, überzeugende User-Erfahrung zu bieten, wird für Nokia, Motorola und RIM allerdings nicht ausreichen, um weiterhin am Ball zu bleiben.

Einstiegspreise sinken, um die Nutzer zu binden

Sie müssen sich an völlig neue wirtschaftliche Faktoren und Gegebenheiten anpassen; Gewinne werden in Zukunft mit Software und Inhalten erwirtschaftet, obwohl das Hardware-Design nach wie vor die größte Rolle in Bezug auf die Markenbekanntheit spielt.

Amazon, Microsoft und auch Google sind bereits auf den Endgeräte-Zug aufgesprungen und opfern die Profite, die mit den eigentlichen Endgeräten erwirtschaftet werden, um die Nutzer an ihre Inhaltsplattformen zu binden; da muss sogar Apple seine Annahmen darüber, wie mit Smartphones Gewinne erzielt werden können, neu überdenken.

Bislang hat Apple es meisterhaft verstanden, eine integrierte Smartphone/Software-Erfahrung zu liefern, und hat mit beiden Aspekten seine Umsätze und Gewinne in die Höhe getrieben.

Der Kindle Fire von Amazon hat dagegen dem Einzelhandel deutlich gezeigt, dass dies eine disruptive Technologie ist, die zu entsprechenden Umwälzungen im Markt führen wird, denn er hat gar nicht erst versucht, sich als wunderschönes Premium-Gerät aufzustellen.

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