Big Data hat seine große Zeit erst noch vor sich. Für IT-Entscheider ist Big Data eine zentrale Aufgabe

Autor / Redakteur: Carlo Velten / Ulrich Roderer

Bedingt durch das explosionsartige Wachstum der Datenmenge in den Unternehmen sind neue Wege zum Umgang mit den Daten essentiell. Was bezeichnet der Begriff Big Data, was vestehen IT-Entscheider darunter und wie wird Big Data die IT in den nächsten Jahren verändern? Darauf gibt die neue Studie von BT, erstellt von der Experton Group, eine Antwort.

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Die neue Big-Data-Studie von BT und Experton: Die Zukunft beginnt.
Die neue Big-Data-Studie von BT und Experton: Die Zukunft beginnt.

Seit einigen Jahren beginnt sich der Begriff Big Data innerhalb der Technologieszene zu etablieren. Junge Technologie-Start-Ups wie auch klassische IT-Anbieter nutzen den Begriff zur Beschreibung ihrer Lösungen. Big Data ist als Begriff zwar schon vielen Entscheidern bekannt. Allerdings besteht noch keine Einigkeit hinsichtlich der genauen Definition, und so deckt der Begriff derzeit noch ein breites Erwartungs- und Meinungsspektrum ab.

Immerhin beschäftigen sich mehr als die Hälfte der Unternehmen aktiv mit dem Thema, wenn auch nur acht Prozent Big Data-Lösungen schon in ihren Prozessen einsetzen und die Mehrheit sich noch in der Analyse- und Planungsphase befindet.

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Die Studie, die zu den ersten empirischen Befunden zum Thema Big Data in Deutschland zählt, hat deutlich gezeigt, dass sich das Thema noch in einem frühen Stadium befindet, auch wenn die IT-Entscheider dessen strategische Relevanz schon erkannt haben. Es lässt sich mit recht großer Sicherheit prognostizieren, dass Big Data seine große Zeit noch vor sich hat und das Zeitalter, in dem die Daten zum Produkt werden, gerade erst beginnt.

Big Data – Das Zeitalter der großen Zahlen

Mit diesem Ausspruch wird derzeit vielerorts versucht, die strategische Relevanz zu beschreiben, die den Datenbeständen von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zukünftig zukommt. In der Tat bietet die systematische Auswertung, Veredelung und Vermarktung der dynamisch wachsenden Datenmengen schier unvorstellbare Möglichkeiten zur Optimierung bestehender Prozesse oder auch zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle.

Cloud Computing, Mobility und Collaboration über VoIP, Web- und Videoconferencing treiben das Datenwachstum innerhalb der Unternehmen. So gehen die befragten Entscheider von einem Datenwachstum von 42 Prozent bis Ende 2014 aus. Auch die Auswirkungen auf die benötigten Bandbreitenkapazitäten zeichneten sich im Rahmen der Studie klar ab. Um 26 Prozent sollen die Bandbreiten ausgebaut werden – ein Teil der Befragten erwartet sogar einen Ausbau um bis zu 50 Prozent.

Die Auswirkungen der Datenexplosion im Unternehmen sehen die Entscheider fast gleichverteilt in allen Bereichen der IT- und Netzwerkinfrastruktur. Die Studie zeigt, dass nur integrierte Lösungs- und Infrastrukturansätze zielführend sein können. Einen positiven Beitrag erwarten die Entscheider primär durch die Optimierung der vertriebsnahen und kundenzentrierten Prozesse sowie in der Logistik. Genauere Kundeninformationen sowie bessere Planung der Vertriebsprozesse und Marketingkampagnen stehen im Vordergrund.

Neue Herausforderungen

Den positiven Erwartungen an Big Data stehen nicht unerhebliche Herausforderungen gegenüber. Dabei ist die mangelnde Unterstützung seitens des Managements als eher nachrangig zu betrachten. Im Vordergrund stehen die fehlenden Voraussetzungen auf der Infrastruktur-, Netzwerk- und Erfahrungsebene.

Die Herausforderungen und Bedenken der Entscheider in Bezug auf die unternehmensinterne Umsetzung von Big Data spiegeln sich wiederum in den Erwartungen an die Dienstleister und Lösungsanbieter. Diese sollen vorrangig ein hohes Maß an Erfahrung in der Analyse und Verarbeitung von großen Datenmengen erworben haben. Weiterhin werden Erfahrungen und Kompetenzen im Betrieb von Cloud Computing-Infrastrukturen sowie eine eigene, moderne Rechenzentrumsund Netzwerk-Infrastruktur eingefordert.

Explodierende Datenmengen

Durch das Zusammen fallen verschiedener Trends zeichnet sich ab, dass sich das Wachstum der globalen Datenmenge weiter beschleunigen und viele Unter nehmen vor ernsthafte Herausforderungen stellen wird. So werden durch die flächendeckende Verbreitung des Internets und dessen mobiler Nutzung auf Seiten der Privatanwender und der Unternehmen minütlich Milliarden Datenpunkte generiert. Das granulare Tracking eines jeden Klicks sorgt für explodierende Datenmengen, die wertvoll sein können, aber auch extreme Anforderungen an die Architektur und Performance der zugrundeliegenden IT- und Netzwerkinfrastrukturen stellen.

Im gleichen Atemzug sorgt das Social Web durch die Einbindung der einzelnen Nutzer als Content-Produzenten und -Distributoren für eine Verstärkung dieses Trends. Weiterhin werden über moderne SensorTechnologien immer mehr Produktionsgüter, Maschinen und Endgeräte vernetzt. Zieht man all diese Faktoren im Rahmen von Hochrechnungen zusammen und versucht, die globale Datenmenge zu prognostizieren, bewegt man sich schon heute im Bereich der „großen Zahlen“ der Exabytes bzw. Zettabytes.

Neue Geschäftsanforderungen

Es ergeben sich neue Anforderungen an die Architektur und den Betrieb der IT- und Netzwerkinfrastrukturen, um die extragroßen Datenmengen schnell, flexibel und kostengünstig zu verarbeiten. So ändern sich beispielsweise die Rahmenbedingungen für die Bereitstellung detaillierter Analysen für Marketing und Vertrieb.

Wurden früher nur wöchentlich oder monatlich bestimmte Kennzahlen im Data Warehouse ausgewertet, so müssen diese jetzt quasi „in Echtzeit“ zur Verfügung stehen und am besten noch Korrelationen mit externen Daten aus dem Internet ermöglichen. Es zeigt sich in der Praxis vermehrt, dass Big Data also nicht eine reine Fortschreibung der altbewährten Business Intelligence-Strategien darstellt, sondern neue Konzepte und Technologien notwendig macht.

Datenexplosion bewältigen

Im Hinblick auf das Wachstum der globalen Datenströme – im Gegensatz zum unternehmensinternen Datenwachstum – sehen die befragten Entscheider vor allem die mobile Internetnutzung, Cloud Computing sowie die internetbasierte Kommunikation via VoIP, Video, Chat und Unified Communications als zentrale Treiber.

Zudem sind die neuen Smartphones und Tablets vielfach Auslöser für die Nutzung von Cloud- Diensten und neuen IP-basierten Kommunikationsservices. Auch dem Social Media-Phänomen messen die Entscheider ein ähnlich hohes Gewicht als „Datenmultiplikator“ zu, sorgen doch diese Dienste für eine virale Verbreitung von Content über eine Vielzahl von Plattformen.

Beeinflusst von Erfahrungen der eigenen Internetnutzung, zählt für die Entscheider die Distribution von multimedialen Inhalten via Video ebenfalls zu den maßgeblichen Treibern des globalen Datenwachstums. Vergleicht man diese Aussagen mit den Einschätzungen zu den wichtigsten Treibern des unternehmensinternen Datenwachstums, so ergeben sich einige signifikante Unterschiede.

Die wichtigsten Treiber

Für 42 Prozent der IT-Entscheider stellt die zunehmende Nutzung von Cloud Computing den wichtigsten Treiber des unternehmensinternen Datenwachstums dar. So erweitern die Unternehmen beständig das Einsatzspektrum für Infrastructure-as-a-Service, Platform-asa- Service und speziell Software-as-a-Service.

Mit der Vielzahl an eingeführten Lösungen steigt auch die Anzahl der Nutzer. Zudem werden mittlerweile horizontale Lösungen eingeführt, die von allen Anwendern im Unternehmen und nicht nur von überschaubaren Nutzergruppen (wie der Personalabteilung) auf täglicher Basis genutzt werden (E-Mail, Teamrooms zum Beispiel). Je rund ein Drittel der befragten Entscheider sehen Collaboration (34 Prozent) und IP-basierte Kommunikation (30 Prozent) als elementare Treibe rdes unternehmensinternen Datenwachstums.

Internet-Anwendungen sorgen für Traffic

Fasst man die beiden eng mit einander verknüpften Bereiche zusammen, vereinen sie sogar die meisten Nennungen. Die Entscheider gehen also davon aus, dass die Nutzung von VoIP, Web Conferencing, File Sharing etc., den größten Einfluss auf die Ausweitung der unternehmensinternen Datenströme und IT-Infrastrukturkapazitäten hat.

Als erklärende Faktoren wurden die zunehmenden Dateigrößen und verstärkte Nutzung von Multimedia-Inhalten im Rahmen des File Sharing sowie die Nutzung von Video im Rahmen des Web Conferencings genannt. So forcieren immer mehr Unternehmen den Einsatz Web-basierter Conferencing- Systeme, um Reisezeiten zu minimieren und einen Beitrag zur konzernweiten Nachhaltigkeit zu leisten.

Die mobile Nutzung des Internets hat für die Entscheider nicht nur auf das globale Datenwachstum, sondern auch unternehmensintern entsprechende hohe Auswirkungen. Das mobile Datenwachstum im Unternehmen haben die Entscheider besonders fest im Blick, da für mobile Zugriffe immer noch höhere Kosten anfallen als beim stationären Zugriff über das Unternehmensnetzwerk. Zudem fallen zur Absicherung der mobilen Endgeräte und der mobilen Datenverbindungen weitere Kosten an.

Big Data und die Auswirkung auf die IT

Die Digitalisierung von Geschäftsmodellen (eCommerce, Online Advertisement) trägt für 32 Prozent der Entscheider ebenfalls maßgeblich zur wachsenden Datenmenge bei, die das Unternehmen zu verarbeiten und zu bewirtschaften hat. Erwartungsgemäß sehen nur wenige Entscheider die „Consumer-orientierten“ Trends und Anwendungen als relevant für das Daten-Management im eigenen Unternehmen an.

Online Gaming, Social Media und Video Streaming spielen daher eine untergeordnete Rolle. Interessanterweise scheint auch der Einsatz von Sensoren und Funktechnologien im Rahmen von Machine-to-Machine-Lösungen (M2M) bisher nur eine geringe Auswirkung auf die Datenmengen in den Unternehmen zu haben, was den Rückschluss zulässt, dass diese neuen Technologien noch nicht auf breiter Basis in die Prozesse der Unternehmen integriert wurden.

Insgesamt erwarten die befragten Unternehmen im Schnitt ein Datenwachstum vom 42 Prozent bis zum Ende des Jahres 2014. Dies wirkt sich auch auf den Bandbreitenbedarf aus, der bis zu diesem Zeitpunkt eine Steigerung von 26 Prozent erfahren haben soll. Das Datenwachstum hat aus Sicht der Befragten immense Auswirkungen auf die unternehmenseigene Infrastruktur.

Der erwartete Handlungsbedarf

Für zwei Drittel der Entscheider sind vornehmlich die Server- und Netzwerkinfrastruktur sowie Bandbreitenkapazität durch das Big Data-Phänomen betroffen. Auch erwarten drei Viertel der Entscheider auf Seiten ihrer Storage-Infrastrukturen einen großen Handlungsbedarf auf sich zukommen, während nur rund die Hälfte große Auswirkungen bei den Analyse- und Reportingsystemen auf sich zukommen sieht.

Es lässt sich somit konstatieren, dass die Herausforderungen des Datenwachstums zuerst auf der Infrastruktur-Seite gemeistert werden müssen, um danach im Rahmen der Analyse- und Reportingprozesse von Nutzen sein zu können. Die Ergebnisse sowie vereinzelte Aussagen der Befragten legen nahe, dass die Entscheider in den kommenden Jahren eine Welle neuer Technologien und Lösungen in diesen Bereichen erwarten. In vielen Fällen sind sich die Entscheider wohl bewusst, dass ihre heutigen Infrastrukturen den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen sind.

Big Data und Entscheider

Big Data befindet sich noch in einer frühen Marktphase und mit dem Begriff derzeit noch ein breites Meinungs- und Erwartungsspektrum verknüpft ist. Die höchste Zustimmung fand die Beschreibung, dass Big Data ein neues IT-Paradigma sei, welches durch das immense Datenwachstum hervorgerufen werde. Dies reflektiert einerseits den Kreis der Befragten, der sich primär aus IT-Entscheidern rekrutierte. Zudem wurde deutlich, dass die Entscheider die ersten Auswirkungen des Big Data- Trends in ihrem Wirkungs- und Verantwortungskreis erwarten.

Der Umsetzung von Big Data als neues Business-Paradigma zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle muss also eine entsprechende Neugestaltung der IT-Infrastrukturen vorangehen. In diesem Kontext ist auch die hohe Zustimmung zur Aussage zu verstehen, dass Big Data im Wesentlichen eine neue Generation von Datenbank- und Analytics-Technologien beschreibt. Dass viele IT-Entscheider der Großunternehmen auch über den Tellerrand hinaus schauen und ihre Funktion als Enabler für die einzelnen Fachbereiche im Unternehmen zunehmend ernst nehmen, zeigt sich in der relativ hohen Zustimmung für Big Data als neues Business- Phänomen, in dem die Daten selbst zum Produkt werden (34 Prozent hohe Zustimmung).

Knapp über die Hälfte der Unternehmen haben sich bereits mit Big Data für den Unternehmenseinsatz beschäftigt. Zusätzlich plant ein weiteres Viertel der Befragten, sich zukünftig mit dem Thema zu beschäftigen. Derjenige Teil der Unternehmen, die sich bereits mit Big Data beschäftigten, konzentriert sich aktuell noch auf die Analyse, Planung und Strategiebildung. Es existieren nur wenige Unternehmen, bei denen das Thema bereits ein fester Bestandteil der internen Prozesse und der Wertschöpfungskette ist.

Datenauswertung

Die Gründe, sich mit Big Data im Unternehmen zu beschäftigen, sind für die Entscheider sehr vielschichtig. Neben der Verfügbarkeit neuer, innovativer Analyse- und Datenbanktechnologien steht die unausweichliche Zunahme des unternehmensinternen Datenwachstums im Vordergrund. So hoffen viele Entscheider mittels der neuen Technologien, wie zum Beispiel No-SQL-Datenbanken oder dem Open Source Processing- und Analyse-Framework Hadoop, die wachsenden Datenmengen schneller und kostengünstiger verarbeiten, analysieren und aufbereiten zu können.

Vielfach steht die Beschäftigung mit dem Thema Big Data auch in einem direkten Zusammenhang mit unternehmensweiten Strategien zur Verbesserung der Datenqualität bzw. eines einheitlichen Daten-Managements. Fast ebenso häufig wird Big Data im Rahmen des Aufbaus neuer Storage-Architekturen im Unternehmen eingeführt, um beispielsweise Analysen in Echtzeit zu ermöglichen.

So wird evident, dass Big Data vielfach „durch die Hintertür“ ins Unternehmen Einzug hält und die jeweiligen Initiativen und Investitionen nicht immer den Namen Big Data tragen müssen. Die Chance, Big Data durch die Einführung nutzerfreundlicher Analyse- und Reporting-Tools auf breitere Füße zu stellen und auch Nutzer aus Fachabteilungen so an das Thema heranzuführen, steht nur für rund 10 Prozent der Entscheider im Vordergrund.

Big Data unter fremder Flagge

Demgegenüber sehen jeweils mehr als ein Viertel der Entscheider die kostengünstigen und flexiblen Angebote zum Processing der Daten durch Cloud Computing. Dazu kommt die Chance zur Auswertung von Kundenmeinungen im Social Web als Auslöser für die Beschäftigung mit Big Data im eigenen Unternehmen.

Zwischen den befragten mittelständischen (500-999 Mitarbeiter) und den Großunternehmen (ab 1.000 Mitarbeiter) ergaben sich hinsichtlich der Beweggründe für die Initiierung eigener Big Data-Initiativen einige Unterschiede. Während die Mittelständler eher ihren Nachholbedarf bei der Erfüllung gesetzlicher Standards verkleinern und die unternehmensweite Datenqualität verbessern wollen, steht für die Großunternehmen primär die Verfügbarkeit neuer Technologien und das Thema Social Media Monitoring hinter den gestarteten

Big Data-Aktivitäten

Insbesondere kunden- und vertriebsnahe Prozesse sollen in den Unternehmen durch die Umsetzung von Big Data-Strategien bzw. den Einsatz entsprechender Technologien beschleunigt und optimiert werden. So erhoffen sich die Unternehmen Qualitätssprünge hinsichtlich der verwertbaren Kundeninformationen. Die Entscheider gehen davon aus, dass mittels Big Data einerseits neue Informationen über das Verhalten generiert sowie verschiedene Datenquellen einfacher kombiniert und ausgewertet werden können.

Zudem sollen Marktpotenziale und Business Cases auf Grundlage strukturierter, großer und gut visualisierter Informationsbestände besser einschätzbar werden. Auch gehen die Entscheider davon aus, dass aufbauend auf dieser neuen Informationsgrundlage eine bessere Steuerung der Vertriebsprozesse und Marketingkampagnen möglich wird oder sich gegebenenfalls sogar weitere Vertriebs- und Servicewege erschließen lassen.

Über ein Drittel der Befragten (37 Prozent) geht zudem von positiven Auswirkungen in Form von Kosteneinsparungen auf die Logistikprozesse des eigenen Unternehmens aus. Demgegenüber erwartet nur ein Fünftel der Entscheider (21 Prozent) höhere Renditen aufgrund einer optimierten Preisgestaltung.

Wer profitiert wie von Big-Data-Auswertungen?

Auch die Vorteile einer schnelleren Reaktionsfähigkeit im Rahmen der Wettbewerbsstrategie sehen nur 19 Prozent als relevante und positive Auswirkungen ihrer Big Data-Initiativen. Innerhalb dieser Frage erwarten insbesondere die Großunternehmen eine Optimierung ihrer Vertriebs- und Marketingprozesse sowie Kosteneinsparungen auf der Logistikseite. Mittelständische Unternehmen hingegen erhoffen sich Vorteile durch Big Data primär im Bereich zielgenauerer Kundeninformationen.

Auch hier zeigt sich, dass die vertriebsnahen Funktionen und Prozesse am meisten von Big Data profitieren werden. Im gleichen Kontext sind die Erwartungen zu nennen, über Big Data auch die Wettbewerbsanalyse, Preisgestaltung und das Marketing- bzw. Kampagnen-Management zu optimieren.

Zwar geht auch nahezu die Hälfte der Entscheider davon aus, mittels Big Data zukünftig verschiedene Bereiche der Unternehmenssteuerung (Controlling, Budgetierung, Mitarbeiterauslastung) optimieren zu können. Demgegenüber scheinen die Bereiche Fraud Detection und Risikoanalyse nur einen geringeren Stellenwert zu haben.

Erwartungen an die Dienstleister und Lösungsanbieter

Diese sollen vorrangig ein hohes Maß an Erfahrung in der Analyse und Verarbeitung von großen Datenmengen erworben haben. Weiterhin werden Erfahrungen und Kompetenzen im Betrieb von Cloud Computing- Infrastrukturen eingefordert, um Big Data-Workloads effizient und flexibel betreiben zu können.

Zudem legt die Hälfte der Entscheider Wert auf eine eigene, moderne Rechenzentrums- und Netzwerk-Infrastruktur auf Seiten der Anbieter. Dies erklärt sich vor dem Hintergrund, dass die Unternehmen ihre Big Data-Initiativen vornehmlich an ihren Kernprozessen ausrichten und somit hohe Anforderungen an die Performance, Ausfallsicherheit und Stabilität der zugrundeliegenden Infrastruktur stellen.

Der Autor:

Dr. Carlo Velten ist Senior Advisor bei der Experton Group.

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