Realitätscheck Wiederherstellung

Für kalkulierbares Disaster Recovery fehlen Plandaten

| Autor / Redakteur: Christoph Kurth / Rainer Graefen

Die richtige Backup-Strategie kann in einem Notfall entscheindent sein.
Die richtige Backup-Strategie kann in einem Notfall entscheindent sein. (Bild: StorageCraft)

Kennzahlen spielen in vielen Unternehmensbereichen eine wichtige Rolle und geben Auskunft über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Beim Disaster Recovery versucht man seit einiger Zeit mit den Parametern RTO und RPO Aussagen über die Wirkung ungeplanter Betriebsunterbrechungen zu formulieren. Nun soll der Parameter RTA mehr Realitätsbezug sicherstellen.

Doch bislang spiegelten die beiden Parameter nur den Wunsch nach schneller Wiederaufnahme der Betriebsabläufe und den vermutlichen Datenverlust in Form des zeitlichen Abstands von der letzten Datensicherung bis zum Beginn des Disasters wider. Mit dem Parameter RTA versucht die Backup-Industrie nun den Realitätscheck einzuführen.

Es gibt nun drei primäre Kennzahlen, mit denen Unternehmen ihre Disaster-Revovery-Prozesse (DR) steuern können.

Die Widerherstellungszeit (Recovery Time Objective, RTO) legt fest, wie schnell die IT-Systeme wiederhergestellt werden müssen, bevor irreparabler Schaden entsteht. Standort und Ressourcenzuweisung spielen hier eine große Rolle.

In einem „Cold-Site“ Szenario kommt ein alternativer Standort ins Spiel. Hier steht eine Basisinfrastruktur zur Verfügung. Daten und Personal müssen erst in diese Einrichtung übertragen, Lizenzen erworben und Software installiert werden, bevor die Wiederherstellung beginnen kann. Die RTO kann sich hier auf mehrere Tage belaufen.

Anders verhält es sich bei der „Hot-Site“. Hier ist der Recovery-Standort bereits eingerichtet und einsatzbereit. Die Daten sind bereits verfügbar und die Systeme können in Betrieb genommen werden. Je nach Größe des Backups beläuft sich die RTO bei Hot-Sites auf wenige Minuten.

Wiederherstellungspunkt (Recovery Time Objective, RPO): Mit dieser Kennzahl bestimmt man die maximale Datenmenge, die in einem Katastrophenszenario verlorengehen kann. Die RPO basiert auf der Häufigkeit, mit der Backups durchgeführt werden und wird wie die RTO in Zeiteinheiten gemessen.

Ein Unternehmen, dass beispielsweise auf eine RPO nahe Null abzielt, müsste permanent Daten an ein hochskalierbares Wiederherstellungsziel wie die Cloud hochladen. Dafür sind nicht nur viele Ressourcen notwendig, sondern auch die Kapazitäten um den Netzwerkverkehr zu bewältigen, ohne dabei das Kerngeschäft zu beeinträchtigen.

Tatsächliche Wiederherstellungszeit (Recovery Time Actual, RTA): Die Zeit, die tatsächlich für die Wiederherstellung von IT-Systemen benötigt wird, findet sich in der Kennzahl RTA wieder. Diese kann z. B. über Notfall- oder Wiederherstellungsübungen ermittelt werden. Zudem zeigt das Ermitteln dieser Zeit dem Unternehmen auf, ob die RTO erfüllbar ist oder ob zusätzliche Strategien oder Ressourcen notwendig sind.

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