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Kommentar: Neue Flash basierende Speicher-Klasse beschleunigt Applikationen und Datenbanken Fusion-IO vereinfacht Speicher-Infrastruktur mit PCIe-Steckkarte

| Autor / Redakteur: Kevin Platz / Rainer Graefen

Hersteller von Enterprise-SSD-Technik suchen nach der unverwechselbaren Marknische. Der eine benutzt die SSD als Cache für logische Laufwerke, der nächste SSDs als Festplatte. Fusion-IO macht aus seiner Flash-Speicherkarte gleich eine Main Memory Disk.

Kevin Platz, Managing Director EMEA bei Fusion-IO
Kevin Platz, Managing Director EMEA bei Fusion-IO
( Archiv: Vogel Business Media )

Wer heute Applikation beschleunigen möchte, muss in Festplatten, Arbeitsspeicher, Server und Arbeitskraft investieren. Hierdurch geraten bereits ineffiziente Systeme noch mehr aus dem Gleichgewicht.

Diese physikalische und organisatorische Schieflage lässt sich auch mit SSD Festplatten nicht beheben, selbst wenn es „nur“ darum geht, Applikationen, Server und Systeme zu beschleunigen, weil sie lediglich traditionelle Festplattentechnologie „imitieren“. Im besten Fall ist zu hoffen, dass sich die Geschwindigkeit bis zum Interface erhöht.

Selbst andere PCIe-basierende SSD-Lösungen, die auf den ersten Blick den Steckadaptern von Fusion-IO ähnlich sehen, sind de facto nichts anderes als SATA, SAS oder Fibre Channel SSDs ohne Gehäuse, die man direkt an den RAID Controller angeschlossen hat.

Trotz gewisser Ähnlichkeiten unterliegen sie den gleichen Limitierungen und sind ebenso ineffizient wie existierende Disk-Infrastrukturen.

NAND-Flash agiert bei Fusion-IO als Hauptspeicher-Festplatte

Im Gegensatz zu SSD’s ist die von Fusion-IO entwickelte Technologie wesentlich mehr als nur die Verbesserung der Performance bis zum Interface. Die Technologie nennt sich ioMemory und ist anders aufgebaut als die klassische Solid-State-Technik. Anstatt zu agieren wie eine Festplatte wird der NAND-Flash hier wie Memory angesprochen und dem Betriebssystem dennoch als Festplatte präsentiert.

Das verringert die Komplexität von Speicher-Infrastrukturen, wodurch wiederum Context-Switching, deep Queuing und I/O Storms eliminiert werden. Das Resultat ist ein Produkt von Fusion-IO, welches die Geschwindigkeit von Applikationen deutlich steigert und eine signifikant bessere Performance als SSD-basierte RAID Systeme liefert.

Aufgrund der höheren Performance meinen viele, das Fusion-IO nur ein Nischenprodukt für extrem I/O intensive Umgebungen ist. Und in der Tat können die Produkte in solchen Umgebungen eingesetzt werden. Der häufigste Einsatzzweck ist aber der gleiche, aus dem Kunden Virtualisierungssoftware einsetzen: Um mehr aus der vorhandenen Hardware heraus zu holen.

Aber dort wo Virtualisierung auf Applikationen mit niedrigen Anforderungen begrenzt war, können nun auch I/O intensive Applikationen auf virtuellen Servern laufen.

Answers.com antwortet schneller

So hat zum Beispiel die meist frequentierte Q&A Seite im Internet, Anwers.com, den Server-Footprint um 75 Prozent senken können – und dies bei gleichzeitiger Verbesserung der Antwortzeiten um 900 Prozent. Dan Marriot, Director of Production Operations bei Answers.com, sagt: „Der Mehrwert dieser Karten ist gewaltig.

Durch die Reduzierung der Server von zwanzig auf fünf, können wir die Anschaffungskosten pro Cluster um die Kosten von etwa zehn Servern senken. Außerdem schaffen wir so Platz für weiteres Wachstum im Rechenzentrum. Wichtig ist natürlich auch, dass die OPEX meiner Datenbanken um 75 Prozent gesenkt wurden“.

Während es sich bei Fusion-IO zunächst „nur“ um den schnellsten nicht-flüchtigen Speicher handelt, ist der wahre Mehrwert sein Einsatzzweck: Serverkonsolidierung, Einsparung von Energie, Kühlung, Floorspace und Kosten. Und dies bei gleichzeitig drastischem Performancegewinn.

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