Interview mit Robert C. Woolery zu Nexsans AutoMAID

„Get green with speed”

Seite: 3/5

Firmen zum Thema

Das ist schon klar. Aber inwiefern verbraucht der Kopf Energie, wenn er über die Platte fliegt?

Woolery: Damit der Schreib-Lesekopf schweben kann, braucht man eine Luftströmung und eine ausreichende Geschwindigkeit. Das macht bei einer Disk in etwa 20 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus. Auch ich wusste das nicht, bis ich mit Ingenieuren gesprochen habe. Das ist wie bei einem Flugzeug: Genügend Luft muss über die Tragflächen streichen, man muss also mit den großen Triebwerken ausreichend Geschwindigkeit aufbauen, um abheben zu können. Bei Festplatten macht das 20 Prozent des Gesamtverbrauchs aus.

Wenn man den Kopf nun parkt, kann das System die Energieaufnahme verringern, da man keinen Luftstrom mehr braucht. Aber was sich Anwender nun fragen: Was passiert, wenn auf die Festplatte zugegriffen wird? Der erste Befehl führt den Kopf wieder zurück auf die Platte, wo er nach den angeforderten Informationen sucht. Das geschieht in weniger als einer Sekunde.

Und wie ist die Verzögerung bei weiteren Zugriffen?

Woolery: Alle weiteren Zugriffe werden wieder in voller Geschwindigkeit ausgeführt und Anwender können wie gewohnt auf Daten zugreifen. Das verursacht nur eine sehr geringe Verzögerung, mit der die meisten Anwendungen sehr gut zurechtkommen. OLTP-Datenbanken, die beispielsweise mit Bankautomaten zusammenarbeiten, haben damit ihre Probleme. Aber das ist nicht unser Markt. Wir adressieren Festdaten in Speichersystemen.

Ihre Werbung wendet sich an Anwender, die Daten von ihren Tier-1-Systemen migrieren wollen?

Woolery: Ja. Auf einer EMC Symmetrix, Hitachis Lightning und auf Tape: Hier findet man heute eine Menge Fixed Content. Jemand hat also Festdaten, die er von diesen Systemen auf unsere verlagern möchte, bei denen er aber nicht auf die Zugriffsgeschwindigkeit von Disks verzichten will. Von daher ist eine Verzögerung von unter einer Sekunde akzeptabel für die meisten Anwendungen.

Sie haben von mehreren Stufen gesprochen. Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, den Stromverbrauch einer Disk zu reduzieren?

Woolery: Bei der zweiten Stufe verringern wir die RPM, also die Umdrehungszahl der Festplatte, auf 4.000 Umdrehungen pro Minute. Das reduziert den Energieverbrauch um 40 Prozent. Wenn nun eine I/O-Anfrage diese Festplatte erreicht, dann dauert die Antwort etwa 15 Sekunden. Alle weiteren werden wieder mit maximaler Geschwindigkeit abgearbeitet.

Weiter mit: So funktioniert Stufe 2 im Detail

(ID:2017931)