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Zwei unterschiedliche Dateivirtualisierungstechniken Globaler Namensraum, Dateivirtualisierung und Migration von Dateien

| Redakteur: Ulrich Roderer

Dateivirtualisierung ist noch eine relativ neue Disziplin. Dabei kommen zwei unterschiedliche Architekturen zum Einsatz, die Virtualisierung außerhalb der Datenleitung (Out-of-Band) und innerhalb der Datenleitung (In-Band). Brocade verschmilzt beide.

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StorageX nutzt einen logischen globalen Namensraum
StorageX nutzt einen logischen globalen Namensraum
( Archiv: Vogel Business Media )

In-Band Filevirtualisierung hat den Vorteil, dass sie allen Filern im Netz ein einheitliches Interface bietet und damit dass Management von Dateimigrationen erleichtert. Sie ermöglicht fortgeschrittene Funktionen wie Load Balancing, Snapshots und die Migration von geöffneten Dateien, die in der Ouf-of-Band-Technologie nicht möglich sind. Mit In-Band-Appliances wie beispielsweise von Acopia lassen sich Filer und NAS-Systeme zu einem einheitlichen Storage-Pool logisch zusammenfassen. Allerdings können In-Band-Appliances, über die der gesamte Datenverkehr laufen muss, zu einem Flaschenhals werden, wenn sie nicht richtig dimensioniert sind.

Appliances mit Out-of-Band Dateivirtualisierung dagegen lasen sich meist ohne Änderung der Infrastruktur sofort einsetzen, benötigen aber eigene Agenten auf den Fileservern oder müssen in den In-Band-Modus wechseln, um Dateien migrieren zu können. Ihr großer Vorteil ist ein globaler, übergreifender Namensraum, der eine nahezu unbegrenzte Skalierung ermöglicht. Da es sich um eine verteilte Architektur handelt, entsteht kein Engpass durch eine einzige Appliance wie beim In-Band-Modell, durch die der ganze Datenverkehr hindurch geht.

Brocades Storage X

In der ersten Phase gab es Anbieter, die entweder die eine oder andere Technik anboten. Brocade startete mit StorageX, einer Lösung zur Dateivirtualisierung, die Ouf-of-Band arbeitet. StorageX ermöglicht es, verschiedene Dateispeicher über mehrere, heterogene Speichersysteme (DAS, Server Attached SAN oder NAS) unterschiedlicher Hersteller hinweg zu einem einzigen Speicherpool zusammenzuführen.

Mit der File Management Engine (FEM) hat der Hersteller daraufhin sein Portfolio um eine In-Band-Lösung ergänzt.

Brocade hat StorageX 2006 durch die Übernahme einer Firma ins Portfolio aufgenommen. Der Windows-Clientserver erkennt einen globalen Namensraum von StorageX über Distributed-File-System-Client (DFS), der im Windows Betriebssystem enthalten ist. Bei Linux- und Unix-Systemen sorgt StorageX für ein Update des Network Information Service (NIS). Der Windows-Server greift auf Dateien zu, indem er erst den StorageX-Global-Namespace-Server kontaktiert, der ihm die physische Lage der angeforderten Dateien mitteilt. Der Server greift mit diesen Informationen dann direkt auf die Dateien zu.

„Wir entschieden uns damals dagegen, ein proprietäres Dateisystem zu entwickeln, sondern wählten das Distributed-File-System-Client (DFS) von Microsoft, weil die meisten Dateien auf Windows-Servern gehalten werden“, sagt Marco De Luca, Principal Solution Architect, EMEA bei Brocade. Damals war DFS noch nicht wirklich unternehmensfähig, es fehlte die Skalierbarkeit, die erst mit dem Windows Server 2008 ganz realisiert ist, DFS erreichte allerdings schon mit dem Windows Server 2003 eine Skalierbarkeit, die auch einen größeren Unternehmenseinsatz ermöglichte, wenn auch über Umwege. „Wir haben Kunden, die auch mit DFS eine kaskadierte, mehere Hundert Server umfassende Infrastruktur aufgebaut haben“, berichtet De Luca.

StorageX nutzt den Global Namespace (GNS), einen logischer Abstraktionslayer, der das Dateisystem von der zugrunde liegenden Speicherarchitektur virtualisiert. Die Lösung basiert auf einer verteilten Client/Server-Architektur, in deren Zentrum der StorageX-Server als Schnittstelle zwischen Client und dem Speichersystem steht. Er sorgt für die Umsetzung einer logischen Speicheradresse, wenn beispielsweise ein Anwender eine Datei aufruft, auf die physikalische. Diese verteilte Architektur ermöglicht auch die einfache Skalierung je nach Bedarf.

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