Herausragende Konzepte für eine grüne Informationstechnik gesucht

GreenIT Best Practice Award 2011 – jetzt geht`s los!

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Aber: Hier fehlt der Wille

Andreas Zilch, Lead Advisor der Experton Group: „Anwender sollten genau beobachten, welchen Stellenwert Nachhaltigkeit bei den eigenen Unternehmenszielen hat. In vielen Fällen wird man beobachten, dass dieses Ziel in letzter Zeit neu hinzugekommen ist oder stark an Bedeutung gewonnen hat. IT trägt zum Gesamt-Energieverbrauch des Unternehmens (branchenabhängig!) einen signifikanten Anteil bei. Diesen zu quantifizieren und zu berichten – aus interner Infrastruktur und externen Services – bleibt oft ein unlösbares Problem. Dies ist schon mittelfristig nicht mehr akzeptabel.“ (Archiv: Vogel Business Media)

In anderen Fällen – Hosting in größeren Rechenzentren, Dynamic/Utility/OnDemand Services in virtualisierten und shared Umgebungen sowie Cloud Services – haben die Dienstleister, nach Erkenntnis der Experton Group, aktuell weder den Willen, noch die technischen Möglichkeiten, den Kunden den konkreten Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß der genutzten Services nachhaltig zu berichten.

„Welche Werte werden also bei Nachhaltigkeitsberichten – besonders bei IT-Energie-intensiven Branchen/Unternehmen – in die Berichte übernommen, insbesondere auch dann, wenn es um die Darstellung von Zeitreihen zur Entwicklung geht?“ fragen sie.

Dies bleibe, unter Berücksichtigung der oben dargestellten Umstände, zumeist das Geheimnis der Autoren – in großen Versicherungsunternehmen, zum Beispiel einer vorstandsnahen Stabs-Abteilung mit 40 Mitarbeitern. Hier zwinge sich der Verdacht auf, dass in diesen Bereichen weder die Tragweite, noch die Herausforderung des IT-Energieverbrauchs tatsächlich erkannt worden sei.

Branchenunterschiede

„Was sind Nachhaltigkeitsberichte in IT-Energie-intensiven Branchen, mit relativ hohem Outsourcing-Anteil ohne solide Betrachtung der IT-relevanten Parameter, also wert?“ so die Analysten. „Das kann sich jeder Analyst/Marktbeobachter mit gesundem Menschenverstand ohne Probleme selbst beantworten.“

Die Konsequenz werde, sobald diese Defizite öffentlich sind, die vehemente Forderung der Unternehmen sein, von ihren IT-Dienstleistern die entsprechenden Kennzahlen zu bekommen. Sie würden in den meisten Fällen auf verständnislose und überforderte Lieferanten treffen.

Die Experton Group bittet Unternehmen, die die Informationen zum Energieverbrauch in ihrem Nachhaltigkeitsbericht darstellen oder sogar von ihrem Service-Provider eine Art „CO2-Bilanz“ seiner IT-Services erhalten, sich bei den Analysten zu melden. „Wir wären an diesen positiven Fallbeispielen außerordentlich interessiert“, heißt es.

Wer will Vorbild sein?

Wer darüber hinaus Beispielhaftes zur Green IT darstellen kann, ist beim Wettbewerb GreenIT Best Practice Award 2011 richtig. Dieser wird vom Netzwerk „GreenIT-BB“ gemeinsam mit Partnern ausgeschrieben und steht unter der Schirmherrschaft der IT-Beauftragten der Bundesregierung, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe.

Friedhelm Barczik, Senior Advisor der Experton Group: „Es entsteht manchmal der Eindruck, das Thema GreenIT sei „tot“ – das Gegenteil ist aber der Fall. Allerdings haben sich die Wertesysteme verschoben und insbesondere auch die IT-Anbieter sind aufgefordert, diesen neuen Anforderungen zu begegnen.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Wettbewerb und Kongress finden in Kooperation mit den Netzwerken CIO Colloquium und CIO-Circle sowie der Green IT Allianz des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) statt. Medienpartner sind DataCenter-Insider, Computerwoche, Facility Management und Facunda Green.

Der Award wird in drei Kategorien verliehen:

  • 1. „Energieeffiziente IT-Systeme“,
  • 2. „Einsatz von IT-Systemen zur Optimierung von Prozessen – Green durch IT“ –Beispiele hierfür sind der Einsatz intelligenter Energiemessgeräte (Smart Metering) oder der Aufbau intelligenter Strom- und Verkehrsnetze (Smart Grid)
  • 3. „Visionäre Gesamtkonzepte (System- und Geschäftsprozessgestaltung)“

Ein Schwerpunkt des Wettbewerbs liegt auf dem energieeffizienten Betrieb von Rechenzentren und IKT-Infrastrukturen. Einsendeschluss ist der 30. Juli 2011.

Green ist wirtschaftlich

Ziel des Wettbewerbs ist es, die Verbreitung grüner IT zu fördern und die Entwicklung neuer Technologien anzuregen. Thomas Leitert, CEO der Time Kontor AG und Initiator des Netzwerks GreenIT-BB sagt: „Green-IT wird besonders in größeren Unternehmen seit Jahren umgesetzt. Wir wollen den besten Ansätzen ein Forum bieten und zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine gesellschaftliche Verpflichtung ist, sondern sich für Unternehmen auch wirtschaftlich rechnet.“

Premiere hatte der Preis im vergangenen Jahr. Laut Schirmherrin Cornelia Rogall-Grothe war es ein Erfolg: „Die große Zahl der eingereichten Projektvorschläge sowie die vielen herausragenden Ideen und Ansätze sind nachdrücklicher Beweis dafür, dass Green-IT ein großes Zukunftspotential in Deutschland besitzt.“

Die Bewertung der Einsendungen in diesem Jahr übernimmt eine Expertenjury unter Vorsitz von Hans-Joachim Popp, CIO beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Weitere Juroren sind etwa Rudolf Herlitze, CIO beim Bundesumweltministerium, Thomas Schott, CIO bei der Rehau AG sowie Jürgen Sturm, CIO bei der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH. Die Preisverleihung findet Anfang November im Rahmen der eineinhalbtägigen Green-IT-Konferenz in Berlin statt.

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