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Live Migration virtueller Maschinen und virtuelle Desktops als Dreingabe Hanse-Vision jongliert mit virtuellen Systemen im Live-Betrieb

Redakteur: Ulrike Ostler

Mit dem Umstieg auf „Microsoft Windows Server 2008 R2“ kann der Hamburger IT-Dienstleister Hanse-Vision jetzt virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb auf andere physische Server verschieben. Das bedeutet mehr Dynamik und eine höhere Verfügbarkeit der eigenen IT-Systeme. Mit den „System Center“-Tools von Microsoft lässt sich zudem sparen – unter anderem Strom.

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Lorenz Goebel, Geschäftsführer der HanseVision GmbH: „Wir können eine virtuelle Maschine in Echtzeit auf einen Host übertragen, der noch Ressourcen übrig hat.“
Lorenz Goebel, Geschäftsführer der HanseVision GmbH: „Wir können eine virtuelle Maschine in Echtzeit auf einen Host übertragen, der noch Ressourcen übrig hat.“
( Archiv: Vogel Business Media )

„Wir können eine virtuelle Maschine in Echtzeit auf einen Host übertragen, der noch Ressourcen übrig hat. Das macht das System im Notfall sicherer und spart unterm Strich Stromkosten.“ Lorenz Goebel, Geschäftsführer, HanseVision GmbH

Der Hamburger IT-Dienstleister Hanse-Vision zeigt seinen Kunden, wie sie mit einer leistungsfähigen IT ihre Produktivität steigern und Kosten senken können. Um die Verfügbarkeit seiner eigenen IT-Systeme zu maximieren, beschloss HanseVision, seine bestehende Virtualisierungsplattform „Hyper V“ von Microsoft auszubauen.

Gesucht war eine Möglichkeit, virtuelle Server während der Laufzeit auf einen anderen Hyper-V-Knoten zu verschieben, also „Live Migration“. Das sollte helfen, noch ein Ziel zu verwirklichen: Der Dienstleister wollte Wartungsarbeiten auch am laufenden System ausführen können.

Lorenz Goebel, Geschäftsführer der Hanse-Vision GmbH erläutert: „Bislang mussten wir das System dafür abschalten. Daher konnten wir die Server oft erst nach Feierabend oder am Wochenende warten, um den Betrieb nicht zu stören.“

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Außerdem wollte das Unternehmen mit dem Ausbau der Virtualisierung seine Systeme flexibler auslasten und damit Energiekosten sparen können. Gefragt waren zudem Überwachungs-Tools, die Ressourcen-Verteilung und Schwachpunkte frühzeitig aufzeigen können.

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Ummodeln bei laufendem Betrieb

Mehr Dynamik in der Virtualisierung und trotzdem wissen, was sich wo befindet, ist eine Herausforderung. HanseVision fühlt sich im Microsoft-Universum gut aufgehoben. (Archiv: Vogel Business Media)

Das Release 2 des Microsoft Windows Server 2008 bietet Live Migration, also das Verschieben einer virtuellen Maschine zwischen zwei Virtualisierungs-Host-Servern im laufenden Betrieb. Das war die Funktion, die Hanse-Vision benötigte.

Daher aktualisierte das Unternehmen seine Virtualisierungsplattform „Lenovo Think Server“ der „RD“-Serie die entsprechende Enterprise Edition.

Lars Henkel, Regional Leader Think Server kennt den Kunden Hanse Vision. Er versichert, dass Lenovo die Think Server so gut wie möglich auf Virtualisierung abstimmen wird. Ausgestattet mit Intel-Xeon-Prozessoren, böten diese die nötigen Leistungsreserven und die Zuverlässigkeit für einen Server-Setrieb. Zudem liefere Lenovo kostenfrei und auf die Anzahl der Server unlimitierte Softwaremodule wie „Easy-Update“ und „EasyManage“ mit.

Nach Angaben von Geschäftsführer Goebel funktionierte das Upgrade auf den neuen Server in zwei Stunden. Die Vorbereitung lief allerdings über zwei Wochen. Der Effekt: „Der Nutzer merkt gar nicht, dass die virtuelle Maschine auf einen anderen physischen Rechner verschoben wurde“, so Goebel.

Zentraler Speicherplatz für alle virtuellen Maschinen

Voraussetzung für die Live Migration ist ein NAS&iSCSI Storage Server von Transtec als zentraler Speicherplatz für die virtuellen Maschinen. Dieses Shared Storage basiert auf „Windows Storage Server 2008“ von Microsoft und ist mittels iSCSI an die Virtualisierungsplattform angebunden. Der Speicher-Server ist ein spezielles Betriebssystem für Speichersysteme und soll für einen besonders performanten Datenzugriff sorgen.

Der Shared Server benötigt dank der „Single-Instance-Storage“-Technik weniger Speicherplatz: Identische Dateien werden nur einmal physisch gespeichert. Es gibt nur noch eine Instanz, auf die verwiesen wird und Kopien entfallen.

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System Center für die Verwaltung

Microsoft System Center hält Informationen über die Auslastung physischer und virtueller Server bereit. (Archiv: Vogel Business Media)

Für die Verwaltung der Clients und Server setzt Hanse-Vision Microsoft „System Center“ ein. Dieses besteht aus mehreren Tools. Bei Hanse-Vision sind „Virtual Machine Manager 2008 R2“, „Operations Manager 2007 R2“ sowie „Data Protection Manager 2007“ im Einsatz.

So werden mit Hilfe des „Virtual Machine Manager 2008 R2“ die Rollen und Berechtigungskonzepte sowie die Images für unterschiedliche Betriebssysteme von zentraler Stelle aus administriert. Eine einheitliche Oberfläche erlaubt es, physische und virtuelle Maschinen einzurichten, zu überwachen und auf anderen Datenträgern zu sichern.

Für Wartungsarbeiten kann das Modul beliebige Hyper-V-Knoten in den Maintenance-Mode versetzen: Dabei verschiebt das Tool alle virtuellen Maschinen auf die übrigen Knoten und sorgt dafür, dass während der Arbeiten keine neuen virtuellen Maschinen auf dem Server gestartet werden. Daher müssen die Mitarbeiter ihre Tätigkeit während der Wartung nicht unterbrechen.

Auslastung und Sicherung

Mit Hilfe des Operations Manager 2007 R2 hingegen überwacht Hanse-Vision auf einer separaten virtuellen Maschine sämtliche Systeme. Das umfasst Temperatur, Netzteil und Erreichbarkeit sowie CPU- und RAM-Auslastung oder Festplattenplatz. Das erlaubt nicht nur Einsichten in die Server-Auslastung, sondern beugt unter Umständen einem Server-Ausfall vor.

Ebenfalls auf einem virtuellen Server läuft das Back-up-Modul Data Protection Manager 2007. Damit sichert der IT-Dienstleister relevante Daten zentral, sei es vom „Active Directory“, von „Exchange“-, „SQL“-, „Sharepoint“- oder Datei-Servern und virtuellen Maschinen.

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Desktop-Virtualisierung an Bord

Lorenz Goebel, Geschäftsführer der HanseVision GmbH „Live Migration macht das System im Notfall sicherer und spart unterm Strich Stromkosten.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Neben der Live Migration virtueller Maschinen bietet der Windows Server 2008 R2 auch Möglichkeiten zur Desktop-Virtualisierung – und zwar mit Bordmitteln, „ohne dass Hanse Vision Anwendungen von Dritten zukaufen muss“, äußert sich Goebel zufrieden.

Bislang konnten die Nutzer über die Terminaldienste von Windows Server 2008 nur den Desktop des Servers oder einzelne Applikationen aufrufen, die auf dem Server installiert waren. Mit den „Remote Desktop Services“ (RDS) des Servers kann Hanse-Vision eine „Virtual Desktop Infrastructure“ (VDI) umsetzen.

Auch komplette Client-Desktops, etwa mit Windows XP oder Windows 7, lassen sich zentral und virtuell zur Verfügung stellen. Jeder Nutzer erhält dann von seinem Client einen persönlichen virtuellen Desktop und kann ihn unabhängig vom Standort nutzen.

Geschäftsführer Goebel freut es: „Das spart gerade in der Buchhaltung und in der Orga, wo wir keine mobilen Clients einsetzen, erheblich Kosten, reduziert den Verwaltungsaufwand und beschleunigte auch unseren Umstieg auf Windows 7, den wir inzwischen komplett abgeschlossen haben.“

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Zusammen mit Microsoft System Center-Tools kann Hanse-Vision seine Systeme flexibler auslasten. Durch die Funktion Live ist es beispielsweise möglich ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen, Lüfter oder Festplatten eines Servers auszutauschen, die Leistung mindern.

Zudem lassen sich die Systeme besser und flexibler auslasten. „Wir können eine virtuelle Maschine im laufenden Betrieb auf einen Host übertragen, der noch Ressourcen übrig hat“, so Goebel. „Das spart unter dem Strich Stromkosten.“

Der Stromspareffekt wird noch verstärkt durch Stromsparfunktionen wie „Core-Parking“ im Windows Server 2008 R2. Damit lassen sich Prozessorkerne in Multicore-CPUs abschalten. Administratoren haben zudem die Option, die Energieeinstellungen von Windows 7-Clients zentral über Gruppenrichtlinien vorzunehmen.

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Doch die Dynamik in der Virtualisierung spart nicht nur Strom, sie hat auch das Potenzial, die Leistung zu steigern. Das gelte etwa für den virtualisierten SQL Server als Datenbank für die Finanzbuchhaltung. Hanse-Vision-Geschäftsführer Goebel setzt hinzu: „Unser Exchange-Mailsystem, die Website und Sharepoint laufen eindeutig schneller.“

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