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Kooperation im Storage-Markt HDS will mit Bluearc mehr NAS-Kunden gewinnen

Autor / Redakteur: Thomas Böcker / Alev Uslu

Vor knapp einem Monat kündigten Hitachi Data Systems (HDS) und die Bluearc Corporation an, den Markt für hochperformante NAS-Systeme künftig gemeinsam aufrollen zu wollen. Inzwischen wurden weitere Details über das Produkt bekannt, mit dem dies gelingen soll.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Hitachi High Performance NAS Platform ist streng genommen ein „umgetaufter“ NAS-Server aus der Bluearc BaureiheTitan-2000, dem HDS einige wichtige Managementfunktionen zur besseren Zusammenarbeit mit den eigenen Enterprise-Speichersystemen beigelegt hat. Die Kombination soll künftig das Flaggschiff für alle Produkte werden, die Hitachi unter dem Label „Application Optimized Storage“ verkauft.

Die harten Fakten

Die jetzt vorgestellten, hardwarebeschleunigten Netzwerkspeicher zeichnen sich nach Herstellerangaben durch einen extrem hohen Datendurchsatz von 800 MByte bei 200.000 Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde aus. Möglich werden solche Werte durch eine massiv parallel arbeitende Architektur des Bluearc-Dateiservers, der die klassischen „Flaschenhälse“ aus Controller und Bus-Interface vermeidet.

Zu diesem Zweck unterteilt Bluearc das Gerät in drei verschiedene Subsysteme, die sich die anfallenden Aufgaben teilen:

  • Das Network Interface Module sorgt für die Datenübertragung ins LAN per TCP/IP und UDP.
  • Die File System Modules A und B verwalten die DateisystemeCIFS, NFS, NDMP, iSCSI und FTP sowie das darunter liegende Silicon File System.
  • Das Storage Interface Module schließlich überträgt die Daten per Fibre Channel aus einem Sector Cache an die Festplattenlaufwerke (wahlweise mit ein, zwei oder vier GBit/s).

Da jedes Subsystem über einen eigenen Prozessor und Arbeitsspeicher verfügt, fallen mit der sonst üblichen Aufteilung dieser Ressourcen verbundenen Leistungseinbußen weg.

Hardwarebasiert ist auch das ebenfalls von Bluearc entwickelte, in speziellen Logikchips angelegte Dateisystem Silicon FS, das vor allem auf Skalierbarkeit ausgelegt ist und eine Speicherkapazität von maximal 512 Terabyte unterstützt. Dabei finden in jedem Verzeichnis maximal vier Millionen Dateien Platz. Der Anschluss neuer bzw. die Konsolidierung vorhandener Storage-Arrays soll so jederzeit und ohne Downtime möglich sein. Administratoren können zudem so genannte Virtual Volumes anlegen, das sind logische Partitionen, die sich dynamisch an die aktuellen Speicheranforderungen anpassen.

Optimierte Software

Schon in dieser Basisversion bringt das System zahlreiche fortgeschrittene Management-Optionen wie z.B. synchrone und asynchrone Replikation und Datenspiegelung sowohl auf Block- als auch auf Dateiebene und Sicherheitsfunktionen wie beispielsweise einen im Hintergrund laufenden Virenscanner mit.

Zwei zusätzliche Features qualifizieren es für den Einsatz in komplexen Speicherumgebungen: der NAS Data Migrator und das Hierarchical Storage Management. Beide erlauben eine automatische Verwaltung der Daten anhand vorgegebener Policies.

Darüber hinaus lassen sich die Speicheranforderungen zahlreicher verschiedenartiger Applikationen (u.a. Datenbanken, E-Mail, File-Sharing, Archivierung unstrukturierter Daten, aber auch DNA-Reihenanalysen oder das Rendering von Spezialeffekten beim Film) mit einer einzigen Lösung abdecken. Ebenfalls adressiert wird der bislang wenig erschlossene Bereich des High Performance Computing.

Mit der speziellen Architektur und Funktionspalette verfügt die Hitachi High-Performance NAS Platform über wichtige Alleinstellungsmerkmale im von EMC und IBM/Network Appliance beherrschten NAS-Markt.

Portfolio-Erweiterung

Storage-Experten im weltgrößten IT-Markt USA begrüßen die Kooperation denn auch als sinnvolle Erweiterung des HDS-Portfolios: Nach Ansicht von Tony Asaro, Senior Analyst der Enterprise Strategy Group, musste das Unternehmen sein bisheriges Brot- und Butter-Geschäft mit „normalen“ NAS-Filern dringend ergänzen, um der überlegenen Konkurrenz etwas entgegensetzen zu können.

Und Dianne McAdam von der Clipper Group meint, dass das neue System die bisher verfügbaren Virtualisierungslösungen Universal Storage Platform (USP) und Network Storage Controller (NCS55), die ausschließlich blockbasiert arbeiten, nahezu perfekt ergänzt. Nun habe HDS erstmals eine solide Chance, nach Jahren wenig fruchtbringender Anstrengungen mit eigenen Produkten oder der kurzzeitigen Kooperation mit Netapp einen Fuß in dem wachstumsstarken NAS-Markt zu stellen, lautet das übereinstimmende Urteil.

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