Jetzt bekommt Phase Change Memory Anschubhilfe

HGST kündigt Flash Fabric an

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Prinzipdarstellung einer PCM-Speicherzelle. Der pilzförmige Kopf kann abhängig von der Spannung in diskreten Interwallen wachsen und derzeit bis zu 3 Bit speichern.
Prinzipdarstellung einer PCM-Speicherzelle. Der pilzförmige Kopf kann abhängig von der Spannung in diskreten Interwallen wachsen und derzeit bis zu 3 Bit speichern. (IBM)

So richtig traut die WD-Tochter HGST ihrem neuesten Spitzenprodukt noch nicht zu, dass es die Speicherwelt allein durch die technische Spezifikation für es gewinnt. Vier Diskussionsrunden mit Spitzenkräften wie Zvonimir Bandic auf dem Flash-Summit in Santa Clara sollen die Kritiker überzeugen.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. HGST kündigt auf dem Flash Memory Summit 2015, der aktuell (vom 11. bis 13. August) im Santa Clara Convention Center stattfindet, eine In-Memory Flash Fabric an.

Die zweite Überraschung besteht darin, dass sich HGST für eine Flash-Fabric-Lösung auf Basis von Phase-Change-Memory (PCM) entschieden hat.

Ultrafast NVM SSDs

Im Prinzip glauben wir beim Storage-Insider zwar immer noch, dass der Markt noch nicht reif ist für eine noch schnellere Flash-Lösung, die bei 1.000 bis 10.000 Nanosekunden arbeitet. EMC beispielsweise bietet mit XtremIO ein Flash-System mit deduplizierten Speicherkapazitäten bis zu 120 TByte an. 900.000 IOPS und Latenzzeiten unter einer Millisekunde, wären demnach auf der technischen Seite zu unterbieten.

Schon auf dem letzten Flash-Summit zeigte die WD-Tochter eine SSD mit PCM-Chips. Damals allerdings nur mit geringen Kapazitäten, allerdings schon mit einem verbesserten Kommunikations-Protokoll, um die Geschwindigkeiten über den PCIe-Bus schleusen zu können.

Die Zugriffszeiten waren und werden nicht im einstelligen Nanosekundenbereich liegen wie bei DRAM-Speichermodulen. Im letzten Jahr wurde jedoch schon für das eigenen Produkt mit drei Millionen IOPS und Zugriffszeiten im einstelligen Mikrosekundenbereich geworben. Die Speicherparameter wären damit um den Faktor 100 besser als bei konkurrierenden Spitzenprodukten mit NAND-Flash.

Jetzt dürfte man das "NVMe"-Protokoll so "aufgebohrt" haben, dass sich viele SSDs respektive Flash-Module in einer Fabric zusammenschalten lassen, um durch die gemeinsame Nutzung vieler Anwender und Anwendungen die Kosten zu verteilen. Die Fabric wurde von Mellanox entwickelt wurde und transferiert die Daten über RDMA (Remote Direct Memory Access)und Infiniband-Schnittstellen direkt in den Speicherbereich. Der PCM-Zugriff soll in naher Zukunft auf Converged Ethernet ausgeweitet werden, würde dann also auch iSCSI unterstützen.

Angesichts der erwartbaren Menge an Schreibzugriffen in einer gesharten Anwendungsumgebung wird deutlich, dass als Speichermedium nur eine langlebige Halbleiter-Speicherzelle zum Einsatz kommen kann. OB PCM das letzte Wort sein wird für die nichtflüchtige Datenhaltung in der Fabric ist unwahrscheinlich. Derzeit ist diese Technik allerdings auf einsetzbaren Produktionslevel und HGST kann mit ihr die Machbarkeit von In-Memory Computing nachweisen.

Noch ist die Pressemeldung von HGST zum neuen Flash-Produkt sehr kryptisch. Sie zeigt allerdings schon jetzt, dass das Unternehmen sich nicht auf die Objektspeicherung mit hochkapazitiven Festplatten wie im SA7000 zurückziehen will. Der Festplattenhersteller will sein Geschäft auf alle zukünftigen Speicherszenarien ausdehnen und neben der aktiven Archivierung auch beim High-Speed-Datenzugriff mitmischen.

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