Festplatte für die Bereiche Enterprise und Cloud Computing

HGST: Mehr Speicherplatz und weniger Kosten dank Helium

| Redakteur: Heidemarie Schuster

HTGS adressiert mit den Helium-HDD-Plattformen in erster Linie Enterprise- und Cloud-Kunden.
HTGS adressiert mit den Helium-HDD-Plattformen in erster Linie Enterprise- und Cloud-Kunden.

Seit sechs Jahren forscht HGST an Festplatten-Gehäusen, die mit Helium gefüllt sind. Im Laufe des Jahres 2013 sollen die ersten Laufwerke mit dem Gas auf den Markt kommen und viele Vorteile mit sich bringen.

HGST, ein Tochterunternehmen von Western Digital, hat eine heliumgefüllte Festplatten-Plattform angekündigt. Dank dem Gas sollen die Kapazität erhöht und der TCO (Total Cost of Ownership) reduziert werden. HGST adressiert mit der Plattform Enterprise- und Cloud-Kunden. Manfred Berger, Strategy and Product Planning Cloud & Mobility EMEA bei HGST, erklärte aber im Interview mit IT-BUSINESS, dass die Festplatten auch für Privatnutzer auf den Markt kommen könnten.

Vorteile mit Helium

Da Helium nur ein Siebtel der Dichte von Luft hat, soll diese Eigenschaft für die versiegelte Festplatten-Plattform große Vorteile bringen.

Die geringere Dichte bedeutet nämlich, dass geringere Strömungseffekte auftreten, denen die rotierenden Plattenstapel ausgesetzt sind, wodurch auch weniger mechanische Kraft auf den Motor wirkt. Die niedrigere Dichte bringt zudem laut HGST eine erhebliche Reduzierung der Strömungskräfte, die die Platten und die Trägerarme, mit denen die Köpfe über den Datenspuren positioniert werden, zum Vibrieren bringen. Das erlaubt eine engere Anordnung der Platten und somit mehr Platten in einem Gehäuse. Auch ein näheres Zusammenrücken der Datenspuren ist so möglich, wodurch eine weitere Hochskalierung der Datendichte ermöglicht wird.

Das Helium soll auch den den Energieverbrauch des Laufwerks um 23 Prozent reduzieren. Wenn man die Extrakapazität durch zwei zusätzliche Platten einrechne, würde die Verbesserung bei den Watt-pro-Terabyte 45 Prozent betragen, so der Hersteller. Neben seinen Energiespareigenschaften soll das Laufwerk vier Grad kühler im Betrieb sein und erfordert damit weniger Kühlung im Systemrack und im Rechenzentrum.

Technische Details

Berger verriet, dass derzeit die Kapazität pro Platter bei 800 Gigabyte liegt. Bis zum Marktstart soll diese noch weiter erhöht werden. Mit Aussagen darüber, wieviel Speicherplatz pro Platter angestrebt werden, hält sich HGST noch bedeckt. Insgesamt sollen sieben Platter in ein 3,5-Zoll-Gehäuse mit Standardbauhöhe passen.

„Die Befestigungs-Methoden sind weitestgehend, bis auf zwei Gewinde auf der Unterseite, identisch mit aktuellen Festplatten. Wir mussten die Gewinde verschieben, um genügend Platz zu haben für den Plattenstapel. Wir wissen zwar, dass die Meisten die Platten nicht von unten anschrauben, dennoch sind die Gewinde im Standard definiert und deshalb musste dieser geändert werden“, so Berger.

Was die Schnittstellen betrifft sollen SATA und SAS angeboten werden.

„Die Vorteile des HDD-Betriebs mit einer Heliumfüllung sind seit Langem bekannt. Springender Punkt ist das Produkt- und Prozessdesign, mit dem das Helium im Rahmen der Massenproduktion kostengünstig im HDD-Gehäuse versiegelt wird“, sagt Steve Campbell, Chief Technology Officer bei HGST. „Wir freuen uns über die Einführung dieser Plattform, die einmal mehr die Technologieführerschaft von HGST demonstriert und das Ergebnis sechsjähriger Entwicklungsarbeiten in den Bereichen Materialwissenschaft, Maschinenbau und Prozesstechnologie ist. Dank dem großen Einsatz unserer Forschungs- und Technik-Teams sind unsere ersten Pilotprodukte jetzt betriebsbereit. Damit kann HGST diese Technologie als Erster auf den Markt bringen.“

Voraussichtlicher Marktstart

Der Name für die HDD-Plattform steht derzeit noch nicht fest, auch der genaue Marktstart ist noch unklar. Voraussichtlich werden die ersten Produkte ab Mitte 2013 erscheinen.

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