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Core-Switch HP A10500, IPS HP TippingPoint S6100N, HP IMC 5, Access Points HP E-MSM460 und HP E-MSM466 HP attackiert Cisco mit FlexNetwork-Architektur

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit dem FlexNetwork will Hewlett-Packard eine einheitliche Architektur für Netzwerke in Rechenzentren, Campus-Anwendungen und Filialen anbieten – und die Marktposition des Mitbewerbers Cisco erschüttern. Zum Angebot gehören der Core-Switch HP A10500, Wireless Access Points, das IPS HP TippingPoint S6100N sowie die Verwaltungslösung HP IMC 5.

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HP präsentiert den Core-Switch A10500 mit visuellem Understatement und brachialen Performance-Vergleichen.
HP präsentiert den Core-Switch A10500 mit visuellem Understatement und brachialen Performance-Vergleichen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Hewlett-Packard (HP) hat die FlexNetwork-Architektur vorgestellt. Das Design soll separate Infrastrukturen für unterschiedliche Netzwerkanforderungen von Rechenzentrum, Campus oder Filiale zusammenfassen. An Stelle komplexer und unflexibler Silos verspricht der Anbieter Modularisierung, konsistente Netzwerk-Protokolle und ein einheitliches Mangement.

Das FlexNetwork besteht aus verschiedenen Bausteinen. FlexFabric steht für Rechenzentrumslösungen für konvergierte Netzwerke, Rechen- und Speicherressourcen. Hierzu zählen auch Funktionen für Fibre Channel, Ethernet oder iSCSI. HP will mit FlexFabric gleichermaßen physische und virtualisierte Systeme bedienen. Zu FlexCampus gehören Produkte für den drahtlosen oder drahtgebundenen Zugriff auf Netzwerke größerer Firmenstandorte. FlexBranch richtet sich schließlich an Anwendungen in Filialen. Hierzu gehört beispielsweise das HP Branch Office Networking für WAN-Anwendungen. Die Verwaltungsebene fasst HP unter dem Begriff FlexManagement zusammen.

Netzwerkhardware für den Campus

Jetzt vorgestellte Produkte sollen das Portfolio für HPs FlexNetwork erweitern. Dazu gehören der Core-Switch HP A10500, ein für Multimedia-Inhalte optimiertes System. Das Gerät unterstützt das HP Resilient Framework. Damit lassen sich zwei Core-Switches zu einem virtuellen System mit 208 10GbE-Ports zusammenschließen. Der HP A10500 ist zudem für 40GbE/100GbE-Anwendungen vorbereitet und erlaubt 2-Tier-Architekturen. Intern nutzt das System die so genannte Clos-Architektur. Die soll für hohe Durchsätze und geringe Latenzen sorgen.

Zudem kündigt HP leistungsfähige Steckkarten für die Switches HP E5400 und E8200 an. Für den drahtlosen Zugriff auf Campus-Netzen sollen schließlich die WirelessAccess Points HP E-MSM460 und HP E-MSM466 sorgen. Die Dual-Radio-Systeme liefern bis zu 450 Mbps pro Kanal.

Sicherheit und Verwaltung

Für mehr Sicherheit in virtuellen wie physischen Umgebungen soll ein jetzt vorgestelltes Intrusion Prevention System sorgen. Die HP TippingPoint S6100N IPS Appliance bietet 60 Prozent mehr Leistung als das Vorläufersystem und kann bis zu 16 Gbps in Echtzeit überwachen.

Zudem hat HP die Verwaltungslösung Intelligent Management Center (IMC) überarbeitet. Das aktuell verfügbare HP IMC Version 5 verwaltet über 2.600 Netzwerkgeräte von mehr als 35 Herstellern und bietet Topologie-Pläne, User Management und Traffic-Analyse. Zu den Neuerungen zählen eine rollenbasiert anpassbare Oberfläche sowie die Verwaltung virtueller Systeme.

Angriff auf Cisco

HP lässt keinen Zweifel daran, auf wen man es mit den jetzt vorgestellten Produkten abgesehen hat: Bei jeder Gelegenheit vergleicht der Anbieter die eigenen Produkte mit denen des Mitbewerbers Cisco. So erreiche der Core-Switch HP A10500 Latenzzeiten von drei Mikrosekunden – ein Wert der 75 Prozent unter dem von Ciscos Catalyst 6509 liege. Mit 128 möglichen 10GbE-Ports übertreffe ein einzelner HP A10500 den Catalyst 6509 um den Faktor 2,7.

Die Wireless Access Points HP E-MSM460 und E-MSM466 sollen zudem 50 Prozent mehr Videoströme durchreichen als die Cisco-Systeme 1140 und 3500. Das Intrusion Prevention System HP TippingPoint S6100N IPS vergleicht HP mit der Cisco-Lösung 4270. Ergebnis: Doppelte Leistung, ein Drittel geringere Energieaufnahme und deutlich mehr entdeckte Schwachstellen; im Vergleichszeitraum will HP 309 Schwachstellen gefunden haben, während Cisco lediglich eine aufdeckte.

Migrationspfade

Konsequenterweise bietet HP Migrationspfade auf die eigene FlexNetwork-Architektur an. Einen Fuß hofft der Anbieter bereits mit der vom akquirierten Anbieter 3Com entwickelten Managementlösung IMC in die Tür potentieller Kunden zu setzen. Aufgrund des herstellerübergreifenden Designs eignet sich das Werkzeug auch zur Verwaltung heterogener Netzwerkumgebungen.

Zusätzlich verweist der Anbieter auf die HP Technology Services. Diese sollen Anwendern beispielsweise helfen, von proprietären Netzwerkprotokollen auf standardisierte Routingverfahren zu wechseln. Exemplarisch verweist HP auf eine mögliche Umstellung von Ciscos EIGRP (Enhanced Interior GatewayRoutingProtocol) auf OSPF (Open Shortest Path First) v2 und v3.

Preise und Verfügbarkeit

Der HP A10500 Campus Core Switch soll in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen und ab 48.000 US-Dollar kosten. Das HP Intelligent Management Center 5.0 ist bereits jetzt für 6.995 US-Dollar verfügbar. Auch die HP TippingPoint S6100N Appliance ist schon zu haben; Preise nennt HP auf Nachfrage.

(ID:2051406)