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Mega-Übernahme des Outsourcing-Spezialisten geplant HP kauft EDS

| Redakteur: Philipp Ilsemann

Hewlett-Packard plant die Übernahme des Dienstleistungs-Unternehmens EDS. Für 13,9 Milliarden US-Dollar soll der amerikanische Outsourcingspezialist das Service-Geschäft von HP stärken. Mit EDS als neuer Business Group will HP künftig IT-Services-Marktführer IBM Paroli bieten.

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HP-Chef Mark Hurd freut sich über den Kauf von EDS.
HP-Chef Mark Hurd freut sich über den Kauf von EDS.
( Archiv: Vogel Business Media )

EDS wird schon bald einen neuen Besitzer haben. Wie das Outsourcing-Unternehmen heute bekanntgab, will Hewlett-Packard (HP) die Texaner für 13,9 Milliarden US-Dollar übernehmen. EDS-Aktionäre, die wie auch die Kartellbehörden der Akquisition noch zustimmen müssen, sollen demnach 25 Dollar je Anteilsschein erhalten.

In der zweiten Jahreshälfte soll die Übernahme abgeschlossen sein. Dann wird EDS als neue Business Group von HP firmieren. Ihre Leitung soll dem bisherigen EDS-Chef Ronald A. Rittenmeyer obliegen, der die künftige HP-Sparte vom bestehenden EDS-Firmensitz in Plano (Texas) aus lenken wird.

Mit der Übernahme will HP sein Service-Geschäft deutlich ausbauen. „Aus der Fusion von HP und EDS wird eine führende Kraft im weltweiten IT-Services-Markt”, ist HP-CEO Mark Hurd überzeugt. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete sein Unternehmen 19,7 Milliarden US-Dollar mit Dienstleistungen, was etwa 19 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Gemeinsam mit dem Outsourcer EDS, der 2007 rund 22,1 Milliarden Dollar einnahm, kann der Service-Umsatz mehr als verdoppelt werden. Das fusionierte Unternehmen wäre damit die klare Nummer zwei im IT-Services-Markt.

Konkurrenz für IBM

Somit entsteht ein ernsthafter Gegenpart zu Platzhirsch IBM. „Big Blue” ist längst zur Service-Company geworden und macht derzeit 54 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Dienstleistungen. Das sind fast 55 Prozent des Konzernumsatzes.

Die Analysten von Ovum stehen dem Deal prinzipiell positiv gegenüber. „Obwohl HP gezeigt hat, dass man große globale Outsourcing-Verträge stemmen kann, ist man in einigen Marktsegmenten weit von der Kundenbasis einer EDS entfernt, besonders bei Government-Verträgen”, erklären Phil Codling, John Madden und Tom Kucharvy. Durch den Kauf könnte HP vor allem für seine Software- und System-Management-Produkte neue Vertriebswege finden.

Die Marktanalysten von IDC bewerten die Übernahme ebenfalls positiv: Beide Firmen, so die Analysten, seien Weltmarktführer im Bereich Desktop- und Netzwerkmanagement. Zudem haben beide Firmen in den vergangenen Jahren viel Know-how rund um SAP-Lösungen aufgebaut.

Die Analysten warnen

Die wichtigste Voraussetzung sei jedoch ein guter Integrationsplan, der Probleme wie bei der Fusion mit Compaq vor sechs Jahren ausschließt. So müsse HP vor allem dafür sorgen, dass wichtige EDS-Mitarbeiter gehalten werden, um einen „Brain Drain” zu verhindern, warnt Ovum. „Auf dem Papier sieht eine HP-EDS-Fusion machbar aus, aber in der Praxis könnte sie sich als alles andere als das herausstellen”, warnen die Analysten.

Bereits im Jahr 2000 hat Hewlett-Packard versucht, seine Dienstleistungssparte durch die Übernahme der Consultingfirma PricewaterhouseCoopers (PWC) zu stärken. Allerdings hat HP die Pläne wieder aufgegeben, da der Kaufpreis in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar dem Unternehmen damals zu hoch war. Drei Jahre später gelang es Mitbewerber IBM, die Consultingsparte von PWC für nur 3,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen.

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