Die Konkurrenz aus der Substanz heraus bestreiten

HPs Strategie und Kämpfe

| Autor / Redakteur: Luis Praxmarer / Rainer Graefen

Luis Praxmarer, Experton
Luis Praxmarer, Experton (Experton Group)

HP, der vor kurzem noch größte IT-Konzern der Welt, ist bekanntlich angeschlagen. Wenn HP-Chefin Meg Whitman alle Register der Führungskunst zieht, könnte das Unternehmen überleben und wieder auf Wachstumskurs gehen, formuliert unser Autor optimistisch.

Im letzten Monat sorgte HP-Chefin Meg Whitman bei den Finanzanalysten für Enttäuschung. Wie sie bekanntgab, verläuft die Neuausrichtung des Unternehmens zwar nach Plan, wird aber erst im Jahr 2016 abgeschlossen sein; in der Zwischenzeit werden die Gewinne sinken.

Laut Gartner hat Lenovo Group HP als weltgrößten PC-Hersteller abgelöst und HP damit auf Platz 2 verwiesen. HP bestreitet diese Ergebnisse mit dem Hinweis, seine bald auf den Markt kommenden PC-Angebote würden die aktuellen Größenverhältnisse verändern.

• HP-Chefin Meg Whitman teilte den Finanzanalysten mit, ihrer Meinung nach würde sich an den tendenziell sinkenden Gewinne die nächsten Jahre nichts ändern. Sie sprach zwar nicht über die Umsätze, wies aber darauf hin, dass vor dem Geschäftsjahr 2015 das Umsatzwachstum nicht so schnell steigen würde wie die Kosten.

Laut Whitman fehlt es dem Unternehmen an einer fokussierten Wettbewerbsorientierung; HP mische mit zu vielen Produkten und Services in zu vielen Regionen mit. Sie erklärte weiterhin, HP habe deutlich zu wenig in IT und F&E investiert; eine Neuorientierung erfordere Veränderungen in allen Geschäftsbereichen.

Längerfristig strebt Whitman einen ca. 80-prozentigen Umsatzanteil der Geschäftsbereiche Kernapplikationen, Business Process Outsourcing und Rechenzentrumsangebote an; die restlichen 20 Prozent sollen mit gewinnträchtigeren Services wie Cloud Computing, Datenanalytik, Mobilitäts- und Sicherheitslösungen erwirtschaftet werden.

Geschäftsbereich Printing

Der Geschäftsbereich Printing & Personal Systems (62 Milliarden USD) will durch Konsolidierungsmaßnahmen und eine Verschlankung der Produktlinien die Kosten senken.

Bis Ende 2014 soll die Anzahl der Druckermodelle um 30 Prozent, die Anzahl an PC-Plattformen im gleichen Zeitraum um 25 Prozent reduziert werden. Die Produkte sollen zudem mit einem attraktiveren Design ausgestattet werden.

Laut Aussagen des zuständigen Vorstands ging der Marktanteil von HP am Druckertintenmarkt seit letzem Jahr bereits um über 15 Prozent nach oben; für das Fiskaljahr 2013 werden zweistellige Umsatzzuwächse erwartet.

Enterprise Group Division

Die Enterprise Group Division (32 Milliarden USD) wird sich auf drei wichtige Rechenzentrumstrends konzentrieren:

  • Cloud Computing,
  • Infrastrukturkonvergenz und
  • softwaredefinierte Rechenzentren (Software-Defined Datacenters – SDDC).

Zudem soll die so genannte Project-Moonshot-Initiative mit ihren Servern auf Basis stromsparender ARM und Atom Chips bis zum Jahr 2015 15 Prozent des globalen Marktes ausmachen.

Nach Aussagen der HP Führungsriege ist HP zwar gut positioniert, um bis zum Ende des Geschäftsjahres 2016 wieder die Spitzenposition in der Branche einzunehmen und auf Wachstums- und Gewinnkurs gebracht zu werden; doch nach Meinung der Experton Group wäre das angesichts des Gegenwinds, der dem Unternehmen sowohl intern als auch im Marktumfeld entgegenweht, eine ziemliche Leistung.

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