Suchen

Interview mit Stanley Zaffos, Gartner „Hybrid Cloud Storage adressiert die Sicherheitsbedenken der Anwender“

Redakteur: Nico Litzel

Storage-Insider.com sprach mit Stanley Zaffos, Analyst beim Marktforscher Gartner für Speichersysteme und neue Storage-Architekturen, über die Vorteile eines Hybrid Cloud Storage.

Firmen zum Thema

Stanley Zaffos, Research Vice President bei Gartner
Stanley Zaffos, Research Vice President bei Gartner
( Archiv: Vogel Business Media )

Storage-Insider.com: Was ist Hybrid Cloud Storage?

Zaffos: Eine Hybrid-Cloud-Storage-Lösung besteht aus zweierlei: einer Appliance, die beim Kunden vor Ort installiert ist und dem eigentlichen Cloud Storage, in den die lokale Appliance die Daten des Anwenders verlagert. Der Vorteil eines Hybrid-Cloud-Storage-Ansatzes – im Unterschied zu einer direkten Anbindung an die Cloud – ist, dass die Hybrid Cloud Storage Appliance intelligent ist und über Software und lokalen Speicher verfügt. Daher kommunizieren die Anwendungsserver stets mit der Appliance und nie direkt mit der Cloud. Da sie im I/O-Pfad sitzt, kann die Appliance die effektive WAN-Bandbreite erhöhen, sodass die Anwendungsserver glauben, dass Ihnen mehr Bandbreite zur Verfügung steht. Sie kann die Anbindungslatenz maskieren und Sie ist in der Lage, die Kosten für die Speicher und für die Bandbreite zu reduzieren, da die Appliance die meisten I/O-Anfragen von den Anwendungsservern im Unternehmen vor Ort bedient. Wenn sie dann Daten in die Cloud verlagert, werden diese zunächst dedupliziert und verschlüsselt. Das reduziert die Kosten für die Bandbreite und die monatlichen Speicherkosten auf der einen Seite. Zudem werden auf der anderen Seite so die Sicherheitsbedenken von Anwendern adressiert – diese sind einer der größten Hemmschuhe für die Verbreitung von Public-Cloud-Speicherlösungen.

Storage-Insider.com: Was sind die gebräuchlichsten Anwendungsszenarien für Hybrid Cloud Storage?

Zaffos: Off-Site-Backups und -Archivierung sind heute die häufigsten Anwendungsszenarien für Hybrid Cloud Storage. Gründe hierfür sind, dass das ein preiswertes Mittel ist, Anwenderdaten außer Haus zu speichern und so dabei hilft, diese vor Technik- und Standortausfällen zu schützen. Backups und Archivierung sind auch weniger empfindlich, was die Latenz und die Bandbreite angeht, besonders wenn man das Backup aus einer Point-in-Time-Kopie gewinnt.

Viele Cloud Storage Provider stellen allerdings nicht nur eine monatliche Speichergebühr in Rechnung, sondern auch die monatliche Bandbreitennutzung. Also muss sowohl für Daten bezahlt werden, die in die Cloud verlagert werden als auch für Daten, die aus der Cloud zurückübertragen werden. Wenn man bedenkt, dass Backups und Archive für gewöhnlich eine nur geringe I/O-Zugriffsdichte aufweisen – auf die Daten wird erst zugegriffen, wenn es einen bestimmten Grund dafür gibt, etwa, dass eine Datei wiederhergestellt werden muss oder im Rahmen einer juristischen Ermittlung. Bis es schließlich soweit ist, sind die Daten ziemlich inaktiv. Von daher werden Sie, wenn Sie diese Anwendungen einsetzen, Ihrem Cloud Storage Provider einen viel kleineren Scheck ausstellen als wenn Sie hochaktive Daten in der Cloud abspeichern.

Weiter mit: Weitere Anwendnungsszenarien für Hybrid Cloud Storage

(ID:2049452)