CeBIT 11: IBM präsentiert „What’s happening on a Smarter Planet?“ IBM-Cloud konkret, Supercomputer im Zuckerwürfel-Format und KI 2.0

Redakteur: Ulrike Ostler

Die CeBIT ist die Leistungs-Show für IBM. Hier zeigt Big Blue das gesamte Portfolio – 2011 unter dem Motto „What´s happening on a smarter Planet?“ Zu den Schwerpunkten gehören Cloud-Angebote und RZ-Infrastruktur, die jegliche Form der Cloud ermöglicht. Als Leckerbissen präsentiert IBM zudem den Superrechner in der Größe eines Zuckerwürfels und „Watson“, die neue Generation intelligenter Rechenmaschinen.

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„Wir trauen uns mit konkreten Cloud-Angeboten auf die CeBIT“, sagt Kurt Rindle, Cloud-Portfolio Leader bei IBM Deutschland, Bild: IBM
„Wir trauen uns mit konkreten Cloud-Angeboten auf die CeBIT“, sagt Kurt Rindle, Cloud-Portfolio Leader bei IBM Deutschland, Bild: IBM
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Computersystem Watson (siehe: Bild 1 und 2, Link unten) hat seinen Namen nicht etwa nach der Romanfigur, die dem Superdetektiv Sherlock Holmes auf die Sprünge hilft, sondern nach dem IBM Gründer Thomas J. Watson. Dabei soll das System Schlüsse ziehen können.

Watson ist von einem IBM Forschungsteam mit dem Ziel gebaut worden, ein Frage-Antwort-Computersystem zu sein, dass sich mit dem Menschen in der Beantwortung von in natürlicher Sprache gestellten Fragen messen kann.

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Das erinnert sehr an die Versuche mit künstlicher Intelligenz, abgekürzt KI oder auch AI für Artificial Intelligence, an hohe Erwartungen und Bauchlandungen. Doch IBM dämpft die Erwartungen an eine zweite KI-Generation: Die erste Watson-Version werde statisch sein, also nicht lernend.

Semantik und Wahrscheinlichkeit

Im Wesentlichen besteht Watson aus semantischen Systemen und Wahrscheinlichkeitsberechnungen. Das System versteht Wortspiele, versteckte Bedeutungen, Ironie und Rätsel – Fähigkeiten, bei denen das menschliche Gehirn Computern bisher weit überlegen war.

Am vergangenen Donnerstag trat Watson erstmalig in dem ersten Mensch-gegen-Maschine-Wettbewerb von Jeopardy! gegen die bisher erfolgreichsten Gewinner der US-Spielshow an – und gewann. Der Hauptpreis in Höhe von 1 Million Dollar geht, wenn der Wettbewerb am 16. Februar endet und das IBM-System alles gewinnt, an wohltätige Gesellschaften.

IBM zeigt einen „kleinen Watson“ auf der diesjährigen CeBIT, auf dem Hauptstand in Halle 2, Stand A10.

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Die Infrastruktur für Clouds und ganz normale Rechenzentren

Dort zeigt der Konzern unter der „smarten“ Klammer gemeinsam mit Geschäftspartnern Lösungen und Konzepte, gegliedert nach den Themengebieten Cloud-Techniken, Business Intelligence and Analytics, Sicherheit, Smarter Infrastructure sowie Arbeitsformen der Zukunft. Darüber hinaus gibt es Technik und Anwendungen zu den Bereichen Mobilität, Energie, Gesundheitswesen sowie lernende Systeme zu sehen.

Hier (siehe: Bild 3 und 4) geht es um flexible, effiziente und automatisierte IT-Infrastrukturen. Die Besucher sollen erleben können, wie verschiedene IBM Server-Systeme heutigen Anforderungen gerecht werden und sich gleichzeitig für zukünftige Anwendungen skalieren lassen.

So wird in Live-Demos gezeigt, wie große und mittelständische Unternehmen mit „Power“-Technik ihre IT-Landschaft konsolidieren können und welches Einsparpotenzial sich daraus ergibt. Zudem stellt IBM Pakete vor, die beispielsweise Analytik-Funktionen mit der geeigneten Hardware kombinieren, sowie Virtualisierungslösungen mit integriertem Service Management.

SAN und Management

Darüber hinaus präsentiert der Bereich Rechenzentrumslösungen, Beispiele einer optimierten SAP-Landschaft, Möglichkeiten zur Anwendungsmodernisierung sowie Neues zum Thema Netzwerk-Management.

In der Rubrik „Sicheres Computing stellt zudem sichere Speicherinfrastrukturen aus, mit denen Unternehmen schnelles Datenwachstum effizient unter Kontrolle halten können sollen, wie „Real Time Compression Appliance“, „ProtecTier“, „Storwize V7000“, „XIV“ und „SAN Volume Controller“.

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Das Supercomputer-Würfelchen

Für einen weiteren Höhepunkt der CeBIT-Ausstellung braucht es ein Mikroskop. IBM zeigt ein Testsystem für einen gestapelten 3D-Chip, entwickelt von IBM Research in Zürich (siehe: Abbildung 5, 6 und 7).

Die dreidimensionale Integration von Chips ist eine der vielversprechendsten Ansätze, um die Leistungsfähigkeit und Energie-Effizienz von Computersystemen künftig massiv zu steigern. Allerdings müssen diese Strukturen erst einmal gekühlt werden können.

Die IBM-Forscher haben jetzt dafür ein System entwickelt. In diesem wird Wasser in haarfeinen Strukturen – von etwa 50 Mikrometern Größe – direkt zwischen einzelne Chip-Ebenen geleitet. Damit ließe sich ein 3D-Chip aus hauchdünnen, aufeinandergestapelten Prozessoren, der ein Vielfaches an Wärme auf ähnlich kleinem Raum wie ein einzelner Prozessor freisetzt, effizient kühlen.

Der Supercomputer im Zuckerwürfel-Format ist nun – dank dieser Wasserkühlung eine machbare Vision.

Cloud Computing verändert IT und Unternehmen

Während hier die IBM-Technik sichtbar gemacht wird, verschwindet sie im Cloud-Computing. Zur Visualisierung haben sich die Standbauer etwas Besonderes ausgedacht: Zunächst sind die IBM-Rechner, die in der Mitte einer aufgeschnittenen großen Kugel stehen noch sichtbar. Durch Lichttechnik verschwinden sie jedoch vor den Augen des Betrachters.

Dennoch: Laut Kurt Rindle, zuständig für das Cloud-Portfolio bei IBM Deutschland, geht das Anliegen, Cloud-Computing und die darin liegenden Chancen zu erklären, weit darüber hinaus: „Wir sind mutig und zeigen konkrete Angebote.“

Dazu gehören Cloud-Hybrid-Systeme, Lotus Live oder Private Cloud Lösungen. Das Unternehmen zeigt, wie SAP Anwendungen und unterschiedliche Workloads, zum Beispiel Software-Entwicklung, in der Cloud betrieben und bereitgestellt werden. Themen wie Sicherheit sowie Live Demos, etwa zum Thema IBM Desktop Cloud, ergänzen den Auftritt zu Cloud Computing.

Cloud in der Praxis

Zudem will IBM demonstrieren, wie geschäftliche und wissenschaftliche Innovationen mit Cloud Technik verwirklicht wird (siehe auch: Bild 8). Der Besucher erlebt beispielsweise, wie Cloud Computing die Erforschung und Sequenzierung von DNA Material revolutioniert und bei Krebserkrankungen entscheidende Verbesserungen erreicht werden.

Zudem trägt die IBM Genome Cloud dazu bei, neuartige Nutzpflanzen zu entwickeln, entscheidende Erkenntnisse im Bereich der Genetik zu gewinnen und Analyse-Services für Patienten günstiger und schneller zu machen.

Ein weiteres Beispiel zeigt, wie Organspender und -empfänger weltweit leichter und schneller zusammengebracht werden: Im Rahmen des „National Marrow Donor Program“ helfen Analytik-Funktionen aus der Cloud, Spender für Transplantate und Knochenmark zu finden. Mit Web 2.0-Automatismen kann die Anzahl der Spender, derzeit 14 Millionen, weiter erhöht werden.

Die Tectum Group richtet mit Hilfe von Cloud Computing Service-Abteilungen extrem schnell und erweitert sie je nach Bedarf in Echtzeit.

Angebote für die Öffentliche Hand

In Halle 9 stellt IBM erstmalig auch die IBM-Vision für „eGovernment Framework“ und Neuheiten aus den Bereichen „Innovative Sicherheitskonzepte“ und „Cloud-Dienste“ für den öffentlichen Bereich vor.

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