IBM Elastic Storage – Software-defined Storage für Big Data

IBM macht „Watson“-Speichertechnik kommerziell zugänglich

| Redakteur: Nico Litzel

Anfang 2011 sorgte Watson in der US-Quizsendung „Jeopardy!“ für Furore. Jetzt macht IBM Unternehmen mit „Elastic Storage“ die zugrunde liegende Big-Data-Speichertechnik zugänglich.
Anfang 2011 sorgte Watson in der US-Quizsendung „Jeopardy!“ für Furore. Jetzt macht IBM Unternehmen mit „Elastic Storage“ die zugrunde liegende Big-Data-Speichertechnik zugänglich. (Bild: IBM)

IBM wird ein neues Portfolio an Software-defined-Speicherlösungen auf den Markt bringen. Den Anfang macht „Elastic Storage“, eine Speichersoftware, die eine praktisch unbegrenzte Skalierung verspricht und bereits bereits dem Superrechner Watson zum Sieg in der US-Quizsendung „Jeopardy!“ verhalf.

Auf jede Art von Daten zugreifen und diese verarbeiten, egal auf welchem Speichergerät und wo sie sich befinden – das sowie eine „bisher nicht gekannte Leistung und eine unbegrenzte Skalierung“ verspricht IBM mit der Speichersoftware „Elastic Storage“. Mit der Software könnten Unternehmen nicht nur die stark wachsende Datenmenge verwalten, sondern Daten jeglicher Art auch effektiver ausnutzen und analysieren. Dabei spiele es keine Rolle, durch welche Geräte, Sensoren, Geschäftsprozesse oder Sozialen Netzwerke sie erzeugt wurden, erklärt Big Blue.

Die Software, die IBM im Laufe dieses Jahres „voraussichtlich“ auch als „IBM SoftLayer Cloud Service“ anbieten will, eignet sich nach Angaben des Unternehmens vor allem für datenintensive Anwendungen, die einen Hochgeschwindigkeitszugang zu enormen Datenvolumina erforderten. Als mögliche Beispiele nennt Big Blue die Bereiche Seismik, Risikomanagement, Wettervorhersagen oder Finanzanalysen.

So funktioniert Elastic Storage

Die Basistechnik von Elastic Storage kam beim „Jeopardy!“-Match zwischen dem IBM-Watson-System und zwei ehemaligen Champions der US-Quizshow zum Einsatz. Während der Show hatte Watson Zugriff auf eine fünf Terabyte große Wissensbasis – das sind etwa 200 Millionen Seiten. Diese Basis bestand aus strukturierten und polystrukturierten Daten sowie den Inhalten von Wikipedia. Durch den Einsatz von Elastic Storage konnten die fünf Terabyte in wenigen Minuten in den Speicher des Computers geladen werden.

IBM zufolge wurde die Software für Watson aufgrund ihrer Skalierbarkeit ausgewählt, da die theoretische Architekturbeschränkung auf Tausende von Yottabyte ausgeweitet werden konnte und damit auch nach heutigen Maßstäben auf längere Zeit dem praktischen Bedarf genügt. Ein Yottabyte entspricht einer Milliarde Petabyte (10 hoch 24 Byte). IBMs Forschung habe auch gezeigt, dass Elastic Storage zehn Milliarden Dateien auf einem einzigen Cluster in nur 43 Minuten durchsuchen kann.

In seinem Kern basiert Elastic Storage auf dem IBM General Parallel File System (GPFS) und bietet eine Online-Speicherverwaltung, skalierbaren Zugang und integrierte Data-Governance-Werkzeuge, die riesige Mengen an Daten und Dateien verwalten können.

Zugang zu gemeinsamen Speicherpools

Elastic Storage virtualisiert zudem den Speicher und ermöglicht verschiedenen Systemen und Anwendungen einen Zugang zu gemeinsamen Speicherpools. So kann ein transparenter, globaler Zugang zu Daten geschaffen werden, ohne Anwendungen zu modifizieren und ohne zusätzliche Speichermanagementsoftware. Da Elastic Storage kein zentrales Management für die Bestimmung der Dateiorte benötige, haben Kunden auch im Falle eines Software- oder Hardwarefehlers einen kontinuierlichen und hochverfügbaren Zugriff auf die Daten, versichert IBM.

Ein Kernbestandteil von Elastic Storage sei zudem die Fähigkeit, Daten automatisch und intelligent auf das geeignetste, wirtschaftlichste System zu speichern, das zur Verfügung steht. Durch richtliniengesteuerte Funktionen und Echtzeitanalyse kann Elastic Storage beispielsweise selten verwendete Daten auf ein kostengünstiges Bandlaufwerk übertragen. Häufig genutzte Daten werden auf einem Flash-System gespeichert, um einen schnellen Zugriff darauf zu ermöglichen. Durch diese richtlinienbasierten Besonderheiten können Unternehmen in Spitzenfällen bis zu 90 Prozent speicherbezogener Kosten einsparen, ist sich IBM sicher. Zusätzlich biete die Software eine eigene Verschlüsselung und eine ausgefeilte Löschfunktion. Damit erfülle die Lösung auch regulatorische Vorgaben.

Unterstützung für Hadoop und OpenStack

Durch die Unterstützung der OpenStack-Cloud-Management-Software kann Elastic Storage zudem Kunden dabei unterstützen, Daten in Private-, Public- und Hybrid-Clouds für die globale Verarbeitung zu speichern und zu verwalten. Elastic Storage unterstützt nicht nur einen OpenStack-Cinder- und Swift-Zugriff, sondern auch andere offene APIs wie POSIX und Hadoop.

Während traditionelle Speichersysteme die Daten für Transaktionsverarbeitung und für Analytik auf separaten Systemen speichern mussten, können die Ressourcen nun mithilfe von Elastic Storage automatisch ausbalanciert werden, um beide Anwendungsworkloads inclusive Hadoop-basierte Analysen zu unterstützen. Das führt zu einer schnelleren und zeitsparenden Analyse, da keine Daten-Duplikate mehr produziert werden müssen.

Weitere Informationen zu Elastic Storage und dem GPFS stellt IBM online auf Englisch zur Verfügung.

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42697301 / Big Data)