Die optischen WAN-Netze kennen keine Protokolle

Im Wide Area Network ist die Konvergenz auf FCoE von Nachteil

13.01.2011 | Redakteur: Rainer Graefen

Das mit 155 MBit/s feiner granular arbeitende SDH-Netz wird wahrscheinlich durch optische Verbindungen mit 1 oder 10 Gbit/s abgelöst.
Das mit 155 MBit/s feiner granular arbeitende SDH-Netz wird wahrscheinlich durch optische Verbindungen mit 1 oder 10 Gbit/s abgelöst.

Die Cloud braucht ein vermaschtes Netz im Weitverkehrsbereich, um die notwendige Verfügbarkeit aller Dienste sicherzustellen. Das FCoE-Protokoll passt nicht gut in die optische Übertragungslandschaft.

Im Rechenzentrum läuft es darauf hinaus, dass große IT-Hersteller wie Cisco, HP und IBM Bandbreiten von zehn Gigabit pro Sekunde für den RZ-Backbone, also das zentrale Netzwerk, etablieren wollen.

Für die synchrone Spiegelung zweier Rechenzentren wirft das größere Probleme auf: Das Kernnetz der meisten Carrier ist auf STM64 respektive 10 Gigabit Ethernet (GbE) ausgelegt. Kunden, die mit dieser Geschwindigkeit Daten über WAN-Strecken transferieren wollen, würden das Carrier-Netz vollständig belegen.

Farbenfrohe Übertragungstechnik

Als Ausweg bietet sich das Anmieten von Dark Fibre an, das ist ein unbeschaltetetes Glasfaserkabel, oder das Wavelength Division Multiplexing (WDM). WDM ist eine Technik, die das weiße Licht in 80 oder 160 Wellenlängen zerlegt, kurz Farben, von denen jede einzelne in der Lage ist, 10 Gigabit Daten pro Sekunde transportieren zu können.

Netzwerkausrüster Adva bietet den Kunden eine Farbe zusammen mit eigenem Equipment zu einem Mietpries von einigen Tausend Euro im Monat an. Das soll ähnlich teuer sein wie die Anmietung einer STM16-Standleitung mit einer Transportkapazität von 2,5 GBit/s. Bei höherem Bandbreitenbedarf schaltet der Carrier weitere Farben frei.

Technisch betrachtet ist die Verbindung zweier Rechenzentren keine größere Herausforderung. Ob im Rechenzentrum Ethernet, Fibre Channel (FC), Fibre Channel over Ethernet (FCoE) oder Infiniband (IB) gesprochen wird, interessiert den Carrier ebenfalls recht wenig. Er transportiert Pakete.

FCoE für synchrone Datenbank-Spiegelungen uninteressant

Auch auf der Anwendungsseite ist die synchrone Spiegelung inzwischen sehr effektiv geworden. Ließen sich vor wenigen Jahren nur Distanzen bis 50 Kilometer überbrücken, so hat EMC die Messlatte mit speziellem Equipment und einigen Software-Optimierungen auf 200 Kilometer gehängt, wie man bei Adva weiß.

Damit das funktioniert, waren einige Änderungen am Mirroring-Protokoll bei der Datenbank-Kommunikation erforderlich: Heute fragen sich die Datenbanken nicht mehr gegenseitig, ob sie aktiv sind, sondern fangen gleich mit dem Senden an.

Und da nun auch noch mehrere Datensätze zusammengefasst und gemeinsam übertragen werden, sind wesentlich weniger Bestätigungen notwendig. Damit lässt sich die frühere Limitierung aushebeln. Der Einsatz von FCoE würde Rückschritte bringen.

weiter mit: Exklusivität macht alles teurer

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