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Neuer DACH-Chef Achim Deboeser im Interview

Informatica stellt sich neuen Herausforderungen

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Und wie sieht es im Bereich Information Lifecycle Management aus?

Deboeser: Nicht anders. Das dynamische Wachstum der Unternehmensanwendungen, aber auch der Wechsel von alten Anwendungen oder Plattformen zu moderneren anderer Anbieter, bedeutet letztendlich, dass auch die Daten mitgezogen werden müssen. Hier beantwortet ILM die Fragen: Wie bringe ich Daten von alten Systemen auf neue oder neue Releases und wie setze ich mein ganzes Test-Daten-Management auf? Es gibt Unternehmen, die halten den vier- bis achtfachen Datenbestand ihrer Produktionsdaten für die Testumgebung vor. Sie duplizieren ihre komplette Life-Umgebung und fahren damit Tests, um für nächste Releases vorbereitet zu sein. Abhilfe schafft hier sogenanntes Data Subsetting, wo mit Hilfe intelligenter Werkzeuge nur eine kleine Datenmenge für Tests selektiert wird, und Data Masking, das persönliche Daten in einer für den Test ausreichenden Form verändert. Mit ILM sind Tests schneller, da der Datenbestand vor allem im Test-Management-Bereich erheblich reduziert wird. So lassen sich auch Kosten für Server-Farmen oder Storage-Bereiche sparen. Der Return-on-Investment ist immens.

Mit wem sehen Sie sich in Konkurrenz?

Deboeser: Unser größter Mitbewerber ist nicht irgendein anderes Unternehmen am Markt, sondern wir stehen im direkten Wettbewerb zum sogenannten „hand-coding“. Das heißt: Unternehmen beschäftigen eigene Mitarbeiter, die zum Teil jahrelang Datenbestände manuell bereinigen. Dabei werden sie allerdings nie fertig, weil die Datenbestände schneller wachsen, als sie das überhaupt abarbeiten können. Unsere Lösungen tragen dazu bei, die Produktivität solcher Abteilungen um Faktoren von zwanzig, fünfzig oder sogar hundert Prozent zu erhöhen.

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Wie wichtig ist für Informatica Cloud Computing?

Deboeser: Cloud ist schon sehr lange ein wichtiges Thema. Wir haben heute überwiegend – ich schätze 80 bis 90 Prozent – unserer Produkte cloud-fähig. Es ist unwichtig für uns, ob Daten on-premise, also im eigenen Datacenter oder im eigenen Netzwerk gehalten werden, oder ob ein Kunde seine Daten im Internet selbst oder über einen Service-Provider oder SaaS-Anbieter verwaltet. Für die Vorgehensweise mit unseren Produkten ist das unerheblich. Die Methoden sind völlig identisch, nur die Wege können variieren.

Wie schätzen Sie die künftige Cloud-Entwicklung ein?

Deboeser: Ich glaube, es wird immer eine gute Balance geben zwischen den beiden Welten On-Premise und Cloud. Aber wir haben auch noch lange nicht das Wachstumspotenzial erreicht, was von der Cloud zu erwarten ist. Mit anderen Worten: Cloud Computing wird auf jeden Fall noch weiter wachsen. Jedes Unternehmen, ob klein, mittel oder groß, wird irgendwann einmal entscheiden: Das sind unternehmenskritische Anwendungen, die weiter im eigenen Datacenter verwaltet werden, während andere Themen, wie zum Beispiel die Fuhrparkverwaltung oder das CRM, ebenso sicher und performant über Service Provider von außen betrieben werden können.

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