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Jüngstes Kapitel der Speicher-Krise Insolvenzverfahren über Qimonda eröffnet

| Redakteur: Erwin Goßner

Wie erwartet wurde am 1. April 2009 das Insolvenzverfahren über die Qimonda-Gesellschaften eröffnet. Transfergesellschaften garantieren Lohnfortzahlungen und bieten die Möglichkeit zu weiteren Investorengesprächen.

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Qimonda, hier der Standort Dresden, hofft weiter auf Investoren.
Qimonda, hier der Standort Dresden, hofft weiter auf Investoren.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nachdem Qimonda wie im Vorfeld angekündigt die nicht mehr profitable Produktion von Speicher-Chips Ende März gestoppt hat, eröffnete das zuständige Amtsgericht in München jetzt das Insolvenzverfahren für die Qimonda AG und die Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG. Zum Insolvenzverwalter bestellt wurde der Münchner Anwalt Dr. Michael Jaffé, der bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig war. Eine Kernmannschaft von derzeit 915 Beschäftigten halten in München und Dresden die Produktions- und Entwicklungsbereitschaft aufrecht.

Dr. Jaffé erachtet das Zustandekommen der Transfergesellschaften für die Beschäftigten in Dresden und München als zentralen Punkt für weitere Gespräche mit potenziellen Interessenten. So haben insgesamt etwa 2.450 Mitarbeiter, rund 600 in München (84 Prozent) und 1.850 in Dresden (93 Prozent), das Angebot zum Eintritt in die Transfergesellschaften angenommen. Bis Mitte August 2009 erhalten diese Mitarbeiter ein Nettoarbeitsentgelt in Höhe des Transferkurzarbeitergelds plus maximal zehn Prozent Aufschlag.

Zum Erhalt der Standorte sowie möglichst vieler Arbeitsplätze werden gleichzeitig mit der Suche nach einem „Ankerinvestor” auch politische Stellen in Bayern, Sachsen, der Bundesrepublik Deutschland, Portugal und der EU zur Unterstützung einer möglichen Fortführungslösung konsultiert. Hinsichtlich der zukünftigen Struktur der Gesellschaften wurden bisher keine endgültigen Entscheidungen getroffen.

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