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Stromsparende Zweikerner für flache Notebooks, Tablets und 2-in-1-Geräte Intel präsentiert erste Kaby Lake-Prozessoren

| Autor / Redakteur: Margit Kuther / Diplom-Betriebswirtin Tina Billo

Intel stellte mit der siebten Core-i-Generation alias Kaby Lake sechs neue im 14-Nanometer-Verfahren gefertigte CPUs vor. Damit läutet der Hersteller die Abkehr von seinem bisherigen zweistufigen Tick-Tock-Entwicklungmodell ein. Gegenüber dem Skylake-Vorgänger zeichnen sich die präsentierten Doppelkernprozessoren durch einen höheren Takt und eine höhere Leistung sowie ein verbessertes Grafikmodul aus.

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Kaby Lake: 7. Generation der Intel-Core-Familie.
Kaby Lake: 7. Generation der Intel-Core-Familie.
(Bild: Intel)

Die i7-Generation von Intels Core-Prozessoren nutzt ein verbessertes Produktionsverfahren, Intel spricht hier vom "14nm+"-Prozess. Fakt ist jedoch, dass sich Intel mit Kaby Lake bei der Prozessorentwicklung vom zweistufigen Tick-Tock-Modell verabschiedet, denn sowohl Kaby Lake als auch Skylake nutzen das Tock-Schema.

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Das seit 2007 verwendete Tick-Tock-Modell basiert auf dem Prinzip, erst die bestehende Architektur in einer kleineren Strukturbreite zu fertigen (Tick), bevor eine neue Architektur im unveränderten Herstellungsprozess (Tock) entwickelt wird.

So basiert Skylake (Tock) auf einer neuen Mikroarchitektur, ist aber wie der Vorgänger Broadwell (Tick) in 14-Nanometer-Technologie gefertigt. Broadwell wiederum nutzt die Architektur seines Vorgängers Haswell (Tock). Diese basiert jedoch auf der 22-Nanometer-Technologie. Hätte Intel das Tick-Tock-Modell fortgesetzt, müsste Kaby Lake in einer kleineren als der 14-nm-Technologie gefertigt sein.

Übergang zu dreistufigem Entwicklungsmodell

Doch dieser Technologiewandel kommt nicht überraschend. Intel hatte bereits im März angekündigt, dass das Tick-Tock-Prinzip durch ein dreistufiges "Process-Architecture-Optimization"-Modell ersetzen werden soll. Demnach befindet sich Kaby Lake im Optimization-Modus und Cannonlake, geplant für 2017 in 10-nm-Fertigungstechnik, wird den Process-Modus des neuen, dreistufigen Zyklus einläuten.

Ein Grund für Intels Umstieg ist, dass die Fortschritte in der Fertigungstechnik langsamer ausfallen als früher, und sich so die mit einem neuen Herstellungsprozess verbundenen hohen Kosten senken lassen.

Kaby Lake schlägt Skylake bei der Web-Performance

Die neue siebte Core-i-Prozessorgeneration punktet vor allem in Sachen Grafik. Die neue Media-Engine des im verbesserten 14-Nanometer-Verfahren (14 nm+) gefertigten Chips dekodiert Ultra-HD-Videos on-Chip. Dies ermöglicht, so Intel, "dank bis zu 19 Prozent höherer Web-Performance den nahtlosen Stream von 4K Ultra High-Definition Videos".

Dabei beziehen sich die 19 Prozent auf den Vergleich von Intels brandaktuellem Kaby Lake-Prozessor der 7. Generation Core i7, dem i7-7500U, mit dem zwölf Monate alten Skylake-Core-i7-Prozessor der 6. Generation, dem i7-6500U, gemessen mit WebXPRT 2015.

Zudem will Intel mit Kaby Lake auch grafisch anspruchsvolle Gaming-Titel wie Overwatch flüssig auf einem ultraschlanken und leichten Notebook abspielen. Die Media-Engine kodiert zudem die Video-Codecs VP9 und 10-Bit HEVC. Dies deckt die beliebtesten Ultra-HD-Formate, vor allem für das Streaming, ab.

Weitere Verbesserungen

Darüber hinaus integriert die 7.Generation der Intel Core-Prozessoren Funktionen wie Thunderbolt 3 USB Typ C und Microsofts Windows Modern Standby, das Geräte augenblicklich beim Drücken einer Taste aus dem Ruhemodus holt.

Verbesserungen gibt es auch bei den Sicherheitsfunktionen. So können sich Nutzer jetzt mit Windows Hello, per Fingerabdruck-, Gesichts- oder Iriserkennung am eigenen Windows 10-Gerät anmelden. Auch werden Eingabemöglichkeiten wie Berührung, Stimme und Stift unterstützt.

Y- und U-Serie umfasst sechs neue Modelle

Zwei Kerne und vier Threads mit Intels Hyper-Threading-Technologie bieten sowohl die Prozessoren der extrem stromsparenden Y-Serie, die lüfterlose Einsätze in Notebooks erlauben, als auch der stromsparenden U-Serie, die in Ultrabooks und 2-in-1-Geräten eingesetzt werden.

Erste Prozessoren sind bereits gelauncht, nämlich i7-7Y75 mit 4 MB Cache, einem Grundtakt von 1,3 GHz und einer maximalen Taktfrequenz von 3,6 GHz sowie einer Verlustleistung (TDP) von 4,5 Watt.

Des Weiteren Intels Prozessor i7-7500U mit 4 MB Cache, einem Grundtakt von 2,7 GHz und einer maximalen Taktfrequenz von 3,5 GHz sowie einer Verlustleistung (TDP) von 15 Watt.

Trotz all der Verbesserungen bleibt ein Wermutstropfen: Kaby Lake unterstützt wie bereits Skylake nur USB 3.0. Falls Gerätehersteller USB 3.1 realisieren wollen, ist dafür ein zusätzlicher USB-Controller erforderlich.

Verfügbarkeit

Erste Geräte auf Basis der neuen Prozessoren sind bereits im September erhältlich. Intel erwartet bis zum Jahresende etwa 100 verschiedene 2-in-1-Geräte und Laptops mit den Core-Prozessoren der 7. Generation, die teils dünner als ein Smartphone sein werden.

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Über den Autor

 Margit Kuther

Margit Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.