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Kommentar zum Marketing-Hype um iSCSI iSCSI-Anwender dürfen weder Kosten noch niedrige Performance scheuen

| Autor / Redakteur: Heiko Schrader, Brocade / Rainer Graefen

Diskussionswürdig etikettiert man bei Brocade den Artikel iSCSI SAN läuft Fibre Channel den Rang ab unseres amerikanischen Kollegen Dave Raffo und lieferte Storage-Insider.de einige Gegenargumente.

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Heiko Schrader, Regional Sales Director Germany bei Brocade.
Heiko Schrader, Regional Sales Director Germany bei Brocade.
( Archiv: Vogel Business Media )

“Die Überschrift dieses Artikels spricht ja schon Bände: „iSCSI SAN läuft Fibre Channel den Rang ab“. Ich glaube das nicht. Seit mindestens sechs Jahren wird versucht, das „Jahr von iSCSI“ auszurufen und Fibre Channel für tot zu erklären. Dies ist nie eingetreten.

Fakt ist, daß sich iSCSI neben Fibre Channel auch im Rechenzentrum etabliert hat. Allerdings ist iSCSI nur am unteren Leistungsende akzeptiert, denn die Performance-Unterschiede zwischen ein Gbit-Ethernet (1 GbE) und Fibre Channel mit acht Gigabit pro Sekunde sind aufgrund des Protokoll-Overheads von iSCSI sogar größer als Faktor 8. Große Storage-Systeme, die hohen Durchsatz liefern müssen, werden wohl kaum mit 1 GbE-Ports auskommen.

Kostenvorteile?

Natürlich gibt es iSCSI mittlerweile auch mit 10 GbE. Allerdings sind die Kosten hier immer noch erheblich höher als bei 1 GbE. Das betrifft sowohl die Ethernet-Switches, die Verkabelung und die Medien (SFPs/XFPs), wie auch die Controller in den Storage Systemen.

Und ein Server, der mehr als 1 GbE pro Verbindung benötigt, braucht eine 10 GE-Karte inklusive TCP/IP Offload Funktion, um nicht die CPU mit dem TCP/IP-Protokoll zu belasten. Und auch diese 10 GbE-Adapter sind noch sehr teuer.

Die Preise für die 10 GbE-Technologie werden sinken, allerdings ist fraglich, wie schnell. Gleichzeitig werden im Jahr 2011 die ersten 16 Gbit/s Fibre-Channel-Produkte auf den Markt kommen.

Es muss nicht immer Fibre Channel sein

Natürlich braucht nicht jeder Anwender diese Performance, weshalb iSCSI ein gute Ergänzung zu Fibre Channel am unteren Ende des Leistungs- (und des Kosten-) bereich ist.

Das Wachstum, das derzeit bei iSCSI zu sehen ist, kommt vorrangig aus dem Bereich der Anwender, für die FC-SANs und damit vernetzter Speicher bisher zu teuer war. iSCSI bedient also vorrangig ein neues Marktsegment und beeinflußt nur sehr bedingt den Fibre Channel Markt.

Praktisch werden wir zukünftig vier SAN-Technologien sehen, die im Rechenzentrum zum Einsatz kommen:

  • Fibre Channel für kritische, hochperformante und große Umgebungen,
  • iSCSI im unteren Leistungsbereich,
  • FCoE als Konvergenz-Technologie an den Stellen, wo konvergente Netze sinnvoll sind (und das ist sicherlich nicht überall so) und, nicht zu vergessen,
  • NAS, denn viele block-orientierte Applikationen laufen auch hinreichend gut auf NAS-Systemen.

Am Ende muß sich aber jeder Anwender fragen, wieviele SAN-Technologien er parallel betreiben kann und will.

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