Symantec-Studie fördert fehlendes Unrechtsbewusstsein zutage

Jeder zweite Angestellte entwendet Daten

| Redakteur: Nico Litzel

Viele Angestellte gehen davon aus, dass es vollkommen in Ordnung ist, bei einem Wechsel des Arbeitgebers vertrauliche Unternehmensdaten mitzunehmen und dann im neuen Unternehmen weiter zu verwenden.
Viele Angestellte gehen davon aus, dass es vollkommen in Ordnung ist, bei einem Wechsel des Arbeitgebers vertrauliche Unternehmensdaten mitzunehmen und dann im neuen Unternehmen weiter zu verwenden. (Bild: © Tiero – Fotolia.com)

Die Hälfte aller Mitarbeiter, die in den vergangenen zwölf Monaten ihren Arbeitsplatz gewechselt oder ihre Stelle verloren hat, behält vertrauliche Unternehmensdaten des ehemaligen Arbeitgebers. Jeder Vierte aus dieser Gruppe hat darüber hinaus vor, diese Daten auch beim neuen Arbeitgeber zu nutzen.

Das Marktforschungsunternehmen Ponemon Institute hat im Oktober 2012 im Auftrag von Symantec 3.317 Personen aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Brasilien, China und Korea befragt. Die Umfrage deckt auf, dass viele Angestellte davon ausgehen, dass es in Ordnung sei, geistiges Eigentum weiter zu verwenden, wenn sie das Unternehmen verlassen. Zudem glauben sie, dass ihre Arbeitgeber sich dafür nicht interessierten.

Nur 47 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen aktiv wird, wenn ein Mitarbeiter vertrauliche Daten missbräuchlich verwendet. 68 Prozent gaben zudem an, dass ihre Betriebe nichts dagegen unternähmen, dass vertrauliche, wettbewerbsrelevante Daten von Dritten durch eigene Angestellte genutzt werden.

Das zentrale Fazit der Studie lautet daher, so Symantec, dass Unternehmen es nicht verstünden, eine Kultur des verantwortlichen Umgangs mit geistigem Eigentum unter ihren Mitarbeitern zu etablieren.

Zentrale Punkte der Studie

Die Studie hat ergeben, dass Mitarbeiter auch außerhalb des Firmennetzwerks Unternehmensdaten kopieren und sie dann nicht mehr löschen. 62 Prozent der insgesamt 3.317 Befragten finden es in Ordnung, Arbeitsdokumente auf privaten PCs, Smartphones, Tabets oder online in Filesharing-Anwendungen abzulegen. Die Mehrheit löscht diese Daten nie, da sie keine Gefahr darin sehe, die Informationen zu behalten.

Die meisten Angestellten halten es zudem nicht für falsch, Daten von einem früheren Arbeitgeber weiter zu nutzen. 56 Prozent gehen sogar davon aus, dass es legal sei, die geheimen Informationen eines Wettbewerbers zu nutzen. Durch diese Fehleinschätzung liefen die aktuellen Arbeitgeber Gefahr, unwissentlich Empfänger gestohlenen geistigen Eigentums zu werden, warnt Symantec.

Viele Angestellte schreiben darüber hinaus geistiges Eigentum nicht dem Unternehmen zu, sondern der Person, die es geschaffen hat: Für 44 Prozent der Teilnehmer hat beispielsweise ein Software-Entwickler, der Quellcode schreibt, Anteil am Eigentum seiner Arbeit oder Erfindung. 42 Prozent der Befragten haben daher auch kein Problem damit, diesen Quellcode ohne Erlaubnis in Projekten für andere Unternehmen wieder zu verwenden.

Mangelndes Sicherheitsbewusstsein in Unternehmen

Nur 38 Prozent der befragten Angestellten haben angegeben, dass für ihre Vorgesetzten Datenschutz für das Geschäft von Bedeutung sei. Auch geht rund die Hälfte der Befragten davon aus, dass es in Ordnung sei, Unternehmensdaten mitzunehmen, weil ihre Arbeitgeber Regeln nicht strikt durchsetzten.

Empfehlungen

Symantec empfiehlt Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen, um das Problem einzudämmen. Ein zentraler Punkt sei die Weiterbildung von Mitarbeitern: Unternehmen müssten es ihren Mitarbeitern klar machen, dass es falsch ist, vertrauliche Daten zu verwenden.

Darüber hinaus sollten Unternehmen Vertraulichkeitsvereinbarungen auch durchsetzen. Bei fast der Hälfte aller Datendiebstähle durch Insider hatte das Unternehmen eine Vereinbarung für geistiges Eigentum mit dem Mitarbeiter geschlossen. Doch die bloße Existenz solcher Vereinbarungen sei sinnlos, wenn die Mitarbeiter sie nicht verstünden und sie nicht umgesetzt werden. Die Vereinbarungen mit Mitarbeitern müssten konkreter formuliert werden, rät Symantec.

Außerdem sollte vor einem Wechsel des Arbeitsplatzes in den Abschlussgesprächen mit den Mitarbeitern auf deren weiter bestehende Verantwortung für den Schutz von vertraulichen Informationen und auf deren Rückgabe hingewiesen werden. Angestellte müssten verstehen, erklärt Symantec, dass Regelverstöße geahndet werden und dass ein Datendiebstahl sowohl für sie als auch für den neuen Arbeitgeber negative Folgen haben kann.

Ergänzend empfiehlt Symantec Kontrolltechnik. Unternehmen sollten eine Lösung einsetzen, mit der kontrolliert werden kann, wer unerlaubt auf geistiges Eigentum zugreifen kann und wer diese nutzt. Diese Lösung sollte Mitarbeiter informieren, wenn eine Regelverletzung auftritt und so das Sicherheitsbewusstsein schärfen und einen Informationsdiebstahl verhindern.

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