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Buchbesprechung: „Praxisbuch ITIL“ Keine Angst vor ITIL: Ein deutscher Leitfaden für die Implementierung im Unternehmen

| Autor / Redakteur: Elmar Török / Ulrich Roderer

Was bei den meisten IT-Leitern für Zögern im Umgang mit ITIL sorgt, ist die umfangreiche Dokumentation, die zum Großteil nur auf Englisch erhältlich ist. Es gibt ein gewisses Unbehagen gegenüber dem Moloch ITIL - zum Teil sicherlich berechtigt. Doch Bücher wie das „Praxisbuch ITIL“ wirken in diesem Umfeld wie der ADAC-Reiseatlas, der Unternehmen hilft, von A nach B zu kommen.

ITIl-Leitfaden für Unternehmen
ITIl-Leitfaden für Unternehmen
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit ITIL ist es ein bisschen wie mit weißen Tigern: gehört haben fast alle davon, im Original gesehen weit weniger. Nun gehört ITIL schon seit vielen Jahren zum festen Repertoire von CIO-Schulungsangeboten und natürlich haben bereits zahlreiche Firmen ITIL eingeführt. Allerdings beschränkt sich die Verbreitung vor allem auf große Unternehmen, wo es zum Einen genug Manpower gibt um so ein Projekt anzugehen und zum Anderen der (interne) Druck höher ist, die eigene IT durch Zertifizierungen an Standards anzupassen und zu optimieren. Leider verpassen dadurch nach wie vor viele kleine und mittelständische Firmen die Vorteile einer Best-Practice Orientierung, wie sie ITIL bietet. Und wer seinen IT-Betrieb ohnehin schon an etablierten Standards ausrichtet, kann auch genauso gut eine Zertifizierung dafür erlangen.

Die Autoren sind für einen österreichischen Energieversorger tätig und waren an der ersten ITIL-Zertifizierung eines Betriebs in Österreich beteiligt. Ihre Erfahrungen, zusammen mit einer praxisorientierter Herangehensweise, augenzwinkernd „hemdsärmeligen Pragmatismus“ genannt, machen aus dem Praxisbuch eine wertvolle Hilfe für alle, die noch keine ITIL-Zertifizierung haben. Ansonsten kann praktisch jeder davon profitieren, egal ob er sich schon mit ITIL beschäftigt hat, bereits erste Prozesse einführt oder kurz vor der Zertifizierung steht.

Der Aufbau des Buchs folgt nur am Anfang dem üblichen Muster: die Autoren erklären, was ITIL ist und was man damit erreichen kann. Danach gibt es eine Übersicht weiterer Standards für die IT-Serviceorganisation und - sehr interessant - einen Vergleich zu ITIL. Danach geht es sofort in die Vollen, anhand einer Musterfirma, die sich auf den Weg zur ITIL-Zertifizierung macht, werden die notwendigen Vorarbeiten und Prozesse beschrieben. Ein wichtiger Tipp der Autoren am Anfang ist, Diskussionen über die korrekte Durchführung im frühen Stadium nicht zu philosophisch werden zu lassen. Schlechte Erfahrungen sind unbezahlbare Hilfen und auf jeden Fall besser, als Entscheidungen und Fortschritt in endlosen Meetings zu Tode zu reden. Nachdem Zeitabläufe und ein grobes Raster für die Gesamtdauer des Projekts festgelegt sind, werden die wichtigsten Prozesse mit einem standardisierten Ablauf beschrieben: Kurzbeschreibung, Zielsetzung, Prozess, Aufgaben, Dokumente/Tools und. Falls möglich Kennzahlen, gehören zu jedem ITIL-Prozess. Wie die Inhalte umgesetzt werden, sieht natürlich individuell verschieden aus. Doch enorm viele Checklisten und Erfahrungsberichte geben Beispiele, wie es sein könnte, und was in anderen Firmen sinnvoll war. Die Checklisten allein sind Grund genug, um sich das Buch an einem Nachmittag durchzulesen.

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