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Service-Anbieter müssen laut Umfrage an eigenem Image feilen KMU fehlt Vertrauen in Cloudspeicher

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

IT-Leitern mittelständischer Unternehmen fehlt das Vertrauen in Datenspeicher im Internet, so ein aktueller "buw Expertenmonitor". Sorgen machen Spionage, Datenverlust und Virenbefall.

Trotz aller Skepsis sehen die Befragten durchaus lohnende Anwendungen für Cloudspeicher.
Trotz aller Skepsis sehen die Befragten durchaus lohnende Anwendungen für Cloudspeicher.

Für einen Expertenmonitor hat die als Beratungsdienstleister auftretende buw-Unternehmensgruppe 100 IT-Leiter "aus gehobenen mittelständischen Unternehmen" mit über 100 Beschäftigten telefonisch befragt. Ergebnis: 94 Prozent würden sensible Daten nicht auf externen Speichern in der Cloud ablegen. Der Grund dafür dürfte im fehlenden Vertrauen liegen: Lediglich sieben der hundert Befragten meinen, Daten seien in der Cloud sicherer aufgehoben als auf dem eigenen Firmenserver.

Am häufigsten fürchteten sich die IT-Verantwortlichen vor Datenspionen. Es folgten Ängste vor Informationshehlerei, Datenverlust oder Virenbefall.

Den Clouddienstleistern selbst vertrauen nur 38 Prozent der Befragten. "Hier müssen Servicedienstleister noch erheblich an ihrem Image feilen", meint die buw-Unternehmensgruppe. Das Leitthema "Managing Trust - Vertrauen und Sicherheit in der digitalen Welt" der diesjährigen CeBIT konnte offenbar wenig zum Vertrauen in die Cloud beitragen. Lediglich einer der Befragten hat seine Meinung aufgrund der Messe geändert – und ist nun skeptischer als zuvor.

Mit Zertifikaten um Vertrauen werben

Die buw-Unternehmensgruppe empfiehlt Servicedienstleistern nun, mit validierten Auszeichnungen um mehr Vertrauen zu werben. So könne etwa das BSI-Zertifikat ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz eine wichtige Orientierung bei der Wahl von Outsourcing-Partnern geben.

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Denn praktische Vorteile von Cloudspeichern sehen die Befragten durchaus. Michael Lange vom Drehteilehersteller Herzog betont beispielsweise die hohe Flexibilität im Zusammenhang mit mobilen Endgeräten im Außendienst. Vor einem solchen Einsatz müsste allerdings der "Datenschutz eindeutig geklärt" sein.

Kein finanzieller Anreiz für Cloudspeicher

Einen finanziellen Mehrwert erkennen mittelständische IT-Leiter in Cloudspeichern indes nicht. So schätzten "viele der Befragten" die Kosten eigener und externer Speicher als nahezu gleich hoch ein. Werbefinanzierte Angebote sind hier übrigens kein sinnvoller Ausweg, weil für 84 Prozent der Befragten absolut inakzeptabel.

Ungestellt blieb die Frage, inwieweit IT-Leiter um eigene Pfründe fürchten. Mit zunehmender Verbreitung von Clouddiensten reduziert sich für Unternehmen ja auch zwangsläufig der Bedarf an eigenen IT-Mitarbeitern.

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