OpenSolaris erhält Sun-Quellcode

Kommt jetzt Open-Source-Storage?

13.04.2007 | Autor / Redakteur: Thomas Böcker / Martin Hensel

Rich Green, Direktor von Suns Software-Abteilung
Rich Green, Direktor von Suns Software-Abteilung

Dass Suns Speichersparte nicht immer nur für positive Überraschungen gut sind, haben die vergangenen Monate gezeigt. Passend zur Oster-Saison hat die Server-Company jetzt ein Überraschungsei ausgebrütet: Ab sofort stellt sie der Entwicklergemeinschaft Opensolaris wesentliche Teile ihrer Speichersoftware lizenzkostenfrei zur Verfügung.

Laut Nigel Dessau, Suns Marketing-Chef für die Speichersparte, erhalten Anwender somit Gelegenheit, selbst kostengünstige Software-Lösungen für Solaris-Systeme zu entwickeln, die auf unterschiedlicher Hardware laufen. Sein Kollege Rich Green von der Software-Abteilung verbindet damit einen Paradigmenwechsel: Das Open-Source-Modell habe Entwicklung, Evaluierung und Einsatz von Server- und Desktop-Betriebssystemen nachhaltig verändert, die gleiche Entwicklung stehe jetzt auch im Storage-Bereich an – und Sun sei einer ihrer Vorreiter.

Was sich zunächst anhört wie die üblichen Marketing-Sprüche, könnte sich durchaus als geschickter Schachzug erweisen. Denn zum einen nimmt die Bedeutung der Speichernetze in Unternehmen ständig zu, zum anderen ist preisgünstige, auf konkrete Anwendungsfälle zugeschnittene und noch dazu plattformübergreifend nutzbare Storage-Software nicht unbedingt häufig anzutreffen. Genau sie lässt sich aber zumindest theoretisch im Open-Source-Umfeld eher entwickeln als in den geschlossenen Systemen der großen Hersteller.

ZFS-Quellcode für Entwickler

Konsequenterweise stellt Sun den Entwicklern der Open-Solaris-Community daher auch nicht wahllos beliebige, sondern wichtige Kernbestandteile seines Quellcodes zur Verfügung. Dazu zählen insbesondere Elemente des bisher streng gehüteten Zettabyte File Systems (ZFS), welches das Dateisystem praktisch komplett vom physikalischen Speicher entkoppelt und so die Verwaltung unbegrenzter Informationsmengen ermöglicht. Ferner umfasst das „Geschenkpaket“ NFS 4.1, YANFS (früher WebNFS, Java-basierte Client-Implementierung von Netzwerkprotokollen wie RPC oder NFSv3) und Treiber für diverse iSCSI-Geräte sowie die Fibre-Channel-HBAs von QLogic, mit denen beispielsweise Hewlett-Packard einen Großteil seiner Speicher-Arrays ausstattet.

Dabei soll es aber nicht bleiben: In den kommenden Monaten will Sun außerdem verschiedene Bestandteile aus dem Storagetek-Software-Portfolio, wie das verteilte Dateisystem QFS, den Archive Manager und verschiedene Client-Schnittstellen, sowie den eigenen CIFS-Server zum Datenaustausch mit Windows-Systemen für die Entwicklergemeinde freigeben. Zum angestrebten Aus- und Umbau von Solaris 10 zu einer Art Storage-Betriebssystem würde diese Strategie auf jedem Fall passen.

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