Die Datensicherung hat prinzipielle Probleme, Teil 1

Lageanalyse Backup

| Autor / Redakteur: Alistair Forbes, Geschäftsführer von LogicNow / Rainer Graefen

Manchmal gehen Wünsche nicht in Erfüllung.
Manchmal gehen Wünsche nicht in Erfüllung. (LogicNow)

Backup scheint einfach zu sein: Man nimmt alle Dateien und stellt sicher, dass sie durch Deduplizierung möglichst wenig Speicherplatz einnehmen. Falls Dateien gelöscht oder zerstört werden, dann stellt man sie aus diesem Reservoir wieder her. Jedermann weiß: So sehen IT-Leiter Wunschträume aus.

Backup ist eine Notwendigkeit, soviel ist sicher. Unsere privaten PCs schlagen Alarm, wenn wir die Sicherung unserer eigenen Daten vergessen, und jeder von uns kennt Horrorgeschichten von Personen, die kein Backup durchgeführt haben.

Dies können persönliche Geschichten vom Verlust liebgewonnener Fotos sein bis hin zu Berichten über Unternehmen wie magnolia. Dabei brach ein ganzes Unternehmen nach dem Verlust sämtlicher Kundendaten zusammen.

Und doch ist es mit einem einfachen Backup nicht getan, denn die Backup-Erfolgsraten liegen heute nur zwischen 75 und 85 Prozent. Das heißt, dass in einigen Bereichen bei nur drei Viertel aller Unternehmen die Wiederherstellung der Daten (Backup Recovery) erfolgreich ist - der Rest der Unternehmen kann trotz einer vorhandenen Backup-Lösung bestenfalls einen Teil seiner Daten, manchmal aber auch gar nichts, wiederherstellen (The Broken State of Backup, Gartner, 2014). Aber warum ist das so?

Ein großes Budget wäre hilfreich

Dank ihres Budgets sind größere Unternehmen in der Lage, zwischen den neuesten High-End-Netzwerken und Geräten zu wählen, und haben so die Gewissheit, dass ihre Daten jederzeit verfüg- und wiederherstellbar sind.

Mehrstufige Systeme (Multi-Tiered-Systems) und zusätzlicher Speicherplatz sind feste Bestandteile dieser Backup- und Recovery-Pläne. Zunehmend umfassen die erfolgreichsten dieser Pläne auch den Einsatz der Cloud, die einen zusätzlichen Schutz bietet.

Aber für kleine und mittelständische Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Bildungseinrichtungen sind die Finanzierung und der Support der neuesten Backup- und Recovery-Technologien schwerer zu rechtfertigen.

Denn es erfordert erhebliche und fortlaufende Investitionen in Ausstattung, Software, Richtlinien und Personal, um mit der ständig wachsenden Datenmenge und den daraus folgenden Anforderungen an die Speichersysteme Schritt halten zu können.

Um diese begrenzten Ressourcen zu kompensieren, beruhen die Backup-Pläne oft auf einem Flickwerk aus einzelteiligen Lösungen; ein Versuch, veraltete Systeme für die Anforderungen moderner Datenverarbeitung fit zu machen.

Die Folge davon ist Unsicherheit darüber, ob der Backup- und Recovery-Plan wirklich funktioniert, und die Organisationen erhalten erst Gewissheit, wenn ein Recovery-Event eintritt.

Woran viele Backup Systeme kranken

Trotz wachsender Anforderungen und technologischer Fortschritte, versuchen viele Organisationen den neuen Herausforderungen mit alten Backup-Modellen zu begegnen. Auch wenn früher das regelmäßige Durchführen von Sicherungskopien noch ausreichte, so tut es das angesichts des konstant anwachsenden Datenstroms, den Unternehmen jeden Tag sichern und schützen müssen, nicht mehr.

Hier bieten die über IT-Dienstleister und Managed Service Provider (MSP) angebotenen leistungsfähigen und flexiblen Cloud-basierten Backup Lösungen von MAXfocus Abhilfe und bieten Sicherheit.

Die oben erwähnte Präsentation der Analysten von Gartner über den schlechten Zustand der Backup-Systeme verweist ebenfalls darauf, dass man in der heutigen Zeit Datenbestände nicht einfach "einfrieren" kann. Vielmehr müssen Organisationen mit einem konstanten Zufluss von Informationen fertig werden, der ein durchgehendes Datenmanagement erforderlich macht.

Es gibt mehrere Faktoren, die zu dem schlechten Zustand der Backup-Systeme beitragen:

  • Das Fehlen einheitlicher Tests und Überprüfungen
  • Backup-Fehler
  • Das Alter und die nachlassende Qualität der Speicher-Medien
  • Überholte Technologie

Unvollständige Backups, die Notwendigkeit, zahlreiche inkrementelle Backups wiederherzustellen sowie Anwender- und Software- oder Hardwarefehler tragen dazu bei, dass zwischen 15 und 25 Prozent der alten Daten nicht wiederhergestellt werden können.

Angesichts des Glaubens an die alten Systeme und des blinden Vertrauens in ihre Fähigkeit, Daten zu retten, können Backup-Fehler katastrophale Folgen für ein Unternehmen haben.

Allzu oft verlassen sich Unternehmen auf die Ausfallsicherheit ihrer Backup- und Recovery-Lösungen, und während sie von deren reibungsloser Arbeitsweise ausgehen, machen diese Haltung und das ungerechtfertigte Vertrauen in die Lösungen die Anwender unvorsichtig und nachlässig bezüglich eines fortwährenden Schutzes ihrer Daten.

Die Hindernisse für ein effizientes Backup

Obwohl sie einerseits in die Tools und Technologien investieren, die den Datenschutz gewährleisten sollten, bauen viele Unternehmen andererseits ihre eigenen Hindernisse für ein effizientes Backup auf. Diese Hindernisse sind:

Vertrauen auf ein einstufiges System ("Single-Tier"): Viel zu oft verfahren Organisationen mit ihren Backup-Systemen nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn". Sie nehmen sie nur wahr, wenn ein Notfall eintritt und lassen viel Zeit zwischen ihren Backups und noch mehr Zeit zwischen ihren Test-Restores verstreichen, wenn sie überhaupt welche durchführen.

Das bedeutet, dass Daten und Dateien Gefahr laufen, zum Zeitpunkt des Backups oder wenn eine Datenwiederherstellung benötigt wird, bereits veraltet zu sein. Auf ein einstufiges Backup-System zu vertrauen, ist etwa so, wie alles auf eine Karte zu setzen.

Im zweiten Teil stellen wir Ihnen die Lösungsansätze vor.

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