Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg wurde durch das Speichersystem gebremst

Landesweites Bibliothekssystem brauchte mehr I/Os

| Redakteur: Rainer Graefen

Die Universitätsbibliothek der Uni Tübingen
Die Universitätsbibliothek der Uni Tübingen (Uni Tübingen)

Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung - unter Federführung der Universität Ulm - erhielt die Firma aStec im Jahr 2009 den Auftrag das „integrierte Bibliothekssystem“ (IBS|BW) auf Basis ihres Produktes aDIS|BMS zu realisieren. Die Herausforderung des Projekts bestand darin, 300.000 Nutzern eine schnelle Recherche zu ermöglichen.

Ein Konsortium wissenschaftlicher Bibliotheken entschied sich zur Einführung eines einheitlichen Bibliothekssystems, welches alle medienbezogenen Dienste einer Bibliothek zusammenfasst.

Allen wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes steht es frei, dem Konsortium beizutreten. Die Produktion wurde 2010 aufgenommen. Mittlerweile wird das System von über 60 Einrichtungen mit über 300.000 Studenten, Mitarbeitern und Gästen genutzt.

Betreuer des IBS|BW ist das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ). Der Betrieb erfolgt am Zentrum für Datenverarbeitung der Eberhard Karls Universität Tübingen (ZDV), der den nutzenden Bibliotheken auf Basis von aDIS|BMS das lokale Bibliothekssystem in einem Cloud-Modell anbietet.

Mit dieser Cloudlösung wurde ein neuer Weg beschritten, der die Fähigkeiten der Beteiligten in idealer Weise zusammenführt. Als zukunftsweisend stellt sich das zentrale Betriebsmodell dar. Durch die Clusterlösung und zentrale Serverhaltung am ZDV sowie dem BSZ als zentralen Service-Verantwortlichen werden Synergien geschaffen und die Zusammenarbeit der Partnereinrichtungen langfristig gesichert.

Hochverfügbares Bibliothekssystem

Die produktiven Datenbanken belegen 1,6 TByte. Auf diese wird im Wesentlichen über Instanzen der relationalen Datenbank PostgreSQL zugegriffen. Tagsüber werden die I/O-Lasten durch Lesevorgänge dominiert, nachts finden in großem Umfang Backups, Datenbankupdates und andere schreibintensive Vorgänge statt.

Ergänzendes zum Thema
 
Projekt Landesweites Bibliothekssystem

Für den unterbrechungsfreien Betrieb ist es wesentlich, dass diese Arbeiten innerhalb vorgegebener, enger Zeitfenster beendet werden. Die Herausforderung liegt darin, dass sehr viele I/O-Operationen in kurzer Zeit abgearbeitet werden müssen.

Im Jahr 2009 erhielt das Berliner Unternehmen aStec den Zuschlag für den Aufbau des Bibliothekssystems aDIS|BMS mit einer landesweiten Lizenz, die für alle Hochschulen und die zwei Landesbibliotheken in Baden-Württemberg gilt.

Seit 2010 wurden nun sukzessive die alten Systeme der teilnehmenden Bibliotheken der Universitäten Freiburg, Hohenheim, Stuttgart, Tübingen und Ulm auf das neue System umgestellt. Darüber hinaus greifen mehr als 40 weitere Hochschulbibliotheken auf die Dienstleistungen zu, ebenso die badische und württembergische Landesbibliothek.

Planmäßiger Projektstart

Im Sommer 2013 konnte planmäßig die Migration abgeschlossen werden. Ziel des Projekts ist auch die langfristige Verbesserung der Kooperation zwischen den einzelnen Bibliotheken der verschiedenen Hochschulen im gesamten Bundesland. Davon versprechen sich alle beteiligten Parteien von Anfang an einen zentralen, wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb und die Erhaltung der Zukunftsfähigkeit aller beteiligten Bibliotheken.

Mehr als 300.000 Nutzer greifen heute auf das Bibliothekssystem zu. Sie suchen nach Büchern und Medien, leihen diese aus, merken diese vor oder verlängern Leihfristen. Neben der einfachen Suchfunktion können Studenten auch über den Thesaurus recherchieren und erhalten dank der guten Performance sehr schnell ihre Treffer.

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