Das ausgekochte Virtualisierungskonzept

Leicht migriert Datacenter-IT im laufenden Betrieb

| Autor / Redakteur: Carmen Achter / Rainer Graefen

Dank einer gemeinsamen Hochverfügbarkeitslösung von Exone und Newerkla läuft der Betrieb des Küchenherstellers Leicht durchgehend, auch nachts.
Dank einer gemeinsamen Hochverfügbarkeitslösung von Exone und Newerkla läuft der Betrieb des Küchenherstellers Leicht durchgehend, auch nachts. (Bild: Leicht)

Die Server-Landschaft der Küchenbauprofis von Leicht ist zwar hochverfügbar, das Rechenzentrum jedoch aufgrund der baulichen Bedingungen ein Schwachpunkt: Bei einer Havarie, etwa durch ein Feuer, wären wichtige Daten weg. Abhilfe soll daher eine Gebäude-übergreifendes Konzept bringen, das möglichst zugleich leistungsfähiger ist und mehr Flexibilität für Erweiterungen zulässt.

Die Küchenbauprofis von Leicht legen großen Wert auf Individualität, Sicherheit und Innovationskraft. Dieselben Maßstäbe sollen auch für das Rechenzentrum gelten. Gemeinsam mit dem Integrationspartner Newerkla hat Exone eine Hochverfügbarkeitsstrategie auf Basis von Datacore-Appliances entwickelt, die sich nun auf Servern in zwei unterschiedlichen Gebäuden befinden. Damit sind sowohl virtuelle Maschinen, als auch Storage ausfallsicher untergebracht.

In den Planungsbüros und Werkstätten der Firma Leicht in Waldstetten entstehen Küchen, die Träume in Erfüllung gehen lassen: Präzision, Ästhetik, Liebe zum Detail und durchdachte Funktionalität, sollen die Küchenmöbel und Ausstattungselemente zu begehrten Objekten machen. Dabei legt der Hersteller vor allem Werte wie Zuverlässigkeit und Vertrauen am Herzen, aber auch Innovationskraft. Das zahlt sich aus: Im vergangenen Jahr wurde der Küchenbauer mit dem „Plus X“-Award als „Most Innovative Brand“ ausgezeichnet.

In den Planungsbüros und Werkstätten der Firma Leicht in Waldstetten entstehen Küchen.
In den Planungsbüros und Werkstätten der Firma Leicht in Waldstetten entstehen Küchen. (Bild: Leicht)

Die Grundlage des Geschäfts bildet bei Leicht eine hochverfügbare IT-Lösung. „Denn fielen unsere Server aus, hätten sämtliche Computer ein Problem bei der zentralen Anmeldung, die Auftragssteuerung stünde still, im Versand könnten keine Labels mehr gedruckt werden“, erläutert Stefan David, Teamleiter IT-Infrastruktur bei Leicht Küchen. „Selbst in der Produktion fielen viele Maschinen aus, weil Winkelsägen, Kantungsanlagen und viele andere mit zentralen Datenbanken verbunden sind. Von der chaotischen Lagerhaltung mal ganz zu schweigen.“

Neue Hardware verboten

Kurzum: Ein Ausfall der Systeme hätte dramatische Folgen. Deshalb ist die IT-Landschaft hochverfügbar aufgebaut, Server-Systeme, im Cluster verbunden, boten bis vor kurzem Schutz gegen Ausfall und Datenverlust. Lediglich die Lage der Hardware in einem einzigen Rechenzentrum hat Teamleiter David Sorge bereitet: „Wir wollten eine Gebäude-übergreifende Lösung, die auch dann Schutz bietet, wenn beispielsweise ein Feuer ausbricht“, sagt er.

Allerdings: Mit dem bisherigen Hardwarehersteller wäre eine Lösung zum einen kostenintensiv, zum anderen wenig flexibel gewesen. Eine Erweiterung hätte immer nur über Komponenten desselben Herstellers stattfinden können.

Mit dem Team aus Exone und Newerkla hatte Leicht bereits erfolgreich zusammen gearbeitet, daher konzeptionierten die Partner für den IT-Leiter David eine passende Lösung seiner Server-Landschaft. Er sagt: „Neben dem Preis ist das Vertrauen in die Fähigkeiten eines Anbieters ein entscheidendes Argument bei so einer schwierigen Entscheidung.“ In den Vorgesprächen und mit dem Konzept habe er und das Team schon einen guten Eindruck von der Kompetenz des Teams bekommen.

Storage-Virtualisierung und mehr

„Für uns stand im Vordergrund, eine Infrastruktur zu schaffen, die sich flexibel erweitern lässt und gleichzeitig höchsten Anforderungen an Sicherheit und Integrationsfähigkeit genügt“, sagt Rüdiger Grund, Senior Field Service Engineer bei Exone. „Den bisherigen Cluster-Ansatz mit neuen Systemen weiter zu verfolgen, wäre zwar möglich gewesen, hätte aber beträchtliche Nachteile mit sich gebracht“, so Grund, etwa keinen redundanten Storage und höhere Servicekosten. „Unser Ansatz basiert daher auf der Integration von Datacore Appliances.“

Leicht baut Küchen - die IT-Basis bilden zwei Rechenzentren. Die jetzige Trennung der Serverl-Landschaft auf zwei unterschiedliche Gebäude bietet zuverlässigen Ausfallschutz.
Leicht baut Küchen - die IT-Basis bilden zwei Rechenzentren. Die jetzige Trennung der Serverl-Landschaft auf zwei unterschiedliche Gebäude bietet zuverlässigen Ausfallschutz. (Bild: Leicht)

Die Datacore-Software bietet Storage-Virtualisierung: „Neben der ausfallsicheren Replikation der Speicherinhalte über Standorte hinweg, erhöht die Lösung durch Caching auch noch die Performance des Systems“, so IT-Techniker Grund. Ein weiterer Vorteil von Datacore: Die Lösung ist erweiterbar.

„Die Appliance ist herstellerunabhängig“, betont Marc Grimmeißen, Senior IT Project Consultant von Newerkla. „So bindet man sich nicht langfristig an einen bestimmten Anbieter, sondern kann sich individuell für die beste Lösung entscheiden.“ Selbst die Übernahme der bestehenden Hardware in die neue Infrastruktur sei in vielen Fällen möglich.

Migration im laufenden Betrieb

Nach einer Analyse der Ist-Situation machten sich die Spezialisten vor Ort ans Werk, um die neue Hardware – bestehend aus „Exone Virtual Power“-Servern und „Exone V-SAN“-Storage – in die beiden Rechenzentren von Leicht zu integrieren. Dabei verabschiedete sich der Küchenhersteller nicht nur von der bekannten Server-Hardware, sondern auch vom gewohnten iSCSI-Protokoll. Stattdessen wurden die Server via Fibre Channel über Glasfaserleitungen mit der V-SAN Storage verbunden.

Die neue Lösung sichert langfristig nicht nur die Daten von Leicht, sondern auch die Investitionen: Das Lizenzmodell von Datacore erlaubt die Integration unterschiedlicher Hardware und macht daher ein Nach- und Aufrüsten verschiedener Komponenten erschwinglich und flexibel.
Die neue Lösung sichert langfristig nicht nur die Daten von Leicht, sondern auch die Investitionen: Das Lizenzmodell von Datacore erlaubt die Integration unterschiedlicher Hardware und macht daher ein Nach- und Aufrüsten verschiedener Komponenten erschwinglich und flexibel. (Bild: Leicht)

„Sieht man von kleineren Herausforderungen ab, die bei so einem Projekt normal sind, ist der Umstieg auf die neue Hardware und das Leitungssystem völlig reibungslos verlaufen“, berichtet David. Besonders erfreulich: Die gesamte Installation verlief im laufenden Betrieb. „Die Produktion und die Kollegen an den Rechnern haben von der sanften Migration praktisch nichts mitbekommen“, sagt David.

Für ihn ist das ein eindeutiges Zeichen für die Professionalität der Dienstleister: „Wir setzen VMware in mehreren Generationen ein, das erfordert schon ein gewisses Verständnis. Dazu kommt eine komplexe Umgebung. Da haben Exone und Neweerkla sehr gute Arbeit abgeliefert“, lobt David.

Folgeaufträge für Exone und Newerkla

Einen hohen Stellenwert hat für Leicht nicht nur das laufenden Projekt, sondern auch die Nachbetreuung. Vor allem die Tatsache, dass im Notfall gleich zwei kompetente Partner zur Verfügung stehen, die lokal zusammenarbeiten, gab den Ausschlag für zwei Folgeaufträge: Mittlerweile haben die Projektpartner auch die beiden Außenstandorte mit neuer Hardware versorgt.

Im so genannten Wohnkaufhaus in Schwäbisch Gmünd stand die Erneuerung der vorhandenen „ESX“-Hardware im Vordergrund, inklusive der Datenübernahme und –integration ins neue System. Am Produktionsstandort in Kirchheim unter Teck schließlich installierten die Partner zwei neue ESX-Server und Backup-Produkte von Veeam. Im Schadensfall kann Leicht so auf Recovery-Daten zurückgreifen, die maximal 30 Minuten alt sind.

Stefan David ist am Ende des Projekts voll des Lobes: „Ein stimmiges Konzept, eine saubere Abwicklung und eine sanfte Migration, die völlig reibungsfrei verläuft – viel besser kann es kaum laufen“, fasst er die Zusammenarbeit zusammen.

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