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Mit neuen Smart Array Controllern bringt HP die CPU auf Trab Leistungswillige ProLiant-Server setzen auf die Solid State Disk

Autor / Redakteur: Rudi Kulzer / Rainer Graefen

Hewlett-Packard hat im Februar im Rahmen einer Kunden- und Partnerkonferenz in Las Vegas neue Server vorgestellt. Die HP ProLiant Generation 8 (Gen8) genannte Familie soll der Automatisierung in den Rechenzentren auf die Sprünge helfen. Dazu mussten neben den Rechnern auch deren Zusammenspiel mit den Speichern angepasst werden.

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ProLiant ist HPs Server-Familie, die ursprünglich von Compaq kam und seither die Brot-und-Butter Produkte des Serverangebots aus Palo Alto bilden. Im Rahmen des "Voyager" genannten Projektes hat HP nun die 8. Generation seiner Server nach dem sogenannten Industriestandard (x86) entwickelt, die mit einer Reihe technischer Verbesserungen Partnern und Kunden das Arbeiten in Rechenzentren erheblich erleichtern und deren Kosten verbessern soll.

Unternehmen geben im Schnitt in einem Zeitraum von drei Jahren etwa 24 Millionen US-Dollar für manuelle Eingriffe in der Serveradministration aus. Dieser Aufwand soll mit der integrierten Automatisierungstechnik auf ein Drittel reduziert werden. Darüber sollen mit dem intensiven Einsatz von Sensoren (Sea of Sensors) vor allem die Energie- und Gebäudekosten der Rechenzentren gesenkt werden.

Arbeitsreduzierungsprogramm

Rechenzentren von Unternehmen und Institutionen finden sich derzeit durch veränderte Paradigmen am IT-Markt unter starkem Druck. Dabei geht es in erster Line um eine stark wachsende Datenmenge sowie um eine hohe Nachfrage nach Serviceleistungen im Rahmen von Cloud Computing.

Unternehmen aller Größe versuchen mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, stehen jedoch dem Trend häufig unvorbereitet gegenüber wie verschiedene Analysen bescheinigen. Ein gravierendes Problem ist der Fachkräftemangel in der IT-Industrie sowie ein Fehlen an Administratoren, das sich immer stärker bemerkbar macht

Mit dem Projekt „Voyager“ seit Ende des vergangenen Jahres hat HP ein drittes Thema in Angriff genommen. Mit den Im November 2011 vorgestellten Projekten "Moonshot" (Energieeinsparungen durch den Einsatz von Handychips in Serverfarmen) und "Odyssey" (geschäftskritische Anwendungen auf x86-Servern) konzentriert sich nun Voyager auf die notwendige Automatisierung der x86-Server. Ziel des Projektes ist es, jeden Aspekt im Lebenszykluse eines Servers zu automatisieren.

Den Server als Automatisierungshindernis eliminieren

Es war das Ziel des 300 Millionen teuren Projekt mit einer Entwicklungszeit von zwei Jahren vor allem die Alltagsarbeit und Kosten in herkömmlichen Rechenzentren so weit wie möglich zu automatisieren und damit den nötigen Zeitaufwand stark zu verkürzen. Voyager hat nach Angaben von HP etwa 900 Patente hervorgebracht, die als Grundlage für eine neue, „HP ProAktive Insight“ genannte Systemarchitektur, dienen.

Die Architektur „HP ProActive Insight“ umfasst leistungsfähige Hard- und Software aus eigener Entwicklung für die Automatisierung der Server-Lebenszyklen. Außerdem liefert sie Informationen über den Gesundheitszustand der Server (HP Active Health Monitoring), sowie über den Energieverbrauch und weitere wichtige Kennzahlen. Dadurch können Online-System-Updates bis zu dreimal schneller installiert und Ausfallzeiten um bis zu 93 Prozent reduziert werden.

Mehr Sensoren für den Überblick

„Automated Energy Optimization“ ermöglicht fast die doppelte Rechenkapazität pro Watt. Durch intelligente Racks mit integrierten Sensoren sparen Unternehmen bis zu sieben Millionen US-Dollar Energiekosten innerhalb von drei Jahren. „HP 3-D Sea of Sensors“ automatisiert die Inventarverwaltung und liefert exakte Daten über Stromverbrauch pro Rack und Server, sodass Arbeitslasten optimal verteilt werden können", sagt Johannes Horneck, Product Manager ProLiant

HPC & Serviceprovider Cloud bei HP.

Mit dem Projekt Voyager will HP die Leistung Server und Storage auf ein neues Niveau heben. Dabei war von bis zu 50 Prozent mehr Leistung bei rund 88 Prozent weniger Stromverbrauch und einem Drittel weniger Stellfläche die Rede. Der Stromverbrauch einer Virtuellen Maschine verringere sich um bis zu 40 Prozent. Zudem lassen sich auf den Systemen der "Gen8" bis zu 30 Prozent mehr virtuelle Maschinen installieren, war bei der Präsentation zu hören.

Speicher müssen zu Servern aufschließen

Für eine Optimierung des Zusammenspiels von Servern und Speichern setzt HP stark auf Solid State Disks (SSDs) und eine „Dynamic Workflow Acceleration“ genannten Technik. "Daten-intensive Speicherprozesse werden durch den Einsatz eines konvergenten Speicher- und Server-Designs um das Siebenfache beschleunigt.

Mit Hilfe von Smart Analytics und einer kontinuierliche Auswertung der Arbeitslasten passen sich die Gen8-Server kontinuierlich an aktuelle Anforderungen an und verbessern die System-Leistung und -Effizienz. HP Advanced Data Mirroring und Algorithmen steigern die Sicherheit um das Tausendfache und beschleunigen die RAID-Initialisierung um 95 Prozent", behauptet Horneck.

„Ein Beispiel für die Performance-Lücke (zwischen Server und Storage) ist der Bereich Datenbank-Anwendungen“, erklärt Steven Schultz, Leiter Smart Storage bei HP, in einem Blogeintrag: Im Jahr 2000 habe HP rund 180 „Spindeln“ (Synonym für drehende Festplatten) benötigt, um die I/O-Leistung zwischen internen und externem Storage und den Servern anzugleichen, 2009 waren es 1000 Laufwerke. Um die Leistungsfähigkeit der Gen8-Rechner auszuschöpfen wären theoretisch sogar mehr als 2000 Festplatten nötig gewesen.

SSD Einsatz für bessere Antwortzeiten

Als wichtigen Teil der gesamten Lösung hat HP seine „Smart Controller“ für die inzwischen preisgünstigeren SSDs angepasst. Durch diese I/O-Beschleunigung lässt sich die Anzahl der Spindeln auf 100 reduzieren, um den Datenstau zu vermeiden. Anwendungen, die OLTP (OnlineTransaction Processing) oder Videostreams nutzen, sollen sich auf diese Weise um rund 50 Prozent effektiver betreiben lassen, verspricht man bei HP.

Der neue Controller bietet HP zufolge sechsmal mehr Leistung als die Vorgängerversion. Die neue Generation der eingebetteten SAS-Controller schafft 6 GBit/s. Der DRAM-Cache in den neuen Servern wurde verdoppelt. Parallel zu den neuen SAS-Controllern (Serial Attached SCSI) sorgt der neue Algorithmus Dynamic Workload Acceleration für ein intelligentes Data-Caching.

Smart Array Controller für den DL380 mit 2 Höheneinheiten
Smart Array Controller für den DL380 mit 2 Höheneinheiten

Verdoppelt hat HP auch die Storage-Kapazität der Gen8 Server. Somit unterstützt ein DL380 mit zwei Höheneinheiten künftig bis zu 36 Terabyte. Der integrierte Smart-Array-RAID-Controller der SSDs ist laut Hersteller bis zu 60-mal schneller als der von klassischen Festplatten. HP rundet das neue Angebot noch mit einem so genannten Smart Memory ab. Verbessern will HP zudem die Advanced Memory Error Detection, was die Verfügbarkeit des Arbeitsspeicher um 35 Prozent erhöhen soll.

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