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Iomega will mit NAS-Systemen und Stil Apple-Anwender zurückgewinnen Macintoshs Time Machine steuert Datensicherung auf externen Festplatten

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Nico Litzel

Zeitnah zur Einführung des neuen Betriebssystems Mac OS X 10.5 von Apple, kurz „Leopard”, präsentiert Iomega eine Reihe neuer Speicherprodukte für den Macintosh. Das Unternehmen hofft, von der neuen Funktion „Time Machine” des Betriebssystems zu profitieren.

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Zeitnah zur Einführung des neuen Apple-Betriebsystems Mac OS X 10.5 bietet Iomega externe Speicher für Mac-User an.
Zeitnah zur Einführung des neuen Apple-Betriebsystems Mac OS X 10.5 bietet Iomega externe Speicher für Mac-User an.
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass Iomega gerade jetzt den Macintosh-Markt wieder neu entdeckt, hat einen simplen Grund: Das neue Betriebssystem „Leopard” verfügt über das Feature „Time Machine”, das Backups auf externen Festplatten steuert und auch einen Zugriff auf ältere Datenbestände oder Dateiversionen ermöglicht. Dadurch könnten sich Macintosh-Anwender verstärkt für externe Speichergeräte interessieren, seien es Netzwerk-Festplatten oder externe.

Schon während der Apple Expo 2007 im September in Paris war Iomega mit vier neuen Produktreihen aufgetreten, doch sind sie in Deutschland erst jetzt offiziell erhältlich. Neu ist der Ultramax Pro Desktop mit einer Kapazität von 1,5 Terabyte und RAID-0 und 1. Mit zwei SATA-II-Festplatten ausgestattet, ist das Gerät ab Werk auf den Striping-Modus RAID-0 voreingestellt, bietet also keine Redundanz.

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Wem das zu unsicher ist, kann das Gerät auf RAID-1 umkonfigurieren und damit die Disks spiegeln. Als weitere Betriebsarten bietet Iomega noch „Spanned“ und „Simple“ an. Spanned behandelt die beiden Disks wie eine einzige, während Simple jede Festplatte als eigenes Laufwerk betrachtet.

USB, Firewire und eSATA

Der Ultramax Desktop ist mit 500 oder 750 Gigabyte erhältlich und besitzt mehrere USB- und Firewire-Schnittstellen. Optional sind auch eSATA-Schnittstellen erhältlich. Alle Ultramax-Modelle werden mit HFS+ vorformatiert, dem nativen Dateisystem von Mac OS X. An einen Macintosh angeschlossen, ermöglichen die Iomega-Speicher das Rückspeichern von Daten nach einer Störung sowie eine effiziente Ausnutzung der Diskkapazität. Windows-Nutzer müssen die Festplatte auf NTFS oder FAT32 umformatieren.

Minimax Desktop

Obwohl Insider dem Mac Mini keine lange Lebensdauer mehr zutrauen, hat Iomega den Minimax Desktop, dessen Stellfläche genau dem Apple-Rechner entspricht, nachgebessert. Er enthält eine Festplatte mit 500 oder 750 Gigabyte sowie einen Hub mit drei USB- und Firewire-Ports. Etwas Neues kommt auch bei den portablen 2,5-Zoll-Festplatten: Die Ego-Reihe hat ein kirschrotes Gehäuse mit verchromten Endstücken und kann mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten erworben werden.

Endlich ein Ausweg aus der Dauerkrise?

Obwohl die Produkte von Iomega einen guten Ruf genießen, steht es um das Unternehmen nicht gerade rosig. Die aktuelle Produktpalette kann man, anders als in früheren Jahren, in mehr oder weniger identischer Ausstattung bei zahlreichen Mitbewerbern finden. Genauer: Nach dem Riesenerfolg der Zip-Technik gehen die Geschäfte seit acht Jahren ständig zurück.

Zip war 1994 eingeführt worden und galt mit seinen 100-Megabyte-Disketten als zuverlässiges und erschwingliches Speicherprodukt für private und kleinere Geschäftsanwender. Doch konnte sich Iomega nicht gegen Entwicklungen wie die beschreibbare CD, DVDs oder USB-Sticks wehren und bewegt sich seitdem nur noch knietief in den roten Zahlen.

So sank der Umsatz zwischen 1998 und 2006 von 1,7 Milliarden auf 230 Millionen US-Dollar, schwarze Zahlen hat das Unternehmen zuletzt 2002 geschrieben. Während des Abschwunges schrumpfte die Belegschaft von 4.800 Mitarbeitern auf 220, und die früher eigene Produktion wurde nach Fernost ausgelagert.

Fehlschlag DCT

Im gleichen Zeitraum setzte Iomega mit DCT (Digital Capture Technology) auf das falsche Pferd und verlor einiges an Geld. Die 2003 vorgestellte Technik speicherte 1,5 Gigabyte auf ein Speichermedium mit einem Gewicht von nur neun Gramm und war als Speichermedium für Mobilgeräte wie Camcorder, Tablet-PCs und Handhelds geplant. Der Markt mit Flash-Speichern überrollte diese Produktidee, sodass Iomega die Entwicklung schließlich einstellte.

Jetzt will Iomega das Geschäft mit Apple zurückgewinnen, nachdem man auch hier viel Boden verloren hat. Die Produkte von Iomega genossen bei Mac-Anwendern eine weite Verbreitung – zeitweise waren Zip-Laufwerke serienmäßig in einzelne Macintosh-Modelle eingebaut. In den schweren Zeiten nach dem Ende der Zip-Ära verlor Iomega im Mac-Bereich die Marktführerschaft an den Home-NAS-Hersteller LaCie. Nun hofft man, dass „Time Machine“, das Backup-Feature des neuen Mac-Betriebssystems, Anwender zum Kauf eines darauf optimierten Speichergerätes bewegt.

(ID:2008513)