Prognosen von IDC zum Speichermarkt

Markt für externe Speichersysteme schrumpft

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Nico Litzel

Der weltweite Markt für externe Speichersysteme schrumpft, was in erster Linie dem US- und dem kanadischen Markt zu verdanken ist.
Der weltweite Markt für externe Speichersysteme schrumpft, was in erster Linie dem US- und dem kanadischen Markt zu verdanken ist. (Bild: IDC)

Während der Markt für externe Speichersysteme nach aktuellen Daten von IDC insgesamt schrumpft, legen neue Technologien Wachstumsraten von mehr als 50 Prozent hin. Ein Technologiewechsel bahnt sich an.

Die Boom-Technologien im Speichermarkt der kommenden Jahre heißen laut IDC Hyperkonvergenz, Flash, softwaredefinierte Speichersysteme und Cloud-Storage. All diese Technologien wachsen derzeit, so IDC-Analyst Georgio Nebuloni anlässlich einer Präsentation zur Kongressmesse Powering the Cloud, mehr als 50 Prozent im Jahr. Ebenfalls vielversprechend sind NAS-Systeme für kleinere Unternehmen.

Etablierter Speicher-Großtechnik dagegen geht es an den Kragen. Das zeigt sich insbesondere, wenn man die Daten für externe Speicherlösungen weltweit betrachtet. Der Markt dafür war im zweiten Quartal 2014 etwa 5,9 Milliarden US-Dollar groß und gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum weltweit um ein Prozent geschrumpft.

Das aber nicht etwa gleichmäßig über alle Regionen hinweg. Vielmehr verloren diese Systeme im Markt-Schwergewicht USA (43 Prozent Anteil am umsatzbezogenen Marktvolumen) und in der asiatisch-pazifischen Region (15 Prozent Anteil) jeweils vier Prozent, in Japan (sechs Prozent Anteil) immerhin noch drei Prozent und in Kanada gar zehn Prozent. Westeuropa konnte sein Volumen um gerade mal zwei Prozent erhöhen. Kurz: In den etablierten Märkten ist die Luft raus.

Wachstum in Zentral- und Osteuropa und in Lateinamerika

Dass das Ganze sich am Ende nur zu einer Schrumpfungsrate von einem Prozent verdichtete, ist Zentral- und Osteuropa (plus elf Prozent) sowie Lateinamerika (plus 16 Prozent!) zu verdanken. Der Schrumpfprozess scheint einem Überdruss an meist ziemlich teuren Highend-Speicherlösungen geschuldet zu sein, an denen einige wenige Hersteller über Jahre prächtig verdient haben. Das jedenfalls legt ein Blick auf die EMEA-Wachstumskurven für verschiedene Kategorien externen Speichers nahe: Midrange-Storage wächst langsam, aber stetig, vom Highend ist das Gegenteil richtig.

In Deutschland erreichte der Markt für externe Speichersysteme im ersten Halbjahr 2014 ein Volumen von etwas über 700 Millionen Dollar und wuchs um gesunde sieben Prozent, die Rate soll aber 2015 auf nur noch drei Prozent zurückgehen. Bei den Anteilen der einzelnen Hersteller sind keine gravierenden Unterschiede festzustellen, deutlich sichtbar allenfalls ein gestiegener Anteil von HP, der wohl auf die 3Par-Produkte zurückzuführen ist.

Das große Umdenken: Daten in den Mittelpunkt

Auch die Kongress-Präsentation von Ben Woo, Gründer und Leiter des Marktforschungsunternehmens Neuralytix, ließ erahnen, dass im Speicherbereich ein relativ rigoroses Umdenken ansteht. Der Analyst prognostiziert fürs Jahr 2015 beispielsweise mehr und mehr Speicherlösungen, die direkt über Ethernet angebunden werden, keinen Controller mehr besitzen und über Software zu steuern sind.

Immer mehr begännen Anwender zu begreifen, dass es eigentlich nicht um die Speicherhardware ginge, sondern um die darauf liegenden Daten, und dass der Fokus der Aufmerksamkeit sich deswegen auf Fragen wie Datenschutz, Datensicherheit, Zugriffsrechte etc. richten werde statt auf die Umdrehungsgeschwindigkeit der Festplatte oder die Zahl der SSD-Schreibzyklen.

Flash-Speicher gewinnen immer mehr an Bedeutung

Für neue Speichertechnik ist trotzdem Raum, beispielsweise für Flash-Technologie, der Woo und IDC steigende Bedeutung attestieren. IDC misst das zu erwartende stetige Absinken der Flash-Preise pro Gigabyte, die aber mit rund fünf US- Dollar immer noch um Dimensionen über den 64 US-Cent pro Gigabyte der traditionellen Festplatten liegen. Konkurrenzfähig werde die Technologie durch hybride Geräte, die Flash für die sehr schnellen Speichervorgänge mit konventioneller Technik kombinieren und deren Nutzen die etwas höheren Preise aufwiegt.

Auch bei Cloud-Storage kommt Woo zu ähnlich positiven Schlüssen wie IDC. IDC prognostiziert, dass zumindest im europäischen Raum 2018 rund 20 Prozent des gesamten Umsatzes mit externen Speichern (1,9 Milliarden US-Dollar von etwa 8,9 Milliarden US-Dollar), auf Cloud-Speicher entfallen soll.

Verwunderlich ist dies nicht, sind doch die wichtigsten Sorgen der Speichermanager derzeit entweder unzureichende Kapazitäten oder fehlendes Managementpersonal beziehungsweise zu komplizierte Management-Software. Beide Probleme könnte Cloud-Storage lösen: Für Kapazität und Management ist hier vor allem der Provider zuständig. Ob sich freilich auch die Archivierung von Geschäftsdaten in der Cloud durchsetzt, wie Woo prognostiziert, muss sich erst noch zeigen.

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