Umfrage: Zehn Antworten von Datacore zu Cloud Storage Mautgebühren nicht unterschätzen

Redakteur: Rainer Graefen

Storage-Insider.de sprach mit Siegfried Betke, Director Central Europe bei DataCore, über Kosteneinsparungen und Kostenfresser, die beim Einsatz der Cloud zu berücksichtigen sind.

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Siegfried Betke, Director Central Europe bei DataCore
Siegfried Betke, Director Central Europe bei DataCore
( Archiv: Vogel Business Media )

Weitere Umfrage-Ergebnisse finden Sie hier: Umfrage 2010 zu Cloud Storage

1. In der IT-Welt wird aktuell viel über Cloud (-Storage) geredet. Was bedeutet eigentlich Cloud? Warum reden wir an dieser Stelle nicht mehr übers Internet?

Betke: Cloud Computing ist teilweise „alter Wein in neuen Schläuchen“. Was wir heute als Cloud oder Cloud-Services bezeichnen, hieß vor ein paar Jahren Application-Service-Providing (ASP) und dann Grid-/Utility-Computing.

Neu am Cloud-Gedanken ist jedoch die Flexibilität aufgrund einer durchgängigen virtuellen Infrastruktur für Server, Desktop und Storage. DataCore macht seit zwölf Jahren nichts anderes als Storage-Virtualisierung – wir sind sozusagen der Urvater von Cloud-Storage!

Das Internet im Sinne der Cloud ist ein Transportmedium und damit Stück der Infrastruktur für die sogenannte public Cloud.

2. Die Storage-Industrie macht einen Unterschied zwischen private Cloud und public Cloud. Warum ist der Zwischenschritt der „privaten Wolke“ notwendig?

2. Die Storage-Industrie macht einen Unterschied zwischen private Cloud und public Cloud. Warum ist der Zwischenschritt der „privaten Wolke“ notwendig?

Betke: Es handelt sich ja eigentlich nicht um einen logischen Zwischenschritt. In der Regel zwingen interne oder gesetzliche Vorgaben Firmen dazu, ihre Daten besonders sicher vorzuhalten.

Aus Sicherheitsgründen und aufgrund der Rentabilität zentralisieren und virtualisieren viele Unternehmen in einer privaten Cloud. Die private Cloud ist ganz einfach ein Intranet, das auf einem zentralen Rechenzentrum basiert.

Gerade in Deutschland ist die Akzeptanz einer Public Cloud, bei der ja Dienste zu Service-Providern ausgelagert werden, noch sehr unterentwickelt. Letztlich wird es eine Frage der Kosten, wann sich diese Services in welchen Unternehmensbereichen durchsetzen. Noch ist die Zurückhaltung aber groß.

3. In welcher Cloud-Sphäre ist ihr Unternehmen mit welchen Angeboten aktiv?

Betke: DataCore ist in der „Storage-Cloud“ beheimatet, wir bilden die virtuelle Storage-Infrastruktur, die häufig in einer privaten Cloud genutzt wird. Mit unserer Speichervirtualisierung werden die Anwender unabhängig von Storage-Hardware und –Herstellern, können die Kapazitäten einzelner Storages zu globalen Pools zusammenzufassen und dadurch die Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit im Backend erhöhen. Wir machen Storage zum Service aus der Cloud!

4. Welchen Fragen werden Ihnen von ihren Kunden zu Cloud-Angeboten gestellt? (zwei Fragen, wenn möglich)

Betke:

  • Wie zukunftssicher ist eine virtuelle Infrastruktur mit DataCore und wo sind die Vorteile gegenüber anderen Lösungen?
  • Wie hoch sind die jährliche Kosten eines virtuellen Speicher-SAN?

5. Daten in der Cloud abzulegen wird heute schon vielerorts praktiziert. Gilt das auch für den Zugriff auf Daten und Datenbanken?

Betke: Ja, auch Datenbanken oder andere performancehungrige Anwendungen können in der „Cloud“ gespeichert und vor allem abgerufen werden. Viele unserer Kunden betreiben komplette SAP-Umgebungen auf unserem virtuellen Storage.

Eine unserer Kernkompetenzen und absolutes Alleinstellungsmerkmal ist unser Caching. Damit beschleunigen wir nahezu jeden Storage um 10 bis 20 Prozent. Zudem vereinen wir SATA, SAS und FC, aber auch SSD in unseren Storage-Pool und können so die gewünschte Performance liefern.

6. Cloud-Storage soll die Kosten der IT reduzieren. Verfügen Sie über Kostenkalkulationen und mit wie viel Prozent kann man rechnen? (ev. drei Services nennen)

Betke: Prinzipiell kann man sagen, dass man mit dem Einsatz von „Cloud-Storage“ Kosteneinsparungen erzielt. Eine Hochverfügbarkeitslösung mit unserer Software und Standardhardware ist in der Regel etwa 30 bis 50 Prozent günstiger in der Anschaffung als vergleichbare SAN-Funktionalität bei Storage-Herstellern.

Kosten werden weiter dadurch gesenkt, dass man Hardware nach Bedarf flexibel integriert und die ungenutzten Ressourcen minimiert. Die Software-Funktionalität bleibt mir dann auch erhalten, wenn ich die Hardware austauschen muss.

7. Könnten die Kosten für den Transportweg und eventuell auch die Anforderung an die Quality of Services der Verbindung dieser Aussage nicht einen Strich durch die Rechnung machen?

Betke: Es ist tatsächlich so, dass Transportwege, die im Giga-Bit-Bereich liegen, enorm hohe Anforderungen stellen können, so dass beispielsweise Leitungs- oder Providerkosten die Einsparungen, die beim Storage erreicht wurden wieder zunichte machen.

Wir empfehlen daher immer sorgfältig zu kalkulieren und sich von einem kompetenten Partner beraten zu lassen.

8. Der sichere Zugriff auf die eigenen Daten in der Cloud scheint lösbar zu sein. Gilt dies auch, wenn der Service von mehreren Plattform-Betreibern geliefert wird?

Betke: Ja, aber das sind immer Fragen der eingesetzten Techniken und deren Handhabung. Werden keine hochsensiblen Daten gespeichert, muss auch nicht das stärkste Verschlüsselungsverfahren eingesetzt werden.

Muss das Unternehmen gesetzliche Anforderungen erfüllen, dann kann die Umsetzung der Sicherheitsvorgaben deutlich komplexer sein. Beispielsweise werden dann Firewalls oder VPNs installiert oder Datenverschlüsselung bzw. Zertifikate usw. eingerichtet.

Sowohl Sicherheit als auch Performance sind in der Cloud technisch realisierbar. Die entscheidende Frage ist nach wie vor, zu welchem Preis welche Daten einen entsprechenden Service erhalten. Die ungelösten Fragen der HSM- oder ILM-Diskussionen sind durch die Cloud nicht automatisch gelöst.

9. Daten löschen fällt bekanntlich jedermann sehr schwer. Sehen Sie das als zukünftig größeres Problem virtuelle Maschinen zu löschen?

Betke: Dieses Problem ist bereits existent! Es gibt sehr viele Firmen, die virtuelle Server gesichert haben und diese eine bestimmte Zeit archivieren müssen, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

Hier sind die Hersteller der Hypervisor-Software gefragt. Viele arbeiten schon an der Lösung dieses Problems. Generell erhöht die Virtualisierung nicht die logische Übersicht auf die Daten und Datenhaltung.

10. Bei VMware arbeitet man an einem Services-Katalog. Werden demnächst auch Privatanwender aus solchen Katalogen Services und Preise vergleichen können?

Betke: Das ist durchaus eine realistische Möglichkeit.

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