Big Blue integriert seine Storage-Plattformen in Spectrum

Mehr Freiheitsgrade bei IBM Storage

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Rainer Graefen

Software-defined Storage erlaubt die Automation der Workload-Orchestrierung.
Software-defined Storage erlaubt die Automation der Workload-Orchestrierung. (Bild: IBM)

IBM gab auf seinen Storage Strategy Days in Stuttgart einen Ausblick auf wichtige Storage-Trends und erläuterte, mit welchen neuen Produktverbesserungen die Kunden im nächsten halben Jahr rechnen können.

Storage ist ein wesentlicher Teil von IBMs softwaregetriebener Smarter Infrastructure-Strategie. Die Software-defined Storage-Produkte werden unter dem übergreifenden Label "Spectrum" vermarktet, das nun die vielen Puzzle-Teile des IBMs Storage-Angebots unter einem Dach zusammenführt.

"So kommt es, dass wir beispielsweise GPFS als Spectrum Scale anbieten", berichtet Robert Haas, CTO Europe für IBM Storage. "Spectrum Accelerate ist ebenso eine Software wie etwa Spectrum Control, Spectrum Virtualize und so weiter. Wir wollten die Kunden nicht weiter mit einem Wust von Produktbezeichnungen verwirren."

Voran mit SDS

Dass die Software-Ebene nun abstrahiert wurde und sich folglich zwischen Geräten und Plattformen übertragen lässt, ist dem neuartigen Konzept Software-defined Storage (SDS) zu verdanken. "Der Kunde ist nicht mehr an einen Hardware-Hersteller gebunden." Außerdem erlaube SDS, Richtlinien und personalisierte Konfigurationen zu speichern, auszurollen und an zentraler Stelle zu erzwingen. "Das ist eine strategische Richtung, die wir auf jeden Fall weiter verfolgen werden, und zwar in führender Position."

Das ist auch zwingend erforderlich, denn der Storage-Markt befindet sich im Umbruch. Die Datenmengen steigen explosionsartig an, dadurch gerät die Migration von System und Daten für Anwender zu einem Dauerproblem. Big Blue favorisiert deshalb Strategien "den Anwendern zu geben, was sie brauchen und wollen". Die ihnen aber auch die Freiheit gewähren, anderenorts günstige Investitionen zu tätigen, die nicht gleich alle Funktionalitäten von Spectrum bieten.

Das nächste halbe Jahr

Konkret bedeutet dies, dass IBM für Anwendungen mit höherer I/O-Anforderung All-Flash-Arrays anbietet - allerdings ohne die Verpflichtung SSDs mitzuerwerben. Des Weiteren muss sich mit der Lösung die Verlagerung und das hierarchische Speichern von Daten (Tiering) so agil und kostengünstig wie möglich realisieren lassen.

IBM verfügt laut Haas über die Palette Flash, HDD und Tape mit 6 Terabyte Kapazität pro Kassette bei LTO-7. "Tape ist nicht tot. Laborexperimente am IBM-Forschungszentrum in Zürich zeigen, dass eine Kassette zukünftig bis zu 220 Terabyte speichern könnte. Im vierten Quartal 2015 und im 2. Quartal 2016 werden neue beziehungsweise optimierte Produkte vorgestellt.

Zu diesem Zeitpunkt kommen auch PCM-Chips (Phase Change Memory) auf den Markt. Diese weisen Zugriffszeiten von 200 bis 2000 Nanosekunden (Flash: 50 µs bis 1 ms) und derzeit eine Kapazität zwischen 32 und 128 GB auf. Da sie haltbarer und schneller als die Flash-Alternative sind, "dürften sie aber teurer sein als Flash", wie der scheidende Doyen der IBM-Speicherexperten Kurt Gerecke sagte.

Speichertechnik verändert Arbeitsprozesse

Zugleich mit den Businessleuten machen sich Mitarbeiter wie der Chief Information Officer (CIO), der Storage-Administrator, der Rechenzentrumsleiter und der Cloud-Betreiber Gedanken, wie sie ihre Einrichtungen auch unter Berücksichtigung künftiger Anforderungen möglichst wirtschaftlich betreiben können. Dies führt nach Angaben von Robert Haas zu einer Transformation der Anwendungen und ihrer jeweiligen Workloads. Traditionelle Workloads werden mittels aktueller Technologien wie Flash und PCM in neue umgewandelt, die viel bedarfsorientierter, kleinteiliger und Policy-gerechter sind.

Software-defined Storage ermöglicht die kontinuierliche Optimierung von Workloads und Strukturen. "Wir befreien den Kunden von der Hardware-Abhängigkeit und beschleunigen damit den Release- und Innovationszyklus", so Haas. "Es ist nur eine einfache VM, die geladen wird und das geht sehr schnell." Das beeinflusse die Evolution von Hard- und Software positiv. "Außerdem betrifft dies auch die Lizenzen. Diese waren in der Vergangenheit nichts mehr wert, sobald eine Hardware-Plattform eingestellt wurde. Heute sind sie jedoch übertragbar."

Mit Virtual Volumes zur Hyperkonvergenz

Ein brandneues Konzept sind Virtual Volumes, die VMware im August vorstellte. Hier sind virtuelle Laufwerke ähnlich wie LUNs virtualisiert, so dass sie viel leichter bedarfsgerecht verwaltet werden können.

"Beispielsweise muss nicht mehr die komplette LUN gesichert werden. Sondern nur noch die wirklich in Gebrauch befindlichen virtuellen Volumes (vVol)", erläutert Haas. Dieses neue Feature, an dessen Entwicklung IBM beteiligt gewesen sei, werde bereits in der XIV-Modellreihe unterstützt und zukünftig auch in Spectrum Accelerate. Damit können auch Compute-VMs für Anwendungen betrieben werden: voilà, eine hyperkonvergente Struktur.

DESY beschleunigt Auswertungen

Auch spiele die Cloud - insbesondere die hybride - eine zunehmend wichtige Rolle. Für Service Provider ist sie die zentrale Infrastruktur und muss möglichst wirtschaftlich betrieben werden. Dafür stellt IBM mit Spectrum Scale (vormals GPFS) die entsprechende Infrastruktur bereit. Ein gutes Beispiel dafür, wie flexible Storage- und Compute-Strukturen Unternehmen verändern, ist das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg - einer von IBMs Referenzkunden. DESY investierte 225 Millionen Euro in neue Experimentaltechnologie, aber auch in die IT.

Heute ist DESY in der Lage, Ergebnisse in Echtzeit bereitzustellen - ein enormer Fortschritt gegenüber dem früheren Ablauf. Zur Zeit werden auf Spectrum Scale basierende ESS-Appliances mit Flash und HDD genutzt. "Spectrum Scale erfüllt nicht nur die jetzigen Bedürfnisse datenintensiver Forschung, sondern unterstützt auch den Trend hin zu einem Cloud-basierten Servicemodell", berichtet Haas.

"Spectrum ist unsere Plattform, die wir in allen Formaten ausbauen werden, nach denen Kunden verlangen: als Appliance, als softwarebasierte Struktur, als Cloud-Service und so weiter", kündigt Haas an. "Hier werden Sie in den kommenden Monaten einige Ankündigungen sehen."

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