Neues von der AWS re:invent

Mehr Storage-Services auf AWS

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Tina Billo

Auf dem Programm der diesjährigen AWS re:invent in Las Vegas standen wie schon in den Jahren zuvor jede Menge Ankündigungen rund um Produkte, Dienste und Funktionserweiterungen. Auch in Sachen Storage gab es einiges Neues.
Auf dem Programm der diesjährigen AWS re:invent in Las Vegas standen wie schon in den Jahren zuvor jede Menge Ankündigungen rund um Produkte, Dienste und Funktionserweiterungen. Auch in Sachen Storage gab es einiges Neues. (Bild: Amazon)

Auch wenn Themen wie Serverless, Hybrid Cloud und Maschinenlernen im Mittelpunkt der diesjährigen weltweiten AWS-Tagung re:invent standen, gab es einige wichtige Storage-Ankündigungen.

Amazon-CEO Andy Jassy wurde nicht müde, die Vielfalt des AWS-Angebots an Storage-Services zu loben: "Wir haben allein elf Methoden, Daten in die Cloud zu bringen, speichern inzwischen rund 10.000 Datalakes in S3 und unterstützen so viele Datenbanken wie kein anderer Cloud-Anbieter", sagte er. Auch dieses Jahr wird das Portfolio der Storage-Lösungen wieder vergrößert.

Neuer Service für die Langzeitarchivierung

So hat sich AWS vorgenommen, die letzte Domäne eines althergebrachten Speichermediums, Tape, zu knacken. Dafür bringt der Hyperscaler einen neuen Service für die Speicherung von Daten, die noch weit seltener benötigt werden als diejenigen, die üblicherweise in einem Glacier-Archiv gespeichert werden. "Wir adressieren damit alle Daten, die Unternehmen bisher in einem Langzeit-Tapearchiv hinterlegen", erklärte er.

Die Tape-Technologie sei inzwischen veraltet: Die Systeme seien teuer und schwer zu verwalten, die Tape-Medien fehleranfällig, es sei viel manuelle Arbeit nötig und außerdem dauere es Ewigkeiten, Daten, die doch noch einmal benötigt werden, aus dem Archiv zurückzuholen. "Das kann durchaus Tage oder Wochen dauern", behauptete Jassy. Das sei besonders deshalb ärgerlich, weil im Zeitalter der Datenanalyse selbst sehr alte Daten dank neuartiger Algorithmen zur wichtigen Informationsquelle mutieren könnten.

Tape-Alternative: Amazon Glacier Deep Archive

Bei dem neuen Dienst, Amazon Glacier Deep Archive, den Jassy in Las Vegas ankündigte und der 2019 verfügbar werden soll, brauche man dagegen meist nur einige Stunden, um Daten wieder zugänglich zu machen. Zudem sei der Service konkurrenzlos billig, er koste nämlich nur ein Viertel von Glacier. "Wir nehmen dafür ein Zehntel Cent pro GByte und Monat oder einen Dollar pro TByte und Monat", sagte Jassy.

Amazon-CEO Andy Jassy wartete in seiner Keynote mit über 20 Neuheiten und Erweiterungen auf.
Amazon-CEO Andy Jassy wartete in seiner Keynote mit über 20 Neuheiten und Erweiterungen auf. (Bild: Amazon)

Ein weiterer Vorteil: Anwender könnten ihre Archivdaten nun genau dort analysieren, wo sie auch gespeichert sind – freilich nur, wenn sie dies auch mit den AI-Algorithmen von AWS tun wollen und nicht stattdessen die eines anderen Anbieters testen würden.

Natives Windows-Dateisystem

Auch das Angebot an Filesystemen wächst. Erstens hat AWS inzwischen wohl dank des Kundenfeedbacks eingesehen, dass Windows-Filesysteme noch immer in vielen Unternehmen der Standard sind und mitnichten schnell verschwinden werden, wenn überhaupt. "Zwar nutzen inzwischen rund zwei Drittel der Anwender Linux-Filesysteme, aber ein Drittel verwendet weiter Windows", sagte Jassy.

Es ist nur folgerichtig, dass der Anbieter jetzt mit Amazon FSx for Windows auch diesen Nutzern eine Alternative im nativen Windows-Format anbietet. Der Service ist kompatibel zu allen wichtigen Windows-Anwendungen wie Active Directory, Explorer, SQL, Postgres und anderen und entspricht wichtigen Sicherheitsstandards wie PCI-DSS, ISO oder dem im US-Medizinbereich üblichen HIPAA.

Filesystem für rechenintensive Workloads

Eine weitere Lücke bildeten bisher Filesysteme für besonders große Dateien mit weltweitem, parallelem Zugriff auf die Daten, sogenannte globale Filesysteme. Sie werden beispielsweise bei der Bearbeitung großer CAD-Dateien, von Filmen und anderen multimedialen Inhalten, aber auch beim Hochleistungsrechnen verwendet. AWS hat sich entschieden, für solche rechenintensiven Aufgaben das Open-Source-Filesystem Lustre als voll gemanagten Dienst zu implementieren.

Der Amazon FSx for Lustre-Service ermögliche Kunden in nur wenigen Minuten ein Dateisystem zu erstellen und dieses auf eine beliebigen Zahl an Clients zu mounten. NAS-Systeme als Datenspeicher können mit Infiniband direkt eingebunden werden. Bei AWS arbeitet Lustre integriert mit S3.

Kapazitätsplanung entfällt

Weiter wurde die Key/Value-Datenbank, die Amazon selbst entwickelt hat, mit einer dynamischen Skalierungsfunktion ausgerüstet. "Bisher mussten sich Anwender anfangs überlegen, wie viel Platz sie wahrscheinlich brauchen", erklärte Jassy. Diese Aufgabe sei vor allem bei Workloads mit unvorhersehbarem Verlauf nur schwer lösbar. Mit dem neuen Dienst seien solche Berechnungen nun nicht mehr erforderlich, vielmehr skaliere das System automatisch, bezahlt werde nach wie vor je Anfrage.

Ein weiterer neuer Datenbankservice, Amazon TimeStream, soll insbesondere zeitgestempelte Daten aus Edge-Devices, wie sie in IoT-Umgebungen anfallen, Clickstreams oder aus DevOps-Umgebungen sicher aufbewahren.

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