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University of Glasgow entwickelt molekularen Schalter Metalloxid-Schalter speichert 150.000-mal soviel wie Flash

| Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Forscher der University of Glasgow haben einen molekülgroßen Schalter auf Metalloxid-Basis entwickelt, mit dem längerfristig höhere Speicherdichten möglich werden. Ein Festspeicher könnte so 150.000-mal so viele Daten fassen wie derzeit.

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Auf der Fläche einer Zwei-Euro-Münze ein halbes Petabyte Daten speichern? Metalloxid-Schalter sollen es möglich machen.
Auf der Fläche einer Zwei-Euro-Münze ein halbes Petabyte Daten speichern? Metalloxid-Schalter sollen es möglich machen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die in Aussicht gestellte Steigerung der Speicherkapazität erscheint im Vergleich zu anderen technischen Ansätzen beachtlich: Ein molekularer Schalter soll die 150.000-fache Speicherleistung herkömmlicher Halbleiterspeicher ermöglichen, bezogen auf die Fläche. Forscher an der University of Glasgow haben diesbezüglich einen Machbarkeitsbeweis erbracht.

Auf einer Fläche von rund 2,5 mal 2,5 Zentimetern seien bis zu vier Petabit Speicherkapazität möglich, schätzen die Entwickler. Das entspricht etwa 500 Terabyte auf einer Speicherfläche, die derzeit rund 3,3 Gigabyte fassen kann. Damit mutmaßen die Forscher eine mögliche Steigerung, die rund 150-fach über jener liegt, die sich IBM vom in Entwicklung befindlichen Racetrack Memory verspricht.

„Im Prinzip handelt es sich um eine Eierschale aus Metalloxiden“, beschreibt der Wissenschaftler Malcolm Kadodwala den Schalter. „Darin befinden sich zwei Elektronen abgebende Gruppen in einem Abstand von lediglich 0,32 Nanometern.“ Die Gruppen sind nicht nahe genug, um unter normalen Umständen chemische Bindungen einzugehen. „Erst durch einen zusätzlichen Stimulus kommt es zu Bindungen und genau das erlaubt das für Speichervorgänge nötige Schalten.“

Bis die Nanotech-Schalter in der Praxis für hohe Speicherkapazitäten sorgen, wird es aber noch dauern. „Dieser Durchbruch zeigt konzeptionell, dass es möglich ist“, mildern die Entwickler aufkommende Euphorie. Erst seien Fragen im Bereich der Fertigung oder der Adressierung zu klären.

Bis die Technik den Markt erreicht, werde es „zumindest ein Jahrzehnt“ dauern, schätzt Kadodwala. Die Forschungsergebnisse zum Durchbruch im Bereich molekularer Schalter werden in der aktuellen April-Ausgabe des Magazins Nature Nanotechnology näher vorgestellt.

(ID:2012223)