Interview mit Claus Wiefel, Quest Software

Microsoft Hyper-V hat noch Nachholbedarf

| Autor / Redakteur: Das Interview führte Rainer Graefen / Nico Litzel

Können aktive von inaktiven virtuellen Maschinen getrennt werden, um Backup-Volumen und -Zeiten zu verringern?

Wiefel: Eine Trennung von aktiven und inaktiven Maschinen ist in diesem Sinne schon aus Architekturgründen nicht möglich. Wenn eine Datensicherungslösung VADP implementiert hat und über diese ein oder mehrere Gastsysteme sichern will, wird unabhängig davon, ob diese aktiv oder inaktiv sind, immer ein ESX/ESXi-basierender Snapshot ausgelöst, der als Basis für die Datensicherung dient. Einzig der Einsatz von intelligenten Storage-Systemen beziehungsweise die Anbindung dieser Speicher via iSCSI/FC/FCoE-SAN-Storage kann die Datensicherung oder die Datenwiederherstellung beschleunigen. Durch die Nutzung von SAN kann der Backup-Host die vom ESX/ESXi-Host erstellten Snapshots mounten und somit LAN-free wegsichern. Unterstützt der Storage NDMP, Network Data Management Protocol, so besteht die Möglichkeit, die Gast-System-Snapshots direkt auf ein Bandlaufwerk, das am Storage-System angeschlossen ist, zu sichern. Hierfür muss der Datentransfer nicht einmal über den Backup-Host geschleust werden.

Wie wird der Restore einer virtuellen Maschine organisiert?

Wiefel: Abhängig von der Implementierung der VADP-Schnittstelle in die jeweilige Datensicherungslösung kann diese Gast-Systeme entweder „als Ganzes“ oder sogar einzelne Dateien aus einem „Image-Backup“ wieder herstellen. Dies kann auf demselben oder einem anderen Volume/Filesystem desselben oder eines anderen ESX/ESXi-Hosts erfolgen (Image-Restore). Die Wiederherstellung einzelner Dateien erfolgt wiederum je nach Backup-Software-Lösung sehr unterschiedlich: Entweder werden einzelne Dateien aus einem VMware-Backup so zur Verfügung gestellt, dass der Administrator auf diese via CIFS- und/oder NFS-Protokoll zugreifen und Dateien mithilfe des Betriebssystems aus dem Backup auf einen anderen Host kopieren kann. Alternativ unterstützt die Backup-Software auch die direkte Wiederherstellung auf ein Gast-System, und zwar entweder durch einen installierten Backup-Client auf dem System oder durch das „Umleiten“ via CIFS/NFS/RCP/SCP auf den Zielrechner. Die Wiederherstellung einzelner Dateien hat den Vorteil, dass als Zielsystem normalerweise sowohl virtuelle als auch physische Hosts genutzt werden können.

Dieses Interview ist aus dem Storage-Insider.de-Kompendium „Backup und Recover virtueller Maschinen“.Hier können Sie das komplette Heft als PDF-Datei herunterladen.

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