Interview mit George Teixeira, Datacore Software Mit dem Storage-Hypervisor in die Cloud archivieren

Autor / Redakteur: Das Interview führte Rainer Graefen / Nico Litzel

Datacores Software „SANsymphony-V“ soll als Storage-Hypervisor die Inkompatibilität zwischen herstellerspezifischer Hardware eliminieren.

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George Teixeira, Gründer und CEO von Datacore Software
George Teixeira, Gründer und CEO von Datacore Software

Storage-Insider.de: Sie betiteln SANsymphony-V als Storage-Hypervisor. Warum?

Teixeira: SANsymphony-V ist eine übergreifende, auf unterschiedliche Hardware übertragbare und anwendbare Software, die heterogene Speicherkapazitäten in einem virtuellen Pool zusammenführt und die Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Auslastung des Gesamtsystems erhöht. Durch den Einsatz des Storage-Hypervisors kann der Nutzwert von Speicher erhöht werden, indem die Inkompatibilitäten herstellerspezifischer Hardware eliminiert werden. Insgesamt wird die Auslastung vorhandener und neuer Kapazitäten optimiert, wie eben beim bekannten Server-Hypervisor.

Wie wird der Storage-Hypervisor eingesetzt?

Teixeira: Üblicherweise wird er auf zwei herkömmlichen physischen oder virtuellen Maschinen installiert und mit dem Speichernetz verbunden. Als übergeordnete Managementebene verwaltet er alle angeschlossenen Speicherressourcen. Der Storage-Hypervisor SANsymphony-V überträgt dabei alle Managementfunktionalitäten für die Speicherbereitstellung, Datensicherung, Replikation und Performance-Beschleunigung auf sämtliche Speicher-Systeme.

Also ist der Storage-Hypervisor die eierlegende Wollmilchsau oder doch nur reines Marketing?

Teixeira: Der Begriff steht für das Konzept. Er soll veranschaulichen, dass wir über die reine Speichervirtualisierung, also die Bereitstellung virtueller Speicherkapazität, weit hinausgehen. Inzwischen haben sich ja fast alle Speicherhersteller die Virtualisierung auf die Fahnen geschrieben und dennoch ist die Speicherwelt nach wie vor von Inkompatibilitäten zwischen den Geräten verschiedener Hersteller – ja sogar verschiedener Modelle des gleichen Herstellers – bestimmt. Bei der Servervirtualisierung denkt man an Software, bei Speichervirtualisierung an eine Box! Das ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll.

Was hat nun der Anwender vom Storage-Hypervisor?

Teixeira: Über den Storage-Hypervisor erfolgt die Verwaltung von Kapazität, Performance und Datensicherung zentral. Diese Flexibilität senkt die Kosten und erhöht die Produktivität. Wir liefern Unified Storage mit SAN und NAS mit Plattensubsystemen genauso wie mit Solid State Disks über Fibre Channel, iSCSI oder Infiniband. Wir versorgen damit Windows, Unix oder Linux genauso wie Hyper-V, VMware oder Citrix. Die virtuellen Speicherlaufwerke werden auf beliebiger, austauschbarer Hardware ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs flexibel und reversibel eingerichtet und mit verschiedenen Servicequalitäten in puncto Performance und Verfügbarkeit für das gesamte Unternehmensnetzwerk bereitgestellt. Kosteneinsparungen werden vor allem mit Thin Provisioning und der jüngst integrierten automatischen Speicherklassifizierung, dem Auto-Tiering, erzielt.

Wie funktioniert das Auto-Tiering mit SANsymphony-V?

Teixeira: Die Hardware-unabhängige Auto-Tiering-Funktion verschiebt Speicherblöcke innerhalb virtueller Speicher-Pools nach festgelegten Benutzerregeln, die IT-Administratoren mit wenigen Klicks einrichten können. So vereinfacht Auto-Tiering das Speichermanagement und der Nutzer profitiert von einer höheren System-Performance, indem die beste Speicherqualität nur für die wichtigsten Applikationen zur Verfügung steht. Da dies auf Block-Ebene erfolgt, ist diese Speicherklassifizierung ungemein granuell und effizient. Datacore-Kunden können die Vorteile des automatischen Tierings in einer Vielzahl verschiedener Rechenzentrumsszenarien nutzen, egal ob vollständig virtualisierte IT-Umgebungen, private oder öffentliche Clouds oder herkömmliche physische Konfigurationen. SANsymphony-V automatisiert das Tiering nicht nur über unterschiedliche Disk-Techniken hinweg, sondern läuft auch Modell- und Hersteller-unabhängig.

Wie nutzt man den Storage-Hypervisor für Backup und Archivierung?

Teixeira: Zunächst einmal liefert SANsymphony-V unlimitierte Snapshots und eine integrierte CDP-Funktion. Da diese kontinuierliche Datensicherung auch auf Block-Ebene funktioniert, ist eine sekundengenaue Wiederherstellung von Systemzuständen möglich. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, wird die Cloud von Unternehmen bislang vor allem für das Backup und die Archivierung gewisser Daten genutzt. Wir haben deshalb das Cloudarray-Gateway von Twinstrata in SANsymphony-V integriert, sodass der Anwender über die virtuelle Storage-Appliance Daten direkt an einen Cloud-Storage-Anbieter seiner Wahl auslagern kann. Die integrierte Auto-Tiering-Funktion zur Speicherklassifizierung erhält damit eine zusätzliche Cloud-Ebene. Weniger kritische Storage-Daten, Backups und Archivierungen können so bequem und kostengünstig ausgelagert werden, da Kosten nur für tatsächlich genutzten Offline-Speicherplatz entstehen. Darüber hinaus reduziert die Cloud-Anbindung den Bedarf an Speicher-Hardware vor Ort und spart Rechenzentrumsplatz, Strom und Kühlung.

Dieses Interview stammt aus dem Storage-Insider.de-Kompendium„Backup und Recovery virtueller Maschinen“.

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